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Duisburg
"Bandido-Prozess" - Polizei bleibt gelassen

Polizei durchsucht "Bandidos Place"
Polizei durchsucht "Bandidos Place" FOTO: Andreas Probst
Die Polizei Duisburg sieht dem am Donnerstag beginnenden "Bandido-Prozess”, bei dem ein "Hells-Angels"-Mitglied wegen Mordes an einem "Bandido” angeklagt wird, gelassen entgegen. Nichts deute auf Krawalle hin, so die Polizei. Von Christian Schwerdtfeger

Nach dem tödlichen Schuss auf einen SEK-Beamten durch ein Mitglied der Rockerbande "Hells Angels” am Mittwoch in Rheinland-Pfalz und den aufflammenden Rockerkrawallen in Kiel und Berlin blicken viele jetzt mit Sorge auf den am Donnerstag in Duisburg beginnenden "Bandidio-Prozess”.
Nach Meinung der Polizei bestehe allerdings kein Grund dazu. "Wir haben noch keine Hinweise darauf, dass Rocker aus anderen Städten zum Prozess nach Duisburg kommen werden”, sagt Ramon van der Maat, Pressesprecher der Polizei Duisburg.

13 Verhandlungstage angesetzt

Der Mordprozess um den Tod eines Mitglieds des Motorradclubs "Bandidos”, das am 8. Oktober auf der Charlottenstraße im Duisburger Rotlichviertel aus einem fahrenden Auto heraus erschossen wurde, beginnt am Donnerstag um 11 Uhr im Landgericht Duisburg. Zunächst sind 13 Verhandlungstage angesetzt. Auf der Anklagebank sitzt ein 31-jähriges Mitglied der mit den "Bandidos” verfeindeten Rockerbande "Hells Angels”. Er wird wegen heimtückischen Mordes und zweifach versuchten Totschlags angeklagt.

Der 31-Jährige, der sich am 9. Oktober vergangenen Jahres, also einen Tag nach der Bluttat, selbst der Polizei stellte, soll der Todesschütze gewesen sein. Anschließend soll er noch mindestens zwei weitere Schüsse auf zwei Frauen abgegeben haben. Die beiden Kugeln verfehlten glücklicherweise die beiden Frauen. Die Polizei wird innerhalb des Schwurgerichtssaals und des Gerichtsgebäudes für Sicherheit sorgen. Auch wenn die Polizei bisher noch keine Erkenntnisse darüber besitzt, dass Mitglieder der Rockerbanden aus dem ganzen Bundesgebiet nach Duisburg kommen werden, um sich vor dem Gerichtsgebäude zu versammeln und sich möglicherweise eine Straßenschlacht liefern - ­auszuschließen ist das dennoch nicht.

In Münster gab es Krawalle

Bei einem ähnlichen Prozess vor drei Jahren am Landgericht Münster eskalierte die Gewalt auf der Straße zwischen den "Hells Angels” und den "Bandidos”. Damals waren zwei "Bandido”-Mitglieder wegen Mordes an einem "Hells-Angel” angeklagt. Trotz großer Sicherheitsvorkehrungen seitens der Polizei wurden allein am ersten Prozesstag 100 Rocker nach einer Massenschlägerei verhaftet. Auch in Duisburg lieferten sich die beiden verfeindeten Rockergruppen im Spätherbst vergangenen Jahres im Duisburger Rotlichtviertel und vor den Augen der Polizei eine wilde Straßenschlacht. Auch damals behauptete die Polizei zuvor, dass sie die Situation im Griff habe.

 
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