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Unglück am Dachstein
Duisburger Bergsteiger überlebt fünf Tage in Felsspalte

Duisburger in Österreich aus Felsspalte gerettet
Duisburger in Österreich aus Felsspalte gerettet FOTO: Bergrettung Hallstatt
Gosau/Duisburg. Ein Bergsteiger aus Duisburg verunglückt am Dachstein in Österreich und stürzt in eine Felsspalte. Fünf Tage kämpft er ums Überleben. Dann erreicht sein Notruf endlich die Polizei. Von Jan Luhrenberg

Ein Bergsteiger aus Duisburg ist am frühen Donnerstagmorgen aus einer Felsspalte im oberösterreichischen Gosau gerettet worden. Der Mann hatte nach einem Sturz in eine 20 Meter tiefe Felsspalte am Dachstein fünf Tage lang auf knapp 2000 Meter Höhe verletzt ausgeharrt. "Um fünf Uhr in der Früh ist der Einsatz erfolgreich beendet worden", berichtet Christian Egger, Einsatzleiter der Bergrettung in Gosau. Der Notruf sei um ein Uhr mitten in der Nacht eingegangen.

Ein 20-köpfiges Team aus Bergrettern und einem Sonderteam der Alpineneinsatzgruppe der örtlichen Polizei hat den 45-jährigen Duisburger aus der Felsspalte befreit. Der Mann wurde mit einem Notartzhubschrauber abtransportiert und befindet sich derzeit im Krankenhaus. Nach ersten Erkenntnissen erlitt er bei dem Sturz in die Felsspalte Verletzungen an der Schulter und am Sprunggelenk. "Der Gesundheitszustand ist relativ gut", gibt der Einsatzleiter an. Für einen Sturz in eine 20 Meter tiefe Felsspalte sei der Vorfall für den Bergsteiger aus Duisburg relativ glimpflich ausgegangen.

"Der Mann hat erhebliches Glück gehabt", ergänzt Egger. Die Überlebenswahrscheinlichkeit für eine Person, die mehrere Tage in einem Gebirgsschacht gefangen sei, tendiere gegen Null - auch weil ein Verunglückter in dem riesengroßen Gebiet kaum zu finden und die Bergung sehr kompliziert sei. Im Fall des Duisburger Bergsteigers kam erschwerend dazu, dass dieser alleine unterwegs war und deshalb die Suche nach ihm erst sehr verspätet aufgenommen wurde. Erst als der Vater des Duisburgers, der für den 4. November eine Tour angekündigt und sich seitdem nicht mehr gemeldet hatte, eine Vermisstenanzeige aufgegeben hat, wurde die Suche aufgenommen. Auch der Verunglückte selbst hat einen Teil zu seiner Rettung beigetragen. "Dem Mann ist es nach vielen vergeblichen Versuchen gelungen, eine SMS mit seinen Koordinaten wegzuschicken", berichtet Egger. "Ohne diese Nachricht wäre es nahezu unmöglich gewesen, den Bergsteiger überhaupt zu finden", ergänzt der Einsatzleiter der Bergrettung.

Direkt nach dem Notruf haben sich die Bergretter und die Alpineneinsatzgruppe auf den Weg zu der Unfallstelle gemacht und sind den Berg emporgestiegen - erst zu Fuß und dann mit Skiern, da viele Teile des Gebirges bereits mit Schnee bedeckt sind. Am Unglücksort hat sich Egger dann in den 20 Meter tiefen Spalt abgeseilt. Als der intensive Notfallcheck positiv ausgefallen und der 45-jährige Duisburger ansprechbar gewesen ist, hat der Einsatzleiter den Verunglückten eingeseilt, so dass er aus dem Schacht herausgezogen werden konnte.

"Die Bergung hat knapp eineinhalb Stunden gedauert", berichtet Egger. Es sei ein Einsatz wie jeder andere gewesen, den die Bergrettung oft trainiert und schon oftmals durchgeführt hat. Auf einen Abstieg mit dem Verletzten hat der Einsatzleiter aus mehreren Gründen verzichtet. Zum einen sei der Rückweg ins Tal sehr gefährlich, da an vielen Stellen Felsspalten vorhanden und Lawinen möglich sind. Zum anderen hätte der Abstieg nach Angaben der Bergrettung mindestens sechs oder sieben Stunden gedauert.

"Das ist eine sehr bewegende Geschichte, die zum Glück ein gutes Ende hatte. Ich bin froh, dass der Bergsteiger gerettet wurde. Mein Dank gilt den Rettern", sagte Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link am Donnerstag.

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