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Duisburg
Begeisterndes "Intermezzo" in Duissern

Duisburg. Der amerikanische Star-Vibraphonist David Friedmann sorgt für wahre Begeisterungsstürme. Von Kurt Augustin

Bereits zum dritten Mal waren Karolina Strassmayer und Drori Mondlak mit ihrer Band Klaro zu Gast beim Intermezzo-Konzert in der mit über 300 Besuchern voll besetzten Duisserner Lutherkirche. Und wiederum gelang es den Musikern, das Publikum zu begeistern.

Die Österreicherin, die als erste Frau seit 2004 festes Mitglied der WDR Big Band ist und so mehrfach mit dem Grammy ausgezeichnet wurde, kam erst relativ spät zur Musik, wie sie dem Publikum erzählte. Eine Freundin schenkte ihr ausrangierte Kassetten mit Jazzmusik, darunter Musik von Cannonball Adderly und Miles Davis. Diese Musik begeisterte sie so sehr, dass sie als junges Mädchen das Saxophonspiel erlernte und es zu einer der weltbesten Saxophonisten brachte. Das amerikanische Jazzmagazin Downbeat wählte sie mehrfach zum "Top Five Alto Saxophonist". "Fanfare From Another World" nannte sie deshalb ein von ihr komponiertes Stück, das sie der Geschichte, die sie zum Jazz brachte, widmete. Gerade dieses Stück zeigte die ganze Bandbreite der hervorragend besetzten Band. Martin Gjakonovski, der bereits mehrfach bei Intermezzo-Konzerten auf der Bühne stand, zeigte sich einmal mehr als kreativer und einfühlsamer Begleiter. Drori Mondlak, fester Bestandteil der New Yorker Jazzszene, überzeugte durch rhythmisch perfektes und außerordentlich kreatives Spiel voller überraschender Finessen. Er nutzte sein Schlagzeug nicht nur als Rhythmusinstrument, sondern fast wie ein melodieführendes.

Zu wahren Begeisterungsstürmen riss aber der amerikanische Star-Vibraphonist David Friedman das Publikum hin. Friedman, der auch eine Professur der Berliner Universität der Künste innehat, beherrschte sowohl das gefühlvolle, leise, fast andächtige Spiel als auch das dynamische, temporeiche und kraftvolle Spiel, mit dem er ein ums andere Mal von der Begleitung des Saxophons zur melodieführenden Stimme wechselte. Karolina Strassmayer nahm sich dann zurück und zeigte, was für eine großartige Ensemblespielerin sie ist. In der voll besetzten Kirche erlebte das Publikum einen Abend, in dem die langen Soli von David Friedman Highlights eines Konzertes waren, das gespickt war mit großartigen Momenten, atemberaubenden Soli und mitreißenden Rhythmen. Ein begeistertes Publikum entließ die Künstler erst nach Zugaben.

Das nächste Intermezzo-Konzert findet am 28. April in der Lutherkirche statt. Zu Gast ist dann die amerikanische Soulsängerin Avery Sunshine.

Quelle: RP
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