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Duisburg
Bahnen können nicht ausweichen

Duisburg: Bahnen können nicht ausweichen
Stau in Ruhrort: Daran haben sich viele schon gewöhnt. Nachdem die Vinckebrücke inzwischen neu gebaut wurde, sieht es im weiteren Verlauf des Karl-Lehr-Brückenzuges schlechter aus. Bis 2020 geht das Geduldsspiel weiter. FOTO: Andreas PRobst
Duisburg. Die angekündigte Teilsperrung auf dem Karl-Lehr-Brückenzug wird für die DVG zum Problem. Denn staut sich dort ab kommender Woche der Verkehr, kommen auch die Bahnen nicht vorwärts. Von Hildegard Chudobba

Eher am Rande wurden die Mitglieder des DVG-Aufsichtsrates am Donnerstag darüber informiert, dass die Stadt die Brücken über die Ruhr und den Hafenkanal bis auf jeweils eine Spur sperren wird (wir berichteten gestern). Gut möglich, dass die Schäden an den beiden vorhandenen Bauwerken vorher nicht bekannt waren und so gravierend sind, dass schnell gehandelt werden muss. Doch die Duisburger Verkehrsgesellschaft stellt diese Einschränkung vor ein großes Problem. Ihre Bahnen sollen pünktlich nach Fahrplan rollen, aber wenn sich Auto- und Schienenverkehr ab der kommenden Woche jeweils eine Spur teilen müssen, könnte das problematisch werden, zumal dort nur noch Tempo 30 erlaubt ist.

Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau der neuen Brücken begonnen werden, so dass die Einschränkungen zunächst bis 2020 befristet sind. Etwa 30 Millionen Euro kostet der zweite Bauabschnitt. Der erste umfasste den Bau der Brücke über den Vinckekanal und wurde im Juni vergangenen Jahres beendet. Anders als dort ist bei dem zweiten Abschnitt allerdings nicht geplant, während der Bauphase eine Behelfsbrücke zu errichten. "Ich halte dies für ratsam", sagt Frank Heidenreich, CDU Ratsherr und Vorsitzender der Christdemokraten im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Ein solches Provisorium koste etwa vier Millionen Euro und könne entschieden dazu beitragen, dass der Verkehr zwischen Ruhrort und Kaßlerfeld noch rollen kann. "Ich kann mir vorstellen, dass ein solches Projekt sogar vom Land gefördert wird", sagt er. Bekanntlich verbindet der Karl-Lehr-Brückenzug die Innenstadt mit Ruhrort. Neben dem Individualverkehr ist er für den Hafen von großem Belang, denn unterhalb der langen Brücke sitzen etliche Logistiker und hat auch die Hafengesellschaft duisport ihren Sitz.

Bei der DVG würde eine Behelfsbrücke mit Sicherheit gut ankommen. Sie wurde von der Teilsperrung kalt erwischt. Mit Sorgen denken die Verkehrsexperten nun daran, was passiert, wenn es ab kommender Woche auf der Brücke zu einem Unfall kommt, der eine, im schlimmsten Fall sogar beide Fahrspuren blockiert. Dann stehen nicht nur die Autofahrer im Stau, sondern auch die Straßenbahnen. Über den Brückenzug fährt die Linie 901 (Obermarxloh-Mülheim)und befördert Fahrgäste aus weiten Teilen des Duisburger Nordens in die Innenstadt und zurück. Während die Autofahrer zur Not noch auf andere Routen ausweichen können, gilt das für die Straßenbahn nicht. Kommt sie nicht durch, warten die Fahrgäste an den Haltestellen vergebens.

Während des Baus des ersten Abschnitts des Karl-Lehr-Brückenzuges hat sich zudem gezeigt, wie sensibel ein Eingriff in den Straßenverkehr an dieser Stelle ist.

Über viele Monate staute sich dort der Verkehr von und nach Ruhrort, und das nicht nur in der Zeit, als auch noch die A40 Rheinbrücke zwischen Neuenkamp und Homberg gesperrt werden musste. Dass sie ziemlich marode ist, das ist hinlänglich bekannt und auch, dass eine erneute Sperrung wohl leider eher nur eine Frage der Zeit als ausgeschlossen ist.

Quelle: RP
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