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Duisburg
Auf der Arbeit wird mit dem "Segway" gefahren

Duisburg: Auf der Arbeit wird mit dem "Segway" gefahren
Karsten Rankl ist mit seinem Gefährt auf dem Betriebsgelände nicht nur schnell unterwegs, sondern er schont auch seine Gelenke. FOTO: TKSE
Duisburg. "Segway" für Menschen mit Handicap: Individuelle Lösungen für leistungsgeminderte Mitarbeiter machen deren weitere Tätigkeit bei ThyssenKrupp Steel Europe möglich.

Mit dem motorisierten Trendroller umzugehen, hat Karsten Rankl schnell gelernt. Für ihn bedeutet das Gerät eine große Erleichterung. Ein Motorrad-Unfall hatte vor einigen Jahren sein Leben komplett verändert, zahlreiche Operationen und Therapien zur Folge gehabt. "In meinem gelernten Beruf als Betriebsschlosser konnte ich nicht mehr weiter arbeiten. Es war keine leichte Zeit, kein Ziel mehr vor Augen zu haben und orientierungslos zu sein", sagt der 53-Jährige.

Heute ist er im Bereich Lagerlogistik tätig und kontrolliert die Auslieferungen an die Produktionsstätten im Duisburger Hüttenwerk. Mit dem "Segway"-Fahrzeug kann er nicht nur schneller lange Wege bewältigen, sondern schützt auch seine Gelenke.

Mit solchen maßgeschneiderten Lösungen können leistungsgewandelte Mitarbeiter weiterhin einer Tätigkeit bei ThyssenKrupp Steel Europe nachgehen.

Karsten Rankls gelungene Inklusion ist ein Beispiel von vielen. Knapp 1700 Menschen mit körperlichen oder psychischen Erkrankungen hat ThyssenKrupp Steel Europe erfolgreich ins Arbeitsleben integriert und liegt so mit rund neun Prozent deutlich über der gesetzlich geforderten Quote von fünf Prozent. Seit Jahrzehnten übernimmt das Unternehmen hohe soziale Verantwortung an seinen Standorten und bietet Menschen mit Handicap personenbezogene Antworten auf deren Problemstellungen.

Der betriebliche Einsatz steht dabei im Vordergrund, um den Mitarbeitern das Einbringen ihrer individuellen Fähigkeiten zu ermöglichen. Seine Erfahrungen über die Vereinbarkeit von sozialer Verantwortung und Wirtschaftlichkeit brachte der Stahlhersteller auch als Gastgeber des Kooperationstreffens "Wirtschaft trifft Werkstatt" ein, das jährlich von der "Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen" organisiert wird. Unter dem Motto "Die Arbeitswelt von morgen gestalten" berieten soziale Institutionen und Wirtschaftsunternehmen über zukünftige Herausforderungen und Chancen von Inklusionsarbeit.

"Wir fördern mit großem Engagement, dass Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich zusammenarbeiten. Arbeitsplätze passen wir so an die Bedürfnisse unserer Beschäftigten mit Handicap an, dass sie wieder in den Arbeitsprozess integriert werden können", sagt Markus Micken, Beauftragter für schwerbehinderte Menschen bei ThyssenKrupp Steel Europe, anlässlich des Netzwerk-Treffens in Duisburg.

Neben betriebseigenen Werkstätten für behinderte Menschen, wie im Bereich Serviceleistungen in Duisburg mit Zweigwerkstätten in Dortmund und Bochum, werden einzelne Arbeitsplätze in der Produktion an die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter angepasst. Das Scan-Center in Duisburg-Ruhrort, in dem Unternehmensdaten digitalisiert werden, wurde beispielsweise speziell für Mitarbeiter mit Handicap umgestaltet.

Für Karsten Rankl, der keine langen Strecken mehr laufen kann, bedeutet der "Segway" eine große gesundheitliche Entlastung und bringt ihm mehr Lebensqualität. "Neben meiner Familie ist mein Beruf wichtig für meine psychische Gesundheit, weil ich gebraucht werde und eine Tätigkeit habe, bei der meine Fähigkeiten zählen. Das gibt mir Sicherheit und Stabilität. Und Spaß macht das ,Segway-Fahren' natürlich auch ein bisschen", so der Mitarbeiter im Auslieferungslager.

Quelle: RP
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