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Duisburg
Bänder verbinden, was zusammengehört

Duisburg: Bänder verbinden, was zusammengehört
Links: Pfarrer Matthias Immer mit dem Band in der Kirchstraße, rechts am Bildrand der Turm der Kirche der Gemeinde Essenberg-Hochheide. FOTO: Ev. Kirche
Duisburg. Mit der Aktion soll die ökumenische Arbeit der Kirchen in Homberg unterstrichen werden.

Sonntag, 12 Uhr, die Glocken in allen Kirchen in Homberg und Hochheide läuten für 10 Minuten: "Wir haben es geschafft", ruft Matthias Immer den Frauen und Männern zu, die hier in der Hochheider Kirchstraße ein langes gestricktes Band halten. "Wir haben alle evangelischen und katholischen Kirchen in den Stadtteilen miteinander verbunden", freut sich der Pfarrer der Evangelischen . Kirchengemeinde Homberg. Jahrelang hatten freiwillige Helferinnen und Helfer viele Meter Wolle zu langen Bändern verstrickt, immer 17 Maschen pro Reihe, um einen zusammengeknotet 7,5 Kilometer langen Schal rechtzeitig zum 9. Juli 2017 fertig zu bekommen. Mit der Aktion etwa 17 Wochen vor dem Reformationstag am 31. Oktober sollte deutlich werden, dass evangelische und katholische Christinnen und Christen vor Ort schon längst gut zusammenarbeiten. Etwa mit der Tafel "Hochheider Tasche"; mit der Schulmaterialkammer für Schüler aus weniger gut betuchten Elternhäusern; Oder mit dem Café Klamotte, das günstige und schicke Second-Hand-Kleidung, Spielsachen und Bücher verkauft, aber auch als preiswertes Café Treffpunkt im Stadtteil ist und bei Bedarf über Beratungs- und Hilfsangebote der Kirchen und ihre sozialen Dienste informiert. Die Reformation hatte vor 500 Jahren die damalige Kirche verändern sollen. Anders als von Martin Luther gedacht, ist die Veränderung aber nicht einheitlich geblieben. Stattdessen sind mit der Evangelischen Kirche und der römisch-katholische Kirche zwei Kirchen entstanden. "Theologisch gibt es sicher immer noch verschiedene Ansichten", sagt Doris Kroniger, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinden Essenberg-Hochheide und Homberg. "Aber in der Praxis vor Ort spielt das keine Rolle. Diese Verbundenheit wollten wir mit unserer Aktion sichtbar machen."

Doris Kroniger und Kollege Matthias Immer sind stolz, dass so viele mitgewirkt und darauf geachtet haben, dass die Bänder keine Sicherheitsrisiken darstellen. "Kreuzungen oder Straßeneinmündungen durften nicht überspannt werden, das wäre ja zu gefährlich für den fließenden Verkehr gewesen. Deswegen mussten wir die paar Meter quer über die Fahrbahn immer aussparen. Aber wir hatten dank der fleißigen Hände in den Gemeinden noch so viele Bänder übrig, dass es gereicht hat" so Matthias Immer. Und Doris Kroniger hat auch schon weitergedacht, was mit den langen Bändern passieren soll: "Wir können daraus z. B. Sitzmuffs, Sitzhocker, Zelte für Kinder, Teppiche, Liegestühle etc. nähen - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt."

Quelle: RP
 
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