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Duisburg
Auf dem Ruhrtalradweg die Heimat selbst erkunden

Duisburg: Auf dem Ruhrtalradweg die Heimat selbst erkunden
Endstation: An der Rheinorange-Skulptur in Ruhrort endet der Ruhrtalradweg nach insgesamt 230 Kilometern. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Im Ruhrgebiet gibt es viel zu sehen - Natur und urbane Kulisse liegen auf dem Weg. Von Julia Zuew

Von Winterberg bis Duisburg, einmal quer durchs Sauerland und den Pott: Der Ruhrtalradweg verbindet auf 230 Kilometern die beiden Regionen. Seit zehn Jahren bietet die Route entlang der Ruhr Fahrradfahrern die Möglichkeit, ein Stück Nordrhein-Westfalens in all seiner Vielfalt zu erkunden - das Ziel der Radstrecke liegt bei der Rheinorange an der Ruhrmündung, der Start an der Ruhrquelle in Winterberg. Es ist allerdings ganz gleich, wo die Radreise startet - ob an der Quelle, oder der Mündung der Ruhr. In beide Richtungen gibt es jede Menge zu entdecken, für jeden Geschmack.

Die Strecke bietet Radlern viele Möglichkeiten, eine ganz individuelle Route zusammenzustellen. Viele weitere Fahrradrouten schließen hier an, darunter auch der "Rheinische Esel" in Bochum und Dortmund, der Rundkurs Ruhrgebiet, der mit 350 Kilometern sich vom Niederrhein bis zum Kreis Unna erstreckt, und auch zum großen Rheinradweg, der von der Quelle des Rheins in den Schweizer Alpen durch fünf Staaten nach Rotterdam führt. Doch der Ruhrtalweg bietet auch viele Möglichkeiten, auf kleineren Ausflügen die Heimat zu erkunden. Außerdem lassen sich Radtouren gut mit Bahreisen kombinieren: Wem große Strecken mit dem Drahtesel zu lang sind, kann zwischendurch auf den Zug umsatteln. Auch, wer größere Abschnitte oder die ganze Strecke auf den Buckel nimmt, kann sich den Heimweg einfach machen und in der Bahn die Füße hochlegen.

Der Ruhrtalwechsel bietet insbesondere in den Ruhrgebiets-Abschnitten viele Möglichkeiten, von entspannenden Stunden in der Natur zu Action in der Stadt zu wechseln: Auf Durchfahrt gibt's in den Städten Einkaufsmöglichkeiten und verschiedene Museen, die zum Verweilen einladen. In Oberhausen bieten sich Centro, Sealife und das Gasometer an, oder auch der Kaisergarten, wo sich ein Streichelzoo befindet. Auf halber Strecke zwischen Ruhrgebiet und Sauerland liegt Iserlohn. Am Seilersee können hier Reisende beispielsweise das Fahrrad gegen ein Tretboot tauschen, im Solebad entspannen oder eine Pause beim Minigolf einlegen. Auch Führungen in der Stadt werden angeboten. Wer jedoch lieber im Pott bleiben möchte und auf Industrie-Charme steht, ist mit einer Tour zur Zeche Zollverein gut bedient - auf dem Weg lädt der Baldeneysee zum Entspannen und Spazieren ein. Wer einen Blick auf möglichst viele Facetten des Ruhrgebiets erhaschen will, ist auf dem Emscher-Weg gut aufgehoben. Dieser grenzt an die Ruhrtalstrecke an und beginnt an der Emscherquelle in Holzwickede. Unter anderem durch Dortmund, Castrop-Rauxel, Herne, Gelsenkirchen, Essen und Oberhausen windet sich die Radstrecke. An der Emschermündung in der Nähe von Dinslaken befindet sich das Ziel. Es lohnt sich, auf dem Ruhrtalweg oder mit der Bahn die Strecke bis Herne zu fahren und hier die Emscher-Tour zu beginnen, doch auch auf einem Bogen von Essen bis Dinslaken gibt es Landschaft satt - aber auch Kläranlagen, Unterführungen an den Autobahnen und Ecken, an denen die Industrie Spuren hinterlassen hat, liegen auf der Tour. Die Strecke verläuft nicht die ganze Zeit an der Emscher entlang, liegt jedoch größtenteils flussnah. Unbedingt Halt machen sollte man am Haus Ripshorst - ein ehemaliger Rittersitz, im 14. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Ein Bauerngarten, ein Gehölzgarten mit Obstbäumen und der Emscher Landschaftspark bieten hier viel zum Betrachten und Erkunden. Am Rande des Gehölzgartens ragt der "Zauberlehrling" in die Höhe - ein Kunstwerk, das im Rahmen von "Emscherkunst" 2013 aufgestellt wurde. Circa 120 Kilometer umfasst die ganze Emscherweg-Strecke. Einzelne Abschnitte zwischen den Städten sind somit oft reich an Eindrücken, aber recht kurz in der Länge und reizen die Puste nicht allzu sehr aus. Der Emscher-Weg bietet auch viele Haltestellen an Objekten der "Route der Industriekultur". Außerdem ist in Oberhausen der Bahnhof zügig erreichbar, falls Reisende auf dem Heimweg lieber die Pedale ruhen lassen möchten.

Quelle: RP
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