| 18.17 Uhr

Duisburg
Beach Party mit der perfekten Mischung

Beach-Party an der Wasserskianlage in Duisburg
Beach-Party an der Wasserskianlage in Duisburg FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. 7600 Besucher zog es am Samstag an die Wasserski-Anlage im Strandbad Wedau. Die 45. Ausgabe des Party-Urgesteins lockte junge und alte Besucher gleichermaßen. Die bewährte musikalische Mischung funktionierte auch in diesem Jahr. Von Jonas Schlömer

Schon im tiefsten Duisburger Süden und weit über die City hinaus konnten die Duisburger am vergangenen Samstag die Bässe wummern hören. Die Party-Institution schlechthin, die Beach Party, verwandelte das Strandbad Duisburg-Wedau zum nunmehr 45. Mal in einen brodelnden Hexenkessel, voll mit Schlagern, Alkohol und fragwürdigen Outfits.

Wie in den meisten Jahren zuvor stellte sich das Programm der Riesensause auch in diesem Jahr als ein sorgfältig geplanter Stimmungsgarant heraus. Zwei Bühnen, eine für den Schlager und eine für Rock/Pop, bedienten die gängigsten Partygeschmäcker - und das in einer ohrenbetäubenden Lautstärke. Auf der Bühne an der Wasserskianlage konnten sich Fans der seichten Musik zum Beispiel über Anna Maria Zimmermann freuen, ihres Zeichens einst sechste bei "DSDS". Die Rockbühne lockte vor allem nüchterne und ältere Besucher. Neben handwerklich hervorragenden Bands wie "Eyszeit" und "King Bon" hatten es die Veranstalter auch geschafft, die 70er-Jahre Glamrocksensation "Slade" nach Duisburg zu holen. Einem großen Publikum vor allem durch den Nummer-1-Song "Far Far Away" bekannt, dauerte es am Samstag nur wenige Augenblicke, bis die Briten die Besucher zum euphorischen Mitsingen bewegt hatten.

Wie schon in den vergangenen Jahren setzte das Veranstalterteam auch am letzten Wochenende auf Reform statt Revolution. Die bewährte, große Auswahl an Fressbuden zollte dem Trend der bewussten Ernährung Tribut und wurde um einen "Fresh-Foods"-Truck erweitert. Als neues optisches Highlight haben auf dem Gelände mehrere Verkäufer blinkenden Kopfschmucks aller Art verteilt, von der LED-Sonnenbrille bis zu schillernden Katzenohren konnten die Besucher Eyecatcher in verschieden Ausführungen erstehen. Dieses Angebot wurde hervorragend angenommen und sorgte vor allem zu den späteren, dunklen Stunden für einen beeindruckenden Anblick. Unverändert, und unverändert wichtig, war die hohe Bierwagendichte, ergänzt durch einen Cocktailstand, der für den süßen Alkoholnachschub sorgte. Auffällig, vor allem im Vergleich zu den letzten Partys im Strandbad, war das hohe Aufkommen von Sicherheitskräften. Nicht nur private Kräfte hetzten unermüdlich über das Gelände, um alkoholbedingte Handgemenge zu beenden, auch Polizeikräfte, teils in schwerer Einsatzmontur, zeigten Präsenz auf der ausgelassenen Party.

Ausgelassen, das war die 45. Beach Party ohne Zweifel. Echtes Sommerwetter und diverse Alkoholika sorgten für eine ungezwungene Feiernacht. Der alljährliche Schichtwechsel zwischen jüngerem Publikum am frühen und "erwachsenerem" Publikum am späten Abend vollzog sich auch in diesem Jahr gewohnt flüssig und machte die Beach Party einmal mehr zu einer wahren Mehrgenerationen-Veranstaltung. Und weil der Schlager dank Helene Fischer und Co. sein Stigma als Alte-Leute-Musik offensichtlich verloren hat, störte sich die Generation Y nicht an Musik und Text auf Krabbelgruppenniveau, trank das nächste Bier und brüllte fleißig "Wir sind die Geilsten" wenn der einsame Mann auf der Schlagerbühne das Zeichen gab.

Studentin Christina Büttner hielt sich dabei zwar dezent im Hintergrund, freute sich aber trotzdem über das Komplettpaket der Beach Party. "Die Vielseitigkeit ist die größte Stärke der Veranstaltung. Ausgelassen feiern oder Entspannung, beides ist möglich". Und gerade für die Entspannungsfraktion hatten sich die Veranstalter mit Mark Gillespie und Tom Drost etwas Besonderes einfallen lassen. Auf der Promenade, fernab der beiden Bühnen, spielten die Musiker mit Gitarre, Flöte und Loopmaschine leicht-lockere Loungemusik fürs' Luftholen zwischendurch. Eine Idee, die hoffentlich auch im nächsten Jahr ihren Weg ins Strandbad findet, wenn ein Stück Duisburger Geschichte in die 46. Runde geht.

Quelle: RP
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