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Ausstellung in Duisburg
Das Ruhrgebiet und seine Büdchen

So sahen Büdchen in Düsseldorf aus
So sahen Büdchen in Düsseldorf aus FOTO: Archiv-Brzosa
Duisburg. Jede dritte deutsche Trinkhalle soll im Ruhrgebiet zu finden sein. Eine Fotoausstellung im Museum DKM widmet sich dieser kultigen Verkaufstradition. Am 20. August wird der "Tag der Trinkhalle" gefeiert. Von Olaf Reifegerste

Man nennt sie Bude oder Büdchen, Kiosk oder Trinkhalle. Seit über 100 Jahren gibt es sie hierzulande. Jede dritte deutsche Trinkhalle soll im Ruhrgebiet stehen. Von ungefähr 40.000 in der Republik sind angeblich 12.000 bis 15.000 allein hier anzutreffen. Sie sind Kult im Pott. Von daher hat die Metropole Ruhr 2016 zum Jahr der Trinkhalle erklärt.

Budenzauber in Duisburg: Unsere schönen Trinkhallen im Revier FOTO: Christian Schwerdtfeger

Der Regionalverband Ruhr und die Ruhr Tourismus GmbH werden die Budenkultur dieser Region mit einem "Tag der Trinkhallen" am 20. August revierweit feiern. Das wiederum war Anlass für das renommierte Duisburger Museum DKM die Fotoausstellung "Trinkhallen und mehr. Tata Ronkholz" ins Leben zu rufen. 27 Bilder insgesamt zieren nun die Wände im Erdgeschoss des Hoftraktes, 17 davon mit Motiven von Trinkhallen aus Nordrhein-Westfalen.

Fotos etwa aus Duisburg, Düsseldorf oder Leverkusen

Neun Aufnahmen wiederum stammen aus dem Ruhrgebiet, sechs davon aus Duisburg. Fünf Fotos bilden Trinkhallen ab, die in Wedau stehen oder standen und ein Bild wurde in Rheinhausen gemacht. Die restlichen Trinkhallen-Fotos des Reviers stammen aus Oberhausen und Bochum, während die des Rheinlandes in Düsseldorf, Neuss, Leverkusen und Köln aufgenommen wurden.

Fotografiert hat die ausgestellten Trinkhallenbilder die 1940 in Krefeld als Roswitha Tölle geborene und 1997 in der Nähe von Köln verstorbene Tata Ronkholz. Bevor sie 1977 mit ihrem Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf begann, widmete sie sich zunächst ausgiebig der Architektur und Innenarchitektur sowie dem Produktdesign. Von 1978 an besuchte sie zusammen mit Thomas Ruff, Candida Höfer und Thomas Struth die in der Kunstszene legendär gewordene Klasse für Fotografie von Bernd Becher.

In ihren Fotografien dokumentiert Ronkholz die eigenwillige Gestaltung der kleinen Bauten und ihre Eingliederung in die sie umgebende Architektur. "Ich wollte das Büdchen um die Ecke in seiner ganzen Liebenswürdigkeit zeigen", lautet ihr Credo für diese fotografische Arbeit, die in den Jahren zwischen 1978 und 1985 entstanden ist. Ihre nüchternen und menschenleeren, ausschließlich in schwarz-weiß gehaltenen Dokumentationen der für das Rheinland und das Ruhrgebiet charakteristischen Trinkhallen werden somit zum Zeugnis geschichtsreicher Alltagskultur.

Ausstellung bis zum 28. August zu sehen

Ergänzt werden diese Fotos noch durch weitere Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus dem Kölner und Düsseldorfer Rheinhafen sowie zwei Farbfotos, darunter einem Porträt von der Künstlerin selbst.

Die Fotoausstellung ist noch bis einschließlich Sonntag, 28. August, zu sehen. Das Museum DKM (Güntherstraße 13-15, 47051 Duisburg) ist während dieser Zeit jeweils samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet – auch am 20., dem Trinkhallen-Tag, mit einer Sonderführung zum Thema "Dokumentarfotografie" um 15 Uhr. Der Eintritt beträgt im Normaltarif zehn Euro, ermäßigt für Schüler und Studenten fünf Euro.

Weitere Informationen stehen auf der Museumshomepage unter www.museum-dkm.de und unter unter www.tagdertrinkhallen.ruhr im Internet.

Quelle: RP
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