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Duisburg
Berliner Fußballfans greifen im Bahnhof Polizei an

Duisburg. Am späten Samstagnachmittag kam es nach einem Spiel der Zweiten Bundesliga zwischen Fortuna Düsseldorf gegen FC Union Berlin bei der Rückreise im Duisburger Hauptbahnhof zu einem schweren Zwischenfall.

Zunächst bestahl ein so genannter Fußballfan einen Passanten im Hauptbahnhofsgebäude. Als der Bestohlene sein Eigentum von dem Dieb, der eindeutig der Berliner Fußballfan-Gruppe zugeordnet werden kann, zurück forderte, wurde er von diesem mit einem Faustschlag attackiert. Die herbei gerufenen Beamten der Bundespolizei nahmen den Schläger daraufhin fest und wollten ihn für weitere Vernehmungen auf die Dienststelle im Hauptbahnhof bringen. Auf dem Weg zur Dienststelle, so heißt es im Polizeibericht, "solidarisierte sich eine Vielzahl der Union Berlin Fans mit dem Beschuldigten". Die so genannten Fans griffen die Beamten tätlich an und verletzten einen Polizisten so schwer am Kopf, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. Während des Angriffs auf die Beamten konnte der festgenommene Dieb und Schläger kurzzeitig flüchten, doch wurde er wenig später durch Beamte der Landespolizei im Stadtgebiet Duisburg festgenommen.

Die straffällige Fangruppe, die sich mit dem Gastfan solidarisiert hatte, bestieg den ICE 643 Richtung Berlin, der auch abfuhr. Währenddessen wurde bekannt, dass durch Angehörige einer Union-Berlin-Fangruppe, deren Größe auf 50 bis 80 Personen geschätzt wird, in einem Ladendlokal im Duisburger Hauptbahnhof mehrere Diebstähle mit einer Gesamtschadenhöhe im dreistelligen Eurobereich verübt wurden. Vor diesem Hintergrund entschied die Bundespolizei, im Hauptbahnhof Hannover, wo der ICE einen Halt hat, alle 272 Fußballfans mit einem starken Aufgebot zu überprüfen. Dabei wurde der Waggon, in dem die Fußballfans saßen, abgekoppelt. Die anderen ICE-Passagiere konnten weiterreisen. Die Ermittlungen dauern an.

(pk)
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