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Duisburg
Berühmtester Sohn der Stadt bei der EU

Duisburg: Berühmtester Sohn der Stadt bei der EU
Roland Wolf spricht für das Stadtmuseum über Duisburgs berühmtesten Sohn, Gerhard Mercator, in der NRW-Landesvertretung bei der EU in Brüssel. Mit dabei hat er eine Apfelsine, mit der sich die sogenannte Mercator-Projektion gut veranschaulichen lässt.
Duisburg. Auf Initiative der Belgisch-Deutschen Gesellschaft (BDG) fand jetzt unter dem Titel "Gerardus Mercator - Wegbereiter des GPS" eine Veranstaltung zum Kartografen und Kosmographen in der Landesvertretung bei der EU in Brüssel statt. Von Olaf Reifegerste

Gäste bei der EU in Brüssel waren jetzt der Duisburger Stadtführer Roland Wolf, als Vertreter des Kultur- und Stadthistorischen Museums, Professor Jan De Graeve von der Internationalen Vereinigung der Vermessungsingenieure (FIG) in Brüssel sowie Thilo Elsner, Leiter der IUZ Sternwarte aus Bochum. Gekommen waren rund 100 Gäste, darunter eine 11. Klasse der gymnasialen Oberstufe der Internationalen Deutschen Schule Brüssel.

Während der belgische Vermessungskundler De Graeve seinen Vortrag auf die wissenschaftlichen Werke in der Bibliothek Gerhard Mercators (1512-1594) abstellte, berichtete Wolf über das Leben Mercators, insbesondere über das in Duisburg von 1552 bis zu seinem Tod. Dabei fanden die Entwicklung seiner Globen und Karten, vor allem seine berühmt gewordene Mercator-Projektion sowie sein Mercator-Atlas, besondere Erwähnung. Aber auch über die Grabstätte und das Epitaph in der Salvatorkirche berichtete er und zeigte darüber hinaus das Modell der voriges Jahr veröffentlichten Machbarkeitsstudie zur Rekonstruktion des historischen Mercator-Hauses in Duisburg.

Für seinen Vortrag hatte sich Wolf erstmals für das internationale Parkett in das von der Kostümbildnerin Ulrike Altegoer, die ihr Kunstatelier bei "Hafenkult" hat, geschneiderte Gewand Mercators gekleidet. Dieses Gewand, vollständig durch die Mercator-Gesellschaft finanziert, besteht aus einer Gelehrtenmütze als Kopfbedeckung, einem Woll-Mantel mit Hemd und (Steh-)Kragen sowie einer mittelalterlichen knielangen Plusterhose. Mit dabei hatte er ferner einen Originalstein aus der Duisburger Ausgrabungsstätte vom Mercator-Quartier sowie eine Apfelsine, "mit der sich hervorragend die Projektion nach Mercator veranschaulichen lässt", so Wolf.

Dieser nutzte sogleich die Gelegenheit, sowohl mit Elsner von der Bochumer Sternwarte für das Duisburger Stadtmuseum in Kontakt zu kommen, wie auch mit De Graeve, der im Besitz mehrerer Bücher aus der Zeit Mercators ist. Von den 1604 im flämischen Leuwen versteigerten rund 1000 Büchern, die Mercator einst in seiner Bibliothek besaß, waren 200 wissenschaftliche Schriften. De Grave besitzt eine Abschrift der bibliografischen Bücherliste Mercators, deren Original im Zweiten Weltkrieg verloren ging. Nur zwei Originalbücher gebe es noch. Eine Nachauflage von 100 weiteren ist weltweit verstreut. Diese zu erwerben und damit Mercators private Bibliothek zu rekonstruieren, ist das Ziel von De Graeve, der bereits 30 davon sein Eigen nennen kann. Die von Wolf erwähnten Pläne, das Mercatorhaus zu rekonstruieren, wurden von den Zuhörern aufmerksam zur Kenntnis genommen.

Quelle: RP
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