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Duisburg
BAP löst wahre Jubelstürme aus

Duisburg: BAP löst wahre Jubelstürme aus
Wolfgang Niedecken und seine Band nutzten den Auftritt im Duisburger Theater am Marientor als Generalprobe für die Jubiläumstour mit knapp 60 Terminen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Die Band gab in Duisburg das letzte Aufwärmkonzert, bevor die Tour startet. Von Volker Poley

Pünktlich um 19 Uhr erklang der "Dicke Pitter", die mächtigste Glocke des Kölner Doms, im Theater am Marientor. Anlass war das letzte "Warm-up"-Konzert der Kölschrock-Band "Niedeckens BAP" vor dem offiziellen Tourstart in Münster. In Rente geht der mittlerweile 65-jährige Wolfgang Niedecken wohl noch lange nicht, jetzt steht erstmal die "Jubiläumstour" mit knapp 60 Terminen an, die die Band auch nach Österreich und in die Schweiz führt.

Die Musiker um Frontman Niedecken nutzten den Auftritt im TAM zur "Generalprobe", schließlich müssen vor dem Start der Konzertsaison die Songs sitzen und die effektvolle, videounterstützte Bühnenshow stimmen.

Ziemlich genau vor 40 Jahren gründete der junge Niedecken - Spitzname "dä Bapp" - zusammen mit einigen Jungs aus der Kölner Südstadt eine Band, die ihren ersten öffentlichen Auftritt ein Jahr später im Rahmen einer Protestveranstaltung gegen den Bau der geplanten Stadtautobahn hatte. Mit ihren Rocksongs "auf Kölsch" machte die Band, die sich den Namen BAP gab - ein "P" von Niedeckens "Nickname" wurde der besseren Wirkung wegen geopfert - schnell einen Namen. Mittlerweile sind 18 Studio-, sechs Live- und vier Niedecken-Solo-Alben entstanden, die Auftritte der Band sind nicht nur im deutschen Sprachraum auch nach 40 Jahren stark gefragt. Pünktlich zum Jubiläumsjahr produzierte die Band ihr neues Album "Lebenslänglich". Einige dieser neueren Songs gehen mit auf Tour, bei der allerdings die "beliebtesten Lieder" der vergangenen 40 Jahre im Mittelpunkt stehen.

Was die sieben Bandmitglieder bei ihrem dreistündigen Konzert boten, sorgte für Jubelstürme vom Start weg. "Eigentlich seid ihr unsere Versuchskaninchen", scherzte Wolfgang Niedecken mit Blick auf das Publikum, der das "Warm-up" in Duisburg als "Weltpremiere" bezeichnete. Die Besucher im vollbesetzten TAM sahen ein Konzert, bei dem alles stimmte. Rund 30 Songs stellten nicht nur konditionelle Anforderungen an die mitreißend agierende Band, auch die Zuschauer waren in dieser Hinsicht stark gefordert. Ein Rockkonzert, bei dem die Besucher sitzen, funktioniert eben nur bedingt. Das wurde zu Beginn beim BAP-Super-Hit "Aff und zo" deutlich, als die Band mit ihrem "Kölsch Reggae" die Besucher förmlich aus den Sitzen riss. Aber auch die ruhigeren Songs - eindrucksvoll das autobiografische "Alles relativ" vom neuesten Album - beeindruckten sichtlich.

"Absurdistan" ist der einzige Song, bei dem die Band "hochdeutsch" singt. Der kritische Text, der sich mit den von Menschen verursachten weltweiten Problemen befasst ("Viel zu lange haben wir alle akzeptiert, dass man Fakten einfach ignoriert"), wäre "auf Kölsch einfach nur albern gewesen". Aktueller denn je ist BAP's "Arsch huh, Zäng ussenander" mit dem die Band Zivilcourage einfordert und klar Flagge zeigt. Sehr persönlich wirkte Niedeckens - der BAP- Frontman erlitt vor fünf Jahren einen Schlaganfall- "Dä Herrjott meint et joot met mir". Den Saal zum Kochen brachte BAP endgültig mit dem Mega-Hit "Verdamp lang her", mit "Et letzte Lied" war dann nach zahlreichen Zugaben endgültig Schluss. Aus dem "Warm-up" war längst ein hochkarätiges Konzert geworden.

Quelle: RP
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