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Duisburg
Arbeit in der Höhe mit Strom unter Zeitdruck

Duisburg: Arbeit in der Höhe mit Strom unter Zeitdruck
Die Fahrleitungsmonteure der Duisburger Verkehrsgesellschaft beheben einen Oberleitungsschaden. FOTO: DVG
Duisburg. Oberleitungsschäden bei der DVG sind gar nicht so selten - in den meisten Fällen entstehen sie durch Fremdverschulden. Die Reparaturen sind recht aufwändig.

In einer Verkehrsmeldung der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) heißt es "U79: Oberleitungsschaden. Zwölf Minuten Verspätung ab der Haltestelle Meiderich Bahnhof in Fahrtrichtung Düsseldorf-Universität. Wir bitten um Ihr Verständnis." Was für die Fahrgäste meist Verzögerungen und ein zusätzliches Umsteigen bedeutet, heißt für die Mitarbeiter der DVG klar geregelte Abläufe in die Wege zu leiten, um den Betrieb schnellstmöglich wieder zum Laufen zu bringen. "Etwa 90 Prozent der Oberleitungsschäden entstehen durch Fremdverschulden, also in der Regel durch Baufahrzeuge oder LKW, die Leitungen herunterreißen oder beschädigen", erklärt Peter Ueckerseifer, Sachbearbeiter im Technischen Büro Fahrleitung bei der DVG. "Für uns steht dann im Vordergrund, den Betrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können." Insgesamt sind zehn Fahrleitungsmonteure im Stadtgebiet unterwegs. Sobald ein Schaden gemeldet wird, rückt der "Störungstrupp" aus. Der Teil der Oberleitung, der heruntergerissen wurde, muss dann ausgetauscht werden.

Die meisten Oberleitungen bei der DVG sind sogenannte Hochketten und bestehen aus Fahrdraht, Tragseil und Spannseil. Mindestens alle 60 Meter sind Befestigungspunkte für die Hochketten, beispielsweise an Häusern oder an rund 1700 bis zu zwölf Meter hohen Masten. Mit Hubarbeitsbühnen nähern sich die Kollegen der Oberleitung. Meistens wird bei Unfällen der aus einer Kupferlegierung bestehende Fahrdraht beschädigt, da dieser mit etwa 5,50 Metern Höhe am niedrigsten angebracht ist. Die aus Bronze bestehenden Tragseile befinden sich etwa in einer Höhe von 7,30 Metern. Ist der Fahrdraht nicht bereits vom Rest der Oberleitung abgetrennt, wird er mit einer Säge gelöst. Zuvor muss jedoch der Strom der Oberleitung abgeschaltet werden. Denn die Leitungen stehen im Betrieb unter einer Spannung von bis zu 1000 Volt. "Die Abschaltung können die Kollegen unter anderem direkt vor Ort an den Masten vornehmen", weiß Ueckerseifer. "Die Hubarbeitsbühne ist gegen elektrische Spannung von 1500 Volt doppelt isoliert und schützt unsere Mitarbeiter vor möglichen Stromschlägen. Sicherheit ist hier das oberste Gebot." Auf einem Anhänger am Einsatzfahrzeug befindet sich eine schwere Trommel mit rund zwei Tonnen schwerem neuem Fahrdraht. Hiervon wird dann ein Stück abgetrennt und mit sogenannten Stoßklemmen für das herausgerissene Stück eingesetzt. Dazu wird das neue Stück an beiden Enden durch die Stoßklemmen mit der Oberleitung verbunden, so dass der Fahrdraht wieder gespannt ist. "Was sich in der Theorie einfach anhört, ist in der Praxis harte Arbeit", betont Ueckerseifer. "Jeder Meter Fahrdraht wiegt etwa ein Kilo. Je nachdem, wieviel Fahrtdraht erneuert werden muss, kann das ganz schön schwer werden. Hinzu kommt die Arbeit in der Höhe mit Strom und der Zeitdruck, die Störung schnell zu beheben, damit unsere Fahrgäste wieder von A nach B kommen."

Neben solchen außerplanmäßigen Einsätzen überprüfen die Fahrleitungsmonteure einmal im Jahr die insgesamt 55 Kilometer Oberleitungen im Duisburger Stadtgebiet auf Schäden und Abnutzung. Denn während der Bahnfahrten müssen die Oberleitungen einiges aushalten. Der 1,2 Zentimeter dicke Fahrdraht wird im Laufe der Zeit durch den Kontakt mit dem Stromabnehmer an den Bahnen abgenutzt: In der Regel halten Fahrdrahte etwa 15 bis 20 Jahre, dann müssen sie im Rahmen einer Revision ausgetauscht werden.

Zu Defekten an Oberleitungen können auch beschädigte Stromabnehmer bei Bahnen führen - daher werden diese zum Betriebsende jeden Tag in der Werkstatt der DVG am Betriebshof Grunewald überprüft.

Quelle: RP
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