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Duisburg
Ausbildung - so wertvoll wie ein Hochschulstudium

Duisburg. In seiner jüngsten Sitzung diskutierte der Verwaltungsausschuss der Agentur für Arbeit Duisburg die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt. 1.320 Jugendliche, die noch keine Ausbildungsstelle haben (208 mehr als im Vorjahr) und 35 Prozent mehr unbesetzte Ausbildungsstellen (1134) ließen aufhorchen und führten zu einer intensiven Diskussion.

Die Situation am Duisburger Ausbildungsmarkt ist unbefriedigend, wenn auch die Ursachen vielfältig sind. Einige Unternehmen bilden nicht mehr aus - manchmal auch wegen schlechter Erfahrungen. Andere warten sehr lange auf den Wunschbewerber. Auf der Bewerberseite gibt es einige Jugendliche, die ihre Ausbildungssuche zu spät beginnen oder mit den schulischen Vorleistungen unrealistische Berufswünsche haben.

Angelika Wagner (DGB-Regionsgeschäftsführerin) - aktuell Vorsitzende des Verwaltungsausschusses - appelliert an die Betriebe, sich auch auf Bewerber einzulassen, die die Erwartungen des Betriebes nicht auf Anhieb erfüllen. "Ich habe vollstes Verständnis für den Wunsch, den idealen Bewerber für eine Ausbildungsstelle zu erhalten. Es gibt aber viele Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit, gerade wenn ein Jugendlicher Probleme mit den schulischen Leistungen hat oder wenn erst ein Praktikum gewünscht ist, um den jungen Menschen näher kennen zu lernen. Das sollten die Arbeitgeber jetzt auch nutzen!"

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbandsgruppe und stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses, sieht auch die Jugendlichen in der Pflicht. "So flexibel, wie die Betriebe bei den Anforderungen an die jungen Menschen sein sollten, so flexibel sollten die Jugendlichen auch beim Berufsziel sein. Wichtig ist, dass man motiviert und zuverlässig ist, und echtes Interesse am Unternehmen und der Ausbildung zeigt." Dann werde im Auswahlverfahren bei einer etwas schlechteren Schulnote auch mal ein Auge zugedrückt. "Wichtig ist, dass wir alle gemeinsam noch viel stärker als bisher die Chancen der Berufsausbildung unterstreichen. Die duale Ausbildung ist so wertvoll wie ein Studium - das muss die Botschaft an junge Leute sein."

Der Verwaltungsausschuss, in dem Arbeitnehmer-, Arbeitgeberseite und öffentliche Hand vertreten sind, überwacht und berät die Agentur für Arbeit bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Die Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung sind zwei Hauptaufgaben der Agentur für Arbeit. Astrid Neese, Leiterin der Agentur für Arbeit, macht deutlich, dass alles getan wird, Ausbildungsbewerber und Betriebe zusammenzubringen.

Der Endspurt kommt jetzt in die heiße Phase. Arbeitsagentur und jobcenter hätten jüngst in einer Vermittlungsbörse 170 der noch unversorgten Jugendlichen intensiv beraten und dabei rund 650 Vermittlungsvorschläge weitergeben können. "Die aktuelle Situation erfordert Anstrengung und Kompromissbereitschaft bei allen Beteiligten."

Quelle: RP
 
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