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Rp-Thema Unterbringung Von Flüchtlingen
Asylbewerber: Stadt stößt an Grenzen

Rp-Thema Unterbringung Von Flüchtlingen: Asylbewerber: Stadt stößt an Grenzen
DRK-Projektleiter Thomas Voß und Zehra Yilmaz, Leiterin der Einrichtung in Neumühl. Hier sollen schon bald mehr Flüchtlinge untergebracht werden als ursprünglich geplant. FOTO: Archiv
Duisburg. Es mangelt an Unterbringungsmöglichkeiten. Entlastung könnte es bringen, dass im ehemaligen Neumühler St. Barbara Hospital nun 600 statt 300 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Von Hildegard Chudobba

Die Landeseinrichtung für Asylbewerber in Neumühl wird noch mehr Flüchtlinge aufnehmen, als ursprünglich geplant. Darüber informierte gestern Nachmittag Stadtdirektor Spaniel die Mitglieder des Sozialausschusses. Statt 300 sollen es bis zu 600 sein. Am Mittwochabend hatte Spaniel an einer Versammlung in dem Stadtteil teilgenommen, um die Hintergründe zu erläutern.

Ab dem kommenden Monat werden zunächst rund 300 Flüchtlinge in dem ehemaligen St. Barbara Hospital leben, das seit Ende vorigen Jahres umgebaut worden ist. Aus Brandschutzgründen hatte es zunächst nicht voll belegt werden können, so dass dort bislang nie mehr als rund 100 Asylbewerber unterkamen. Sie bleiben dort stets nur ein paar Tage, bis feststeht, welche NRW-Kommune sie aufnehmen soll.

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Die Landeseinrichtung scheint in dem Stadtteil eine große Akzeptanz zu haben. "Bei der Versammlung fragte mich eine Ortspolitikerin, ob da überhaupt schon jemand wohne. Denn man würde überhaupt nichts mitbekommen", erzählt Spaniel. Die Gründe dafür, das dort offenbar alles problemfrei funktioniert, sieht er darin, "dass die Einrichtung vom DRK vorbildlich betreut wird und dass der Initiativkreis Neumühl eine ganz ausgezeichnete Integrationsarbeit leistet". Zu dieser Gruppe gehören wesentliche Multiplikatoren des Stadtteils, deren Aufgabe es jetzt auch sein wird, den Bürgern die städtische Asylanten-Einrichtung an der Holtener Straße "schmackhaft" zu machen, die im Sommer bezogen wird.

Mit einem Dringlichkeitsbeschluss, den OB Link und CDU-Fraktionschef Enzweiler unterschrieben, hat die Stadt den Weg dafür frei gemacht, dass gemäß des Antrags der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg die Bewohnerzahl im St. Barbara Hospital durch aufgestellte Feldbetten auf bis zu 600 steigen kann. Aufgabe des Landes ist es, in der Übergangseinrichtung menschenwürdige Lebensverhältnisse herzustellen. Die Kosten übernimmt das Land.

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Für die Stadt Duisburg bedeutet die Ausweitung, dass ein klein wenig "Dampf vom Kessel" genommen wird. Denn die Asylbewerber im St. Barbara werden auf die Quote angerechnet, die für Duisburg gilt. Dennoch ist die Anspannung bei Stadtdirektor Spaniel nicht zu überhören: "Wir haben schon jetzt rund 2000 Asylbewerber hier untergebracht. Wir rechnen damit, dass in diesem Jahr im günstigsten Fall weitere 1600 kommen werden, im schlimmsten aber wesentlich mehr. Die Experten sind sich in der Einschätzung da nicht einig."

Je mehr allerdings hier ein Dach über dem Kopf benötigen, desto größer die Gefahr, "dass wir an unsere Grenzen kommen, wenn wir die nicht jetzt schon längst erreicht haben. Derzeit prüfen wir wieder jede Menge Objekte und Standorte, die geeignet sein könnten", so Spaniel.

Doch das brauche Zeit, und das Ergebnis sei oft ernüchternd. In Kaßlerfeld beispielsweise war vor einem Jahr eine Asylantenunterkunft geplant, bei der der Baubehörde erst am Ende aufgefallen war, dass dort gar nicht gebaut werden darf. Die Konsequenz war bekanntlich, dass nun im benachbarten Neuenkamp eilends eine Schule umgebaut werden muss - gegen den Willen vieler Stadtteilbewohner.

Quelle: RP
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