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Duisburg
Ausnahmepianist begeisterte bei untergehender Sonne

Duisburg. Dieser Ort ist wie geschaffen dafür Tradition und Moderne, Wirtschaft und Kultur zusammenzubringen: Vom "Ophardt-Auditorium" in Ruhrort ist hier die Rede, wo am Samstag ein faszinierendes Konzert mit dem niederländischen Ausnahmepianisten Mike Roelofs auf dem Programm stand. In einem solch einmaligen Seh- und Hörambiente waren die 66 nur zur Verfügung stehenden Plätze natürlich alle restlos weg. Entdecker dieser einzigartigen Location für derartige Veranstaltungssymbiosen ist der stets rastlose Mo(dera)tor des Kreativquartiers Ruhrort, Heiner Heseding. Von Olaf Reifegerste

Zusammen mit dem Konzertveranstalter Eckart Pressler hob er diesen musikalischen Leckerbissen im Beisein von Hermann und Thomas Ophardt, dem Senior- und Juniorchef des Familienunternehmens Ophardt-Maritim, aus der Taufe. Sogar der Titel des Konzertes "Leaving the Valley of the Shadow" war wie geschaffen für diesen Ort zu dieser Zeit. Denn Roelofs spielte seine Klavierimprovisationen zur langsam untergehenden Sonne, die ihrerseits mehr und mehr lange Schatten von Tausendfensterhaus und altem Werfthafen warf, so dass sich dem Publikum dort zu später Stunde eine schön anzusehende Skyline bot.

Das Musik-Repertoire des äußerst sympathisch auftretenden Klaviervirtuosen, dem in Fachkreisen eine große Zukunft vorausgesagt wird, scheint unerschöpflich. Nicht nur, dass er solistisch wie auch in verschiedenen Ensembleformationen agiert, als Komponist und Musiker beherrscht er sein Instrument von der E- bis zur U-Musik absolut überzeugend. Die in Ruhrort vorgetragenen Titel waren überwiegend neue Werke und komplette Improvisationen. "Meine Stücke sind wie Klangfarben" erläuterte er seine Vortragsweise. "Freiheit in der Musik wie im Leben sind mir wichtig!"

Sein hinsichtlich Melodie, Harmonie und Rhythmus vielseitig angelegtes Spiel war ruhig - mal in Richtung Jazz gehend, mal in Richtung Klassik, wo Klangansätze von Debussy und Ravel, Rachmaninow und Gershwin vernehmbar waren. Nach der Ansage "Jetzt werde ich etwas experimentieren", präsentierte er den Song "Teardrop" von Massive Attack aus dem Jahre 1998 in einer gelungenen ein- bis zweistimmigen Interpretation pfeifend zum Pianospiel. Großer herzlicher Beifall

Quelle: RP
 
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