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Duisburg
Bei Mosch schnattern 400 Mini-Gänse

Duisburg: Bei Mosch schnattern 400 Mini-Gänse
Von den jungen Gänsen waren die Besucher sehr angetan. Der Mosch-Hof hat sich auf Gänsehaltung spezialisiert. Derzeit leben rund 400 von ihnen im Stall. Erst wenn ihr Federkleid dicht genug ist, dürfen sie nach draußen. FOTO: Reichwein
Duisburg. Die Duisburger Bauernhöfe sind in das Besichtigungsprogramm der Volkshochschule aufgenommen worden. Auftakt war jetzt der Hof von Marita und Reinhard Mosch in Mündelheim. Von Volker Poley

Die Hühnerschar wundert sich erkennbar über die Besuchergruppe, die sich zur Besichtigung des Mündelheimer Bauernhofs Mosch am Hofeingang eingefunden hat. Hofhund Ria scheint sogar erfreut über die Abwechslung und schleppt flugs den halb zerbissenen Ball heran, um die Teilnehmer zu einem Fußballspielchen zu animieren. Dr. Rainer Guttmann von der Duisburger Volkshochschule begrüßt zahlreiche Interessenten, die sich an diesem Tag Landwirtschaft vor Ort und aus erster Hand erklären lassen wollten.

Die Idee, den Besuch Duisburger Bauernhöfe in das VHS-Programm aufzunehmen, hatte Guttmann beim Kauf einer Weihnachtsgans auf dem rund 150 Hektar großen Hof direkt am Mündelheimer Rheindeich. Die Besichtigung des von Reinhard und Marita Mosch betriebenen Bauernhofs war dabei eine Premiere. In loser Folge - zweimal im Jahr - sollen weitere Duisburger landwirtschaftliche Betriebe auf diese Weise den Interessenten nahe gebracht werden.

Reinhard Mosch lächelt, als er die regenschirmbewaffneten Gäste begrüßt. "Ich freue mich total über das Wetter, das ist genau das, was die Pflanzen jetzt brauchen", bewertet der Mündelheimer Landwirt die aktuelle Wetterlage, denn "bisher war es einfach zu trocken". Rund 145 Hektar Ackerfläche der zum größten Teil hinter dem Rheindeich liegenden Hoffläche wird zum Anbau von Weizen, Gerste, Dinkel, Raps und Zuckerrüben genutzt. Auch Mais baut Reinhard Mosch an; die Pflanzen sind aber derzeit noch recht klein. "Der Mais friert sich zurzeit den A.... ab", formuliert Bauer Mosch drastisch und fügt hinzu: "Der braucht jetzt Wärme, dann geht der ab."

Die Hof-Besucher erfahren eine Menge über den Preis-Poker beim Weizenverkauf (Mosch: "Meiner ist jetzt schon verkauft"), über den Zusammenhang zwischen Ölpreis und der Vergütung für Raps, über Hasen, die Zuckerrüben über alles lieben, und über von der EU geförderte ökologische Vorrangflächen.

Das hofeigene "Rotlicht-Viertel" erläutert Marita Mosch. In den vergangenen Jahren hat man sich auf dem Mosch-Hof auf die Gänsehaltung spezialisiert. Derzeit schnattern über 400 putzige Mini-Gänse, die vor fünf Wochen - direkt nach dem Schlüpfen - angeliefert wurden, im mit Rotlichtlampen erwärmten Stall. "Anfangs brauchen die Gänseküken eine Temperatur von 35 Grad, das Federkleid ist ja dann noch nicht entwickelt", erklärt die Bauersfrau. Mittlerweile haben sich bei den Küken gelbliche, weiche Daunenfederchen entwickelt, die ein Absenken der Temperatur auf 25 Grad möglich machen. Sieben Monate brauchen die Kleinen, um zur ausgewachsenen Weihnachtsgans zu werden. Die ersten wagen sich schon beim "Freigang" neugierig auf den Hof; ganztägig auf die Wiese geht es erst, wenn das Federkleid komplett und robust genug ist.

Beim Streicheln der kleinen Gänseküken mag sich Besucherin Renate Gärtner den Gänsebraten zu Weihnachten gar nicht vorstellen: "Ich möchte da jetzt nicht dran denken."

Das sollte man in der Vorweihnachtszeit dann aber schon rechtzeitig tun, denn die Mosch-Gänse sind sehr gefragt und werden nach Vorbestellung frisch geschlachtet. Nur einen "Einjahresvertrag" haben auch die 240 Hühner, die täglich für frische Eier sorgen, die legefrisch ab Hof verkauft werden. "Nach einem Jahr ist die Qualität der Eier nicht mehr gegeben", erklärt Marita Mosch. Immerhin sorgt der dann fällige Hühneraustausch für jede Menge frische Suppenhühner.

Quelle: RP
 
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