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Duisburg
Azubis klagen zum Teil über schlechte Bedingungen

Duisburg. Im Rahmen ihres 10. Ausbildungsreports hat die DGB-Jugend 4200 Auszubildende in Nordrhein-Westfalen befragt, wie zufrieden sie mit ihrer Ausbildung sind. Besonderes Augenmerk legt der Report in diesem Jahr auf die Qualität der Ausbildung in der Berufsschule.

Allein in der DGB-Region Niederrhein (Duisburg, Wesel, Kleve) gibt es 16 Berufsschulen, die laut der Studie ganz unterschiedlich ausgestattet sind. Dabei findet man hochmoderne Berufsschulen, die den Anforderungen der Zeit gerecht werden, aber auch solche, die Nachholbedarf in der Ausstattung haben. "An dieser Stelle ist ganz klar die neue Landesregierung in der Verantwortung nachzubessern", sagt Fabian Kuntke, Jugendbildungsreferent des DGB Niederrhein. "In diesem Jahr haben über 800 Azubis aus unserer Region an der Befragung teilgenommen und bescheinigen ihrer Ausbildung ganz unterschiedliche Noten." Nicht nur an den Berufsschulen, auch in vielen Betrieben gebe es strukturelle Probleme bei der Ausbildung, führt Fabian Kuntke weiter aus.

"Zwar ist mit 71 Prozent erfreulicherweise die Mehrheit der Jugendlichen mit ihrer Ausbildung im Betrieb zufrieden. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Mehr als ein Viertel der Befragten bescheinigt ihrer betrieblichen Ausbildung eine unzureichende Qualität."

Dabei seien es seit Jahren nahezu die gleichen Berufe, die schlechte Bewertungen bekämen. "Während angehende Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker und Bankkaufleute besonders zufrieden sind, sind es mal wieder die künftigen Friseure, zahnmedizinischen Fachangestellten und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, die über schlechte Ausbildungsbedingungen klagen."

Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen seien diese Auszubildenden überdurchschnittlich häufig von langen Arbeitszeiten und Überstunden betroffen, litten unter einer schlechten Anleitung und bekämen eine niedrigere Ausbildungsvergütung. "Obwohl wir die Problembranchen seit Jahren identifiziert haben, erleben wir kaum Anstrengungen der Arbeitgeber, die strukturellen Probleme anzugehen und zu lösen", so Kuntke. Vor diesem Hintergrund dürfe man sich über erhöhte Abbrecherzahlen und Schwierigkeiten, überhaupt Azubis zu finden, nicht wundern.

Quelle: RP
 
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