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Duisburg
"Auferstehung" des Corputius-Plans

Duisburg. Auf dem Plan ist zu sehen, dass im Schwanenviertel Hopfen angebaut wurde. Von Ingo Hoddick

Am 25. März 1566, also vor 450 Jahren, stellte der knapp 24 Jahre junge Johannes Corputius dem Duisburger Rat seinen genauen Plan unserer Stadt vor und bot ihn zum Kauf an. Damals war das ein Mittel zur Stadtwerbung, bis hin zur Restaurantempfehlung. Der Plan, dessen einzig noch existierendes Original sich im Duisburger Kultur- und Stadthistorischen Museum befindet, ist so genau - seine Messungenauigkeit beträgt maximal zwei Meter - , dass er bis ins Detail heute der Archäologie dienen kann, auch der gültige Stadtentwicklungsplan von Lord Norman Foster beruht darauf.

Am Ostersonntag, 27. März, ab 14 Uhr, steigt im Kultur- und Stadthistorischen Museum am Innenhafen sozusagen die "Auferstehung" des Corputius-Plans. Es gibt Vorträge und Stadtteil-Führungen zum Thema, mit vielen neuen Erkenntnissen und vor allem spannenden und witzigen Geschichten. Zum Beispiel wurden in der Universitätsbibliothek Heidelberg Corputius' Messtischunterlagen gefunden, aus denen wir seine Vorgehensweise erkennen können.

Er maß zuerst vom Turm der Salvatorkirche, später auch vom Turm der Marienkirche - sein berühmter Duisburger Lehrer Gerhard Mercator korrigierte ihn. Und wie man auf dem Corputius-Plan erkennt, haben die Kreuzbrüder im Schwanenviertel Hopfen angebaut - vermutlich brauten sie Bier nach dem gleichfalls 1566 erlassenen Deutschen Reinheitsgebot.

Durch das Programm führen Roland Wolf und Jonas Krüning in historischen Gewändern als "Mercator" und "Corputius". Wolf erklärte gestern gegenüber der Presse, sein schweres Gewand sei "aufrichtend", da es gerade falle und man dem, sich nach oben streckend, automatisch etwas entgegen setze.

Quelle: RP
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