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Berühmte Duisburger
August Thyssen - der Globalisierer

August Thyssen - ein Globalisierer und sein Werk
August Thyssen - ein Globalisierer und sein Werk FOTO: Stadtarchiv Duisburg
Der Name August Thyssen ist mit Duisburg und dem Niederrhein eng verbunden. Der weitblickende Unternehmer legte den Grundstein dafür, dass es hier auch heute noch viele industrielle Arbeitsplätze gibt.

Sparsam, anspruchslos, nahezu arbeitsbesessen, dabei jede Art der öffentlichen Selbstdarstellung meidend – nicht gerade Eigenschaften, die heute einen erfolgreichen Manager auszeichnen würden. Das ist aber nur die eine Seite von August Thyssen – einem Mann, der Duisburgs Gesicht und Charakter bis heute entscheidend geprägt hat. Die andere Seite von August Thyssen ist die des kreativen, global handelnden, weitblickenden Unternehmers. Obwohl Thyssen für Duisburg und die Region überaus prägend war, ist er eigentlich kein Duisburger: August Thyssen wurde am 17. Mai 1842 in Eschweiler bei Aachen geboren, gründete das Bandeisenwerk Thyssen & Co. in Styrum (heute Mülheim) und lebte die meiste Zeit seines Lebens in Essen. 1891 übernahm er in Duisburg die Steinkohlenzeche "Gewerkschaft Deutscher Kaiser" .

Exportkohle ist heute günstiger

Die Kohle als elementarer Bestandteil der Roheisenproduktion und die Lage am Rhein gaben den Ausschlag: August Thyssen setzte die Idee eines integrierten Hüttenwerkes um, eine Idee, die sich bis heute behauptet hat. Heute ist es zwar günstiger, auf Exportkohle zu setzen, aber Europas Stahlstandort Nummer eins im Duisburger Norden profitiert auch heute noch von der Idee des integrierten Werkes. Weitblickend hatte Thyssen erkannt, dass es wirtschaftlich sinnvoll ist, die Roheisenproduktion so zu gestalten, dass sich alle entscheidenden Aggregate an einem Standort befinden. Neben den Hochöfen wird die am Ort geförderte Steinkohle direkt in der Kokerei verarbeitet. Hochofengase betreiben ein Kraftwerk, die Weiterverarbeitung zu Blechen und Rohren in Walzwerken erfolgt quasi nebenan. Auch in der Stahlveredelung und im Schiffbau macht sich Thyssen einen Namen.

Schloss Landsberg

Bereits 1902 kaufte er Schloss Landsberg in der Nähe von Essen. Obwohl der Firmengründer privat eher als knauserig galt, setzte er auf ein standesgemäßes Domizil. Viel Zeit für seine vier Kinder Fritz, August, Heinrich und Hedwig kann er nicht gehabt haben. Dennoch wuchsen die vier bei ihm auf, nachdem seine Ehe mit Hedwig Pelzer, der Tochter des Mülheimer Unternehmers Johann Heinrich Pelzer, bereits 1885 geschieden worden war.

Mit Leidenschaft

August Thyssen arbeitete verbissen und mit großer Leidenschaft weiter. Er stieg in die Versorgungswirtschaft ein, kaufte Erzfelder, eine Kalkbrennerei und eine Zementfabrik. Schon vor dem Ersten Weltkrieg gehörte der Thyssenkonzern zu den bedeutendsten Unternehmen im Lande, und sein Gründer August Thyssen wurde einer der wohlhabendsten Männer im Deutschen Reich.


Den Begriff Globalisierung gab es noch nicht, August Thyssen lebte ihn aber schon längst. Thyssen-Werke gab es außer im Deutschen Reich auch in den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Russland, im Mittelmeerraum und in Argentinien. Nach dem Weltkrieg verlor er seine Auslandbeteiligungen. Trotzdem bildete er kurz von seinem Tode 1926 die Holding, in der er die verschiedenen Konzernteile zusammenführte. Die Vereinigten Stahlwerke AG bildeten die Keimzelle des heutigen Thyssen-Krupp-Konzerns.

 
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