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Gefahrenstoff Kresol tritt aus
Fünf Verletze bei Chemieunfall im Duisburger Hafen

Chemieunfall im Duisburger Hafen
Chemieunfall im Duisburger Hafen FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Auf dem Logport-Areal in Duisburg-Ruhrort tritt seit dem Vormittag der giftige Gefahrenstoff Kresol aus einem Gefahrgutcontainer aus. Die Feuerwehr ist mit Spezialkräften im Einsatz. Von Tim Harpers

Am Donnertagmorgen ist es auf dem Logport-Gelände an der Alten Ruhrorter Hafenstraße zu einem schweren Chemieunfall gekommen, bei dem fünf Hafenarbeiter verletzt wurden. Die Duisburger Feuerwehr wurde gegen 11.40 Uhr per Notruf über einen Gefahrstoffaustritt im Duisburger Hafengebiet informiert. Demnach trat aus einem Leck in einem Tank-Container die giftige und ätzende Flüssigkeit Kresol aus.

Insgesamt fünf Personen, die sich im Umfeld des Containers aufhielten, kamen mit der Flüssigkeit in Berührung. Alle fünf wurden dadurch schwer verletzt. Nach Eintreffen der Feuerwehr wurde der Bereich um die Austrittsstelle komplett gesperrt. Die Betroffenen wurden nach einer Dekontamination mit schweren Verletzungen in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert.

Spezialkräfte im Einsatz

Spezialkräfte der ABC-Gefahrenabwehr der Feuerwehr arbeiteten bis zum frühen Nachmittag daran, die Gefahrenstelle abzudichten. "Der Unfall hatte keine Auswirkungen auf das Umfeld des Hafenareals", sagte Stadtsprecher Falko Firlus. "Die Nachbarschaft und umliegende Einrichtungen waren nach Auskunft der Feuerwehr zu keinem Zeitpunkt bedroht." Insgesamt waren 65 Kräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr sowie des Rettungsdienstes im Einsatz. Zusätzlich standen der Feuerwehr Spezialkräfte aus der chemischen Industrie zur Seite. Wie der Schadstoff austreten konnte, ist bislang noch unklar. Bei der Untersuchung des Containers konnten die Einsatzkräfte keine Beschädigungen feststellen.

Bei dem ausgetretenen Giftstoff Kresol handelt es sich um eine chemische Verbindung, die unter anderem zur Herstellung von Insektiziden, Desinfektionsmitteln und Farben verwendet wird. Akute Kresolvergiftungen gehen mit Verätzungen, Atemlähmungen, Nierenschäden und Störungen des zentralen Nervensystems einher. Bei Kontamination offener Schleimhäute wie Mundhöhle und Nase gelangt der Stoff direkt ins Blut, wobei er im Körper rasch verteilt wird und zu Eiweißschädigungen der inneren Organe führen kann. Ohne die sofortige Einleitung von Gegenmaßnahmen können Kresole auch in geringer Menge lebensbedrohlich sein.

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Erst vor zwei Monaten war es auf dem Logport-Areal in Friemersheim zu einem ähnlichen Unfall gekommen. Anfang Oktober war dort ein mit Gefahrstoffen befüllter Container aus rund zehn Metern Höhe auf den Boden gefallen. Auch damals rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an. Der Container war dabei allerdings weitestgehend unbeschädigt geblieben. Nach mehreren Stunden Arbeit konnten die Einsatzkräfte die Gefahrstoffe in neue Container umfüllen. Auch damals bestand keine Gefahr für die Anwohner.