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Duisburg
Ausschreibung für neuen Wirtschaftshof

Duisburg: Ausschreibung für neuen Wirtschaftshof
Der Wirtschaftshof des Zoos ist in einem baulich so desaströsen Zustand, dass er abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden muss. FOTO: Andreas Probst
Duisburg. Das Betriebsgebäude im Zoo ist nur noch abbruchreif. Zoo-Aufsichtsratschef Dr. Joachim Bonn hat sich dafür stark gemacht, dass 5,6 Millionen Euro aus dem Bundes-Investitionsprogramm zum Kaiserberg fließen. Von Hildegard Chudobba

Der Duisburger Zoo hat jährlich rund eine Million Besucher. Allein diese Zahl ist schon ein Hinweis darauf, welchen Stellenwert die Anlage für unsere Stadt hat. Und sie macht gleichzeitig deutlich, dass der Tierpark - aller Konkurrenz zum Trotz - noch immer eine sehr große Anziehungskraft hat.

Dr. Joachim Bonn, Aufsichtsratsvorsitzender des Zoos, sieht das genau so. Weil der Tierpark ein so wichtiger Imageträger Duisburgs ist, sorgt er als hiesiger Sparkassenchef mit dafür, dass Spendenerträge aus seinem Haus nicht nur in Kultur, Sport und Soziales fließen, sondern eben auch in Richtung Kaiserberg. Mit Fug und Recht kann er in Anspruch nehmen, dass kein anderer Geldgeber dem Zoo so verlässlich und schon so lange unter die Arme greift.

Immer wieder gab es in der mehr als 80-jährigen Geschichte der Einrichtung Sponsoren für große Einzelprojekte. Das ist sehr wichtig. Doch genau so entscheidend ist es, dem Tierpark dort unter die Arme zu greifen, wo der "Ohhh"-Effekt vielleicht etwas kleiner ist. Dass am Kaiserberg beispielsweise eine neue Wege-Beschilderung aufgestellt wurde, war möglich, weil die Sparkasse dafür das Geld gab. Eine neue Funksprechanlage ist nicht unbedingt plakativ. Aber das Duisburger Geldinstitut hat hierfür dennoch seinen Betrag geleistet, damit die Kommunikation des Personals untereinander zur Sicherheit der Besucher verbessert wird.

Das sind nur zwei von vielen Beispielen, die Dr. Bonn anführt, wenn er nach dem Sponsoring der Sparkasse (sie hat bekanntlich gerade erst die Beutelteufelanlage möglich gemacht) gefragt wird.

Traditionell hat das Unternehmen im Zoo-Aufsichtsrat den Vorsitz, und so war Joachim Bonn vor drei Jahren auch sofort bereit, diese Tradition fortzusetzen. Begünstigend kam wohl hinzu, dass er seit jeher ein Tierpark-Fan ist, sogar ganz früher mit dem Gedanken gespielt hatte, Zoodirektor zu werden.

Für Duisburg ist es vielleicht besser, dass er diesen Berufsweg nicht eingeschlagen hat, sondern als Sparkassenchef die Angelegenheiten des Zoos mitgestaltet. Seit seinem Amtsantritt ist eine Menge bewegt worden. Und müsste er heute der Anlage eine Schulnote geben, so wäre es mindestens eine glatte Zwei.

Mitgewirkt hat Bonn unter anderem entscheidend an der Einbindung des DVV-Konzerns und der Wirtschaftsbetriebe. Zusammen mit den beiden großen städtischen Gesellschaften lasse sich am Kaiserberg nun manches bewegen, was vorher nicht ging, sagt er. Und zu Bonns Verdiensten gehört gleichfalls, dass der Zoo von dem Millionen-Förderpaket des Bundes für Infrastrukturmaßnahmen profitiert. Nachdrücklich hatte er sich dafür bei OB Link eingesetzt, der dafür ein offenes Ohr hatte. Herausgekommen ist, dass nun 5,6 Millionen Euro in den Bau eines neuen Wirtschaftshofes fließen.

Davon werden die Besucher wenig haben, die Mitarbeiter aber um so mehr. Denn die alten dortigen Behausungen waren eine Katastrophe. Im Wirtschaftshof haben die Mitarbeit zum Beispiel ihre Umkleideräume und Duschen. Dort wird auch das Futter für die Tiere gelagert, zerschnitten, portioniert etc.

Zwei Jahre wird der Bau dauern, der in wenigen Wochen ausgeschrieben wird. Bonn hofft, dass 2018 der erste Spatenstich erfolgen kann. Geldspritzen wie diese könnte der Tierpark jederzeit gut gebrauchen, aber weil das eher Traum als Wirklichkeit ist, wird am Kaiserberg eben in kleinen Schritten umgesetzt, was nötig ist. Als nächstes würde Bonn gerne die Baustellen Elefantenhaus und Affenhaus angehen - ein 20-Millionen-Euro Projekt. Das geschieht weniger aus optischen Gründen, sondern vor allem, um neue europäische Sicherheits- und Tierhaltungsvorschriften erfüllen zu können. Seine Tätigkeit im Zoo wird vielleicht dem Sparkassenchef mehr Freude bereiten als die in anderen Gremien, Vereinen und Verbänden, in denen er noch aktiv ist (oder sein muss). Doch wer glaubt, dass ein solcher "Zoo-Job" reines Vergnügen ist, der täuscht sich. Wenn Bonn mit Zoodirektor Winkler durch die Anlage geht, dann immer unter Zeitdruck und von wichtigen Aufgaben getrieben. Zum Glück aber hat der Sparkassenchef Neffen und Nichten, mit denen er an Wochenenden ganz privat zum Kaiserberg kommt und dann seiner Leidenschaft nachgeht, die ihn beinahe zum Zoodirektor hätte werden lassen.

Quelle: RP
 
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