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Duisburg
Autobahnbaustellen schaden Handel

Duisburg: Autobahnbaustellen schaden Handel
Die Claubergstraße liegt zwar unmittelbar an der Kö. Doch sie sieht längst nicht so attraktiv aus wie die Wallstraße. FOTO: christoph Reichwein
Duisburg. Die Umsätze im Einzelhandel in der Innenstadt waren zuletzt nicht wie erwartet. Der Verband hofft, dass von Neubauprojekten wichtige Impulse ausgehen. Von Cornelia Brandt

Am kommenden Wochenende werden in Duisburg wieder Tausende zusätzliche Besucher erwartet. Denn dann lockt das 26. Kunsthandwerkerfestival (siehe Infokasten) als erste große Freiluftveranstaltung in der Region. Am Sonntag haben die Geschäfte ab 13 Uhr geöffnet. "In den Leitbranchen Textil, Lederwaren und Schuhe waren die Umsätze zuletzt nicht so gut. Wir hätten das Hoch ,Karen' vor ein paar Wochen gerne noch länger gehabt", sagt Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes. Sicherlich würde der eine oder andere Kunde vom Niederrhein auch durch die Baustelle auf der A40-Rheinbrücke davon abgehalten, für seine Einkäufe in die Duisburger City zu kommen. "Über Ostern waren in den Verkehrsnachrichten immer zwei bis drei Kilometer Stau vor der Rheinbrücke zu hören. Da überlegen sich die Besucher das schon mal." Auch wenn Bommann das nicht bagatellisieren will, so findet er, dass Wartezeiten von im Schnitt fünf bis 15 Minuten, um die Autobahnbrücke zu passieren, gerade noch eben gingen. "Vor 15 Monaten hat uns schon die Baustelle auf der A59 stärker beschäftigt", so Bommann. "Bei einer Umfrage hatten zehn Prozent der Händler damals Umsatzverluste angegeben. Das hat sich dann aber eingependelt."

Aktuell mache jeder die Faust in der Tasche, "aber lieber einspurig in die Innenstadt, als total gesperrt. Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen müssen gemacht werden. Verkehrssicherheit geht vor", so Bommann. Insgesamt sieht der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes die Entwicklung der Duisburger Innenstadt positiv. Insbesondere im Bereich des Forums und des City-Palais. "Natürlich haben wir auch kleine ,Problemzonen'", gibt er zu. Die Tonhallenpassage und die Claubergstraße etwa. Die lägen zwar auch mitten in der Stadt, aber doch ein Stück daneben. Dass dies kein Grund ist, dass solche Bereiche weniger attraktiv sein müssen, zeigt zum Beispiel die Wallstraße, die sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Hingucker entwickelt hat. "Vieles liegt daran, ob die Kaufleute vor Ort sich mit nach vorne bewegen und den Standort positiv darstellen wollen", so Bommann. In bestimmten Quartieren gelinge das einfach besser. "Auf der Claubergstraße ist der Handelsbesatz nicht groß. Auf der Forum-Seite gibt es keine Geschäfte, auf der gegenüberliegenden keinen durchgängigen Besatz." Zudem seien viele der Gebäude nur über drei bis fünf Stufen zu erreichen. "Es ist ein psychologisches Phänomen, dass Kunden nicht gerne Stufen zu Geschäften raufgehen", erklärt er.

Als sehr wichtig für die Zukunft der Innenstadt beurteilt er das geplante Großprojekt in dem Bereich der ehemaligen Bibliothek und des alten Volksbank-Gebäudes an der Düsseldorfer Straße. "So entsteht über die Börsenstraße und die Claubergstraße eine neue Achse für den Kundenlauf." Das FOC (Factory Outlet Center) in Hamborn und die Brache am Hauptbahnhof bewertet Bommann als "Negativplanungen" und fordert, die Stadt solle das Grundstück am Bahnhof zurückkaufen. "Dort sollte man nach dem Foster-Plan Dienstleistungen und Wohnen ansiedeln. Es wäre fatal, wenn die Fläche noch mehrere Jahre brachläge", sagt Bommann.

Quelle: RP
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