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Duisburg
Besonderes Künstlerbuch im Nachgang

Duisburg. Die viel beachtete Ausstellung im Duisburger Kunstverein "Falling into Paradise" wird verewigt. Von Peter Klucken

Normalerweise laden Mitglieder des Duisburger Kunstvereins am Weidenweg 10 zu Pressegesprächen kurz vor Eröffnung einer Ausstellung ein. Diesmal war es anders: Präsentiert wurde ein besonders gestalteter Katalog, der sich auf eine Monate zurück liegende Ausstellung bezieht: Vom 26. Februar bis zum 26. März präsentierten Zhenia Couso Martell, geboren 1978 in der kubanischen Hauptstadt Havanna, und der ein Jahr jüngere gebürtige Israeli Amit Goffer im L-förmigen Saal des Kunstvereins eine installative Ausstellung mit dem Titel "Fallling into paradise". Beide Künstler leben seit ihrer Studienzeit dauerhaft in Deutschland, beide haben deutsche Ehepartner. Mit ihrer gemeinsamen Ausstellung "Falling into Paradise" wollten Zhenia Couso Martell und Amit Goffer untersuchen, inwieweit ein gemeinsamer Wertekanon der kubanischen, israelischen und deutschen Kulturkreise auszumachen ist und wo die Unterschiede liegen.

In unserer Ausstellungsbesprechung hieß es damals: "So hat die gebürtige Kubanerin 'pinatas' beigetragen, das kubanische Pendant zum deutschen Topfschlagen, es fallen Süßigkeiten heraus. Die Karibikinsel ist geprägt von Mangel, während bei uns eher Überfluss herrscht. Mit Süßigkeiten werfen wie im deutschen Karneval sei auf Kuba ein Affront, erklärte die Künstlerin. Den Perspektiv-Wechsel, um den es in dieser Ausstellung geht, veranschaulicht Amit Goffer durch ein System von Plastikröhren an der Decke des um die Ecke reichenden Raumes, das durch Spiegel zu einem riesigen Periskop wird. Und an Stahlseilen hängt ein schwankendes Schiff, in das man sich setzen kann, um die Erfahrung der Unsicherheit zu machen."

Die Ausstellung hatte großen Eindruck gemacht und wurde viel besucht, wie Kurator Hartmut Hauschildt berichet. Und auch der gerade erschienene Katalog ist etwas Besonderes. Er ist so gestalet, dass die Künstlerin und der Künstler jeweils mit den eigenen Werken einen eigenen Teil im Katalog bilden, in dem man das Buch drehen muss. Zugleich ist gestalterisch auch das Gemeinsame des Künstlerduos hervorgehoben, was durch eine geschickte Farb- und Lichtauswahl erreicht wird.

Die außergewöhnliche Qualität des Katalogs ist nicht zuletzt dem Ausstellungsfotografen Sebastian Drüen zu verdanken. Drüen ist einer der führenden deutschen Ausstellungsfotografen. Er hat beispielsweise Ausstellungen von Andreas Gursky in Baden-Baden oder von Karl Lagerfeld in Essen fotografisch eingefangen. Kürzlich hat er übrigens auch bei der Baselitz-Ausstellungseröffnung im Museum Küppersmühle fotografiert. Für das Katalogbuch des Duisburger Kunstvereins hat er zusammen mit den Künstlern experimentiert, beispielsweise mit Belichtungszeiten von 90 Minuten. Sebastian Drüen wohnt in Wanheimerort.

Ausstellung und Katalogbuch wurden vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes mit 10.000 Euro gefördert. Der Katalog erscheint in einer Auflage von 500 Exemplaren. Er wird, so lange der Vorrat reicht, an interessierte Besucher des Kunstvereins ohne Gebühr überreicht.

Quelle: RP
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