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Duisburg
Auszug - Umzug - Einzug

Duisburg: Auszug - Umzug - Einzug
Im neuen Domizil der evangelischen Schifferseelsorge an der Dr.-Hammacher-Straße 10 in Ruhrort (von links): Günter Althoff, Stephan Blank, Ralf Schirmer, Frank Wessel und Gitta Samko. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Das Haus der Schiffergemeinde ist jetzt in Ruhrort. Frank Wessel und seine Mitarbeiter sind von Homberg an die Dr.-Hammacher-Straße auf die andere Rheinseite umgezogen. Von Olaf Reifegerste

Mit einem "Hello again!" meldete sich diese Woche das Haus der Schiffergemeinde von seinem neuen Standort aus in Ruhrort zurück. Nach dem Abschied aus Homberg im Mai und dem Umzug in die Dr.-Hammacher-Straße 10 im August und September haben Leiter Frank Wessel und seine Mitarbeiterin, die Sozialpädagogin Gitta Samko, jetzt die neuen Räumlichkeiten erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Eingeladen hatten die beiden sowohl Vertreter aus dem Hafenstadtteil als auch aus ihrem gewerblichen Umfeld.

So waren Stephen Assenmacher von der Christengemeinde und Günter Althoff von der katholischen Kirchengemeinde St. Michael, Dr. Bernhard Weber, Leiter des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt und Mitmoderator des Kreativquartiers Ruhrort, Frank Wittig, Vorsitzender der Schifferbörse zu Duisburg-Ruhrort und zugleich Vizepräsident der niederrheinischen IHK, Klaus Ridderskamp, Leiter und Kapitän des Schulschiffes "Rhein", einer Aus- und Weiterbildungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB), sowie Ralf Schirmer von der Wasserschutzpolizei in Duisburg unter den Gästen, die den "Neuankömmlingen" des Evangelischen Binnenschifferdienstes und der Deutschen Seemannsmission viel Glück im neuen "Heimathafen Ruhrort" wünschten. Passender hätte der Zeitpunkt des Neueinzugs gar nicht gewählt werden können, veranstaltet das Kreativquartier dieser Tage doch das "Pipelines Festival/Ankunft im Quartier" (die RP berichtete) gleich nebenan im Gemeindehaus Ruhrort.

"Wir freuen uns sehr, dass wir hier sind", sagte Pfarrer Wessel in seiner Begrüßung, sichtlich erleichtert von den Anstrengungen des Umzugs wie der Auflösung des alten Standorts - vor allem aber vom Ende der Ungewissheit, ob und wie es mit der Schiffergemeinde weitergeht. "Eine große Last konnten wir ablegen und ein langer Weg liegt hinter uns. Doch jetzt sind wir hier und heilfroh, dass wir weitermachen können - nicht für uns, sondern für die Menschen im Hafen", so Wessel.

Als Repräsentant des evangelischen Kirchenkreises Duisburg, zu dem der Binnenschifferdienst und die Seemannsmission gehören, überbrachte Stephan Blank nicht nur Grüße von Superintendent Armin Schneider, sondern freute sich als dessen Stellvertreter, dass die Arbeit fortgesetzt werden könne, noch dazu in diesem äußerst lebendigen Stadtteil, einem idealen Treffpunkt von Stadt und Wasser. Auch wenn die vorgenommenen Einschnitte in die Arbeit der Schiffergemeinde gravierend gewesen seien, so Blank weiter - reduziert um die offene Jugendarbeit und mit weniger Finanzen und Personal -, der Binnenschifferdienst und die Seemannsmission blieben vor Ort und die Gemeinde an der Seite der Menschen.

"Auch wenn wir uns offiziell von der offenen Jugendarbeit verabschieden mussten", erklärte Wessel, "fallenlassen werden wir die Schifferjugend nicht, zumal ich nach wie vor am Schifferberufskolleg unterrichte." Zwar hat die neue Einrichtung in Ruhrort nur noch gut 100 Quadratmeter an Fläche - gegenüber rund 2000 Quadratmetern seinerzeit in Homberg -, doch es gibt immerhin zwei Büros, einen großen Gruppenraum mit Rezeption (auch wenn es keine Unterbringungszimmer mehr gibt) und einen kleineren mit Küche, eine Abstellkammer und einen Innenhof, in dem man bei gutem Wetter auch grillen könne, wie Samko betonte.

Zum Personalstamm gehören neben dem Seelsorger und der Diakonin nur noch ein Praktikant und ein Jugendlicher, der sich im FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) befindet. Demzufolge werden sich ab sofort und öffentlich wahrnehmbar die Präsenzzeiten im Haus der Schiffergemeinde ändern. "Wir werden nur noch Montag- und Freitagvormittag für den Publikumsverkehr geöffnet haben", räumte Wessel ein, "ansonsten sind wir mit unseren beiden Teams im Hafengebiet. Da gehören wir auch hin." Samko wird weiterhin vorrangig die Seeschiffer betreuen, während Wessel sich wie bisher vornehmlich um die Binnenschiffer kümmern wird. Außerdem wolle man, so Wessel weiter, stärker in Sachen Kooperationen unterwegs sein, ob mit dem Schulschiff, dem Museum oder mit den anderen christlichen Gemeinden und Einrichtungen. Wessel: "Die Streichung des Gesamtzuschusses von zuletzt 67.000 Euro jährlich ist vom Tisch. Ab 2016 haben wir an Budget noch 40.000 Euro in unserer Haushaltsposition - vor allem aber haben wir unser Kirchenschiff, die "Johann Hinrich Wichern", erhalten können."

Quelle: RP
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