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Duisburg
Aus Uni-Sicht: Die Olympiade in Rio

Duisburg: Aus Uni-Sicht: Die Olympiade in Rio
Zuckerzauber in Rio de Janeiro: Hier prallen Welten aufeinander. FOTO: dpa
Duisburg. Der Leiter des brasilanischen Verbindungsbüros der Uni-Allianz Ruhr sieht Positives, aber auch viel Negatives.

Aus Anlass der 31. Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro, den ersten auf dem südamerikanischen Kontinent, gibt der Leiter des brasilianischen Verbindungsbüros der Universitätsallianz Ruhr, zu der auch die Uni Duisburg-Essen gehört, Dr. Stephan Hollensteiner, eine persönliche Einschätzung zur Großwetterlage:

"Das öffentliche Interesse ist riesengroß: Neue Schnellbus- und Straßenbahnlinien sowie eine U-Bahn in das Olympiaviertel Barra begeistern. Aber auch die Probleme der Stadt, wie die Korruption oder auch Sicherheitsfragen, beherrschen seit Wochen die Schlagzeilen. Immerhin: Die Sportanlagen mit spektakulären Austragungsorten an der Copacabana oder Guanabara-Bucht sind fertig geworden. Während viele Mitglieder der deutschen Delegation - darunter auch 18 an der UA Ruhr studierenden Olympioniken - erstmals in Rio de Janeiro sind, präsentiert sich die Universitätsallianz seit fast fünf Jahren kontinuierlich in der Stadt. Das Verbindungsbüro der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen ist in der Außenstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) untergebracht. Ein zweiter Schreibtisch steht im Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus in Sao Paulo. Ich pendel regelmäßig in die brasilianische Wirtschaftsmetropole, besuche aber auch Partner in Belo Horizonte, Brasilia oder Porto Alegre. Viele Kooperationen und Förderungen konnten auf diese Weise initiiert werden. Rund 320 Stipendiaten des brasilianischen Regierungsprogramms 'Wissenschaft ohne Grenzen' waren bereits an den drei Ruhrgebietsunis. Also alles eitel Sonnenschein? Weit gefehlt: Die politische und wirtschaftliche Großwetterlage im Land ist schlecht und strahlt auch auf den Wissenschafts- und Forschungsbereich aus. Wegen des großen Haushaltsdefizits hat die Übergangsregierung die Mittel für 'Wissenschaft ohne Grenzen' sowie bilaterale Förderprogramme mit DAAD und DFG stark gekürzt, die Hochschulexpansion stockt. Die brasilianischen Partner beteuern, dass es nur vorübergehende Maßnahmen seien. Das mittel- und langfristige Potenzial Brasiliens ist unbestritten. Wie bei den olympischen Disziplinen kommt es auch hier auf gute Technik und langen Atem an."

Über die Universitätsallianz Ruhr: Seit 2007 arbeiten die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen in der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) strategisch eng zusammen. Durch Bündelung der Kräfte werden die Leistungen der drei Partneruniversitäten ausgebaut. Unter dem Motto "gemeinsam besser" gibt es inzwischen über 100 Kooperationen in Forschung, Lehre und Verwaltung.

Mit mehr als 115.000 Studierenden und nahezu 1300 Professorinnen und Professoren gehört die UA Ruhr zu den größten und leistungsstärksten Wissenschaftsstandorten Deutschlands.

Quelle: RP
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