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Duisburg
Beim Eigentum gibt es noch ziemlich viel Luft nach oben

Duisburg: Beim Eigentum gibt es noch ziemlich viel Luft nach oben
In Huckingen entstehen in Kürze viele Immobilien auch für Käufer mit mittleren Einkommen. FOTO: christoph reichwein
Duisburg. Wohnen in den eigenen vier Wänden - vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung - in Duisburg gibt es rund 67.700 Wohnungen, die der Eigentümer selber nutzt. Das entspricht einer Quote von rund 28 Prozent, hat eine Regional-Untersuchung des Pestel-Instituts, Hannover, ergeben. Zum Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Eigentumsquote bei knapp 45 Prozent. Es gibt daher hier noch reichlich Luft nach oben. "Insbesondere die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten. Immer mehr von ihnen sind gezwungen, zur Miete zu wohnen. Dabei gehören gerade die Jobstarter und Familiengründer eigentlich zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau", sagt der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther. Bei den Mittzwanzigern bis Enddreißigern handele es sich um eine starke Bevölkerungsgruppe: Rund 93.100 Menschen dieser Altersgruppe lebten in Duisburg. Ihre Chance auf Wohneigentum sei aber stark gesunken: "Bei den 25- bis 40-Jährigen ist die Eigentumsquote innerhalb von zwölf Jahren um 8,7 Prozent zurückgegangen." Er beruft sich dabei auf Zahlen aus dem neuesten Mikrozensus.

"Die eigenen vier Wände rangieren bei vielen zwar ganz oben auf der Wunschliste. Aber es hapert oft an guten Bedingungen für eine solide Finanzierung." Daran sei auch eine unsichere berufliche Perspektive schuld: Häufig würden gerade jungen Menschen nur Zeitverträge angeboten. Für einen Immobilienkredit wären allerdings unbefristete Jobs notwendig. Vor allem aber fehle eine staatliche Unterstützung für selbstgenutztes Wohneigentum.

Die lange Phase der "staatlichen Eigenheim-Bremse" räche sich nun. Wohneigentum sei ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Und die kommt bei vielen jetzt zu kurz. Immerhin sei die eigene Wohnung die einzige Alterssicherung, die - unabhängig von jeder Schwankung bei der Rentenhöhe - im Alter verlässlich genutzt werden könne, so Günther. Die Initiative "Wohn-Perspektive Eigentum", Auftraggeber der Postel-Untersuchung, spricht sich für neue Rahmenbedingungen beim Erwerb von Eigentum aus. Dazu gehöre insbesondere eine intensivere und eigenständige Wohneigentums-Förderung durch die staatliche KfW-Bank. Hier seien Zuschüsse erforderlich. Darüber hinaus solle die von den Ländern festgesetzte Grunderwerbsteuer auf ein möglichst niedriges, bundesweit einheitliches Niveau gesenkt werden. Gleichzeitig müsse es Freibeträge für Menschen geben, die in eine selbstgenutzte Wohnung investierten

Quelle: RP
 
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