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Duisburg
Aufatmen bei den Philharmonikern

Duisburg: Aufatmen bei den Philharmonikern
Solo-Oboist Martin Schie wird Orchester-Manager. FOTO: Stadt/Marc Zimmermann
Duisburg. Die Abozahlen bei den Philharmonischen Konzerten haben sich nach einem dramatischen Rückgang wieder erholt. Intendant Dr. Alfred Wendel setzt auf abwechslungsreiche Programme. Martin Schie wird Orchester-Manager. Von Peter Klucken

Monatelang sei die Stimmung bei den Duisburger Philharmonikern bedrückt gewesen. Der Grund war die Unsicherheit, ob und in welcher Form die Opernehe zwischen Düsseldorf und Duisburg fortgesetzt wird. Dass nun beide Stadträte einvernehmlich für die Verlängerung der Theatergemeinschaft um fünf Jahre votiert haben, sei vom gesamten Orchester mit großer Erleichterung aufgenommen worden, sagte im RP-Gespräch der Intendant der Philharmoniker, Dr. Alfred Wendel.

Wendel wertet die Entscheidung des Duisburger Stadtrates zugunsten der Opernehe auch als Zeichen dafür, dass die Kultur in dieser Stadt öffentlich mehr geschätzt wird, als es viele von außerhalb glauben. Wendel: "Ich glaube, dass viele mittlerweile eingesehen haben, dass Kultur nicht einfach als Einsparpotenzial gesehen werden darf, auch wenn sie formal eine freiwillige Aufgabe der Stadt ist."

Nach wie vor zehrten die Duisburger Philharmoniker von der beispiellosen Solidaritätsbekundung von tausenden Menschen, die vor einigen Jahren gegen die drohende Auflösung der Rheinoper Düsseldorf-Duisburg protestiert hatten. Das Ende der Rheinoper hätte auch die Existenz der Duisburger Philharmoniker bedroht, deren berufliches Standbein im Orchestergraben zu finden ist.

Wie auch in den vergangenen Spielzeiten möchte Wendel, der seit Februar 2006 Intendant der Duisburger Philharmoniker ist, das Orchester im Stadtleben verankern. Das große Open-Air-Konzert der Duisburger Philharmoniker am 28. August auf dem Theaterplatz, das von Götz Alsmann moderiert wird, sei dafür ein Beispiel (der Eintritt ist übrigens frei!). Überhaupt stehe das Orchester auch für musikalische Grenzüberschreitungen, wodurch Menschen angezogen werden könnten, die nicht zum "üblichen" Konzertsaal-Publikum gehören - noch nicht gehören. Besonders bemerkenswert ist gewiss das Sonderkonzert, das die Duisburger Philharmoniker unter Leitung ihres Generalmusikdirektors Giordano Bellincampi zusammen mit der Jazz-Legende Chris Barber am 2. März 2016 im Theater der Stadt Duisburg geben.

Bei der Gestaltung der Philharmonischen Konzerte setzten er, Alfred Wendel, und Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi das Konzept fort, das Generalmusikdirektor Jonathan Darlington mit Erfolg eingeführt hatte: Da werden Werke an einem Abend präsentiert, die üblicherweise in einer solchen Konstellation nicht erwartet werden. Und dennoch erkennt man als Konzertbesucher dann oft überraschende Verbindungen.

In seinem Vorwort für das Philharmoniker-Magazin "Play" der kommenden Saison schreiben Wendel und Bellincampi: "Für die Duisburger Philharmoniker bedeutet das, in jedem Saisonprogramm eine gute Balance von Tradition und Innovation, von Bewährtem und - im besten Sinne - ,Unerhörtem' zu finden."

Wie Kulturdezernent Thomas Krützberg geht auch Intendant Wendel davon aus, dass die Duisburger Philharmoniker (nur) noch in der kommenden Spielzeit in ihrem "Asyl" Theater am Marientor spielen werden. Danach stehe wieder der Große Saal der Mercator-Halle zu Verfügung. Der erzwungene Umzug ins Theater am Marientor hatte in seiner ersten und schlimmsten Phase zu zahlreichen Abo-Kündigungen geführt. Die durchschnittliche Auslastung ging von über 90 Prozent auf rund 60 Prozent zurück. Heute liegen die Abo-Zahlen wieder bei 80 Prozent. Und für die kommende Saison, wenn beispielsweise Frank Peter Zimmermann als Solist und Jonathan Darlington als Gastdirigent kommen, rechnet Wendel wieder mit ausverkauften Häusern.

Ein personeller Wechsel wird bei den Freunden und Kennern der Duisburger Philharmoniker für Aufsehen sorgen: Der bekannte und beliebte Solo-Oboist der Philharmoniker, Martin Schie, verlässt das Podium und wird Orchester-Manager und damit Nachfolger von Wilfried Gehse, der im August pensioniert wird.

Das Interview mit Dr.

Quelle: RP
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