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Duisburg
Asylbewerber: Auch eine Zeltstadt ist wieder denkbar

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen
Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: RP
Duisburg. Der Stadt fehlen Unterbringungsmöglichkeiten. Von Hildegard Chudobba

Duisburg ergeht es wie den anderen Kommunen: Immer mehr Asylsuchende müssen untergebracht werden, und immer weniger Möglichkeiten stehen dafür bereit. Gestern teilte die Stadt mit, die leerstehende Turnhalle der Frankenschule in Vierlinden zur Notunterkunft umzubauen. Sie soll bereits ab Ende August als Notunterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung stehen. Die ständig steigenden Zuweisungszahlen und die daraus resultierende Aufnahmeverpflichtung machen diesen Schritt unumgänglich, so die Stadt. Die Betreuung der künftigen Bewohner der Frankenschulen-Turnhalle wird zum einen von der Sozialverwaltung und zum anderen von einem Wachdienst sichergestellt. Etwa 70 Flüchtlinge finden in der noch leerstehenden Turnhalle Platz.

Duisburgs Sozialdezernent Reinhold Spaniel weiß, dass solche Quartiere alles andere als optimal sind. Doch die Stadt stoße an ihre Grenzen. Er appelliert an Wohnungsgesellschaften und Vermieter, dringend Quartiere zu melden, die belegt werden könnten. Immer wieder prüfen er uns eine Mitarbeiter die Angebote und denken über Lösungen nach. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass schon bald wieder eine Zeltstadt in Duisburg aufgebaut wird. Sie würde allerdings nicht auf dem Gelände stehen, auf dem im vorigen Jahr die Zelte standen. Spaniel hatte für diese Unterbringungsvariante damals sehr viel Kritik einstecken müssen. Inzwischen gibt es derartige Unterkünfte in zahlreichen deutschen Städten. Geprüft wird wie berichtet die Tauglichkeit des ehemaligen städtischen Verwaltungsgebäudes an der Memelstraße in Neudorf. Gut möglich, dass auch die leerstehenden Wohnungen in den Weißen Riesen in Homberg genutzt werden, um Asylbewerber unterzubringen.

"Es gibt keine Tabus", hatte Spaniel in den vergangenen Wochen immer wieder betont und zugleich erklärt, dass er von dem bisherigen Verfahren - Stadt informiert im Vorfeld die Politik und die Bürger - wegen des enormen Unterbringungsdrucks nicht mehr aufrecht erhalten kann. Auch die Planung, Asylbewerber möglichst gleichmäßig übers Stadtgebiet zu verteilen, funktioniert so längst nicht mehr. Denn inzwischen muss Spaniel nehmen, was geeignet ist.

Quelle: RP
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