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Duisburg
Bahnhof ist Ziel vieler Taschendiebe

Duisburg. Die Diebstähle von Taschen, Wertsachen und Geld haben in den vergangenen Jahren akut zugenommen. Bahnhöfe wie Duisburg, an denen viele umsteigen, sind prädestiniert für diese Art von Kriminalität. Von Carolin Skiba

Diebstähle in Zügen und Bahnhöfen haben in den vergangenen Wochen und Monaten drastisch zugenommen, wie die Bundespolizei kürzlich mitteilte. Von 35.800 Fällen im Jahr 2014 ist die Anzahl der Fälle im Folgejahr auf 44.800 gestiegen. Gerade auch in Duisburg ist die Diebstahlrate hoch, ist der Bahnhof ein Dreh- und Angelpunkt im Bahnverkehr, über den zahlreiche Verbindungen laufen.

Bekannt sei das Problem schon lange, sagt Armin Roggon, Pressesprecher der Bundespolizei. Darum habe man eine Fahndungsgruppe in Zivil gegründet, die seit 2014 im Einsatz ist. "Diese Fahndungskomponente reist in den Zügen mit und nimmt die Täter ins Visier, oft bereits bevor sie zuschlagen können", sagt Roggon. Dann werden sogenannte Gefährderansprachen gehalten und den mutmaßlichen Tätern Platzverweise erteilt. Oft greifen die Beamten aber auch "auf frischer Tat" zu. Und das mit großen Erfolg. Rund 600 bis 700 Festnahmen habe es seit der Gründung bereits gegeben. Dabei müsse man unterscheiden, ob es sich um professionelle Täter handele, die "ihr Handwerk beherrschen", wie Roggon sagt. "Diese Täter kennen sämtliche Tricks und nutzen oftmals das Gedränge an Bahnhöfen, um Reisende zu bestehlen." Nicht selten kämen Rasiermesser zum Einsatz, mit denen die Taschen aufgeschnitten und entleert werden, bevor der Betroffene etwas merkt. "Sie beobachten ganz genau, achten auf jede Kleinigkeit. Für die Täter ist es oftmals ein leichtes, an das Hab und Gut anderer Leute zu kommen", warnt Roggon. Andere Täter würden die Gunst der Stunde nutzen, wenn ein Gepäckstück unbeaufsichtigt herumsteht und dann zuschlagen. Auch die Duisburger Kollegen seien sensibilisiert, würden extra geschult, um Verdächtige ausmachen zu können. Zum großen Teil sind es Täter oder Gruppen aus Nordafrika, Algerien, Marokko, aber auch Ost- oder Südeuropäer, Klaukids oder polnische Gruppen, weiß Roggon. Auch international reisende Täter aus Südamerika seien unterwegs. Roggon: "Gerade wenn größere Messen oder Veranstaltungen in Duisburg sind, reisen die Diebe an." Viele Messebesucher, etwa aus Kolumbien, hätten Bargeld dabei, um kein Geld wechseln zu müssen. Das wüssten die Täter und könnten große Beute machen.

An Bahnhöfen wie Duisburg, die Verbindungen in zahlreiche Richtungen böten, sei das Risiko eines Überfalls besonders hoch. Die Bundespolizei empfiehlt, nicht offen mit Bargeld zu hantieren und Kreditkarten, Papiere oder Geld sowie andere Wertsachen am besten in verschlossenen Innentaschen eng am Körper zu tragen. Frauen sollten daran denken, Handtaschen geschlossen zu halten.

Quelle: RP
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