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Innenhafen in Duisburg
Obduktionsergebnis liegt vor - Café-Betreiberin wurde erschossen

Frauenleiche in Duisburg: Taucher suchen nach Hinweisen
Duisburg. Die Obduktion der Frauenleiche, die am Mittwoch in einem Café im Duisburger Innenhafen gefunden wurde, hat ergeben, dass es sich um die Betreiberin des Cafés handelt. Die 46-Jährige wurde erschossen. Eine Tatwaffe wurde trotz Tauchereinsatzes nicht gefunden.  Von Hildegard Chuddoba und Christoph Reichwein

Auch einen Tag nach dem Leichenfund im "Café Vivo" im Innenhafen sind Polizei und Staatsanwaltschaft ausgesprochen zurückhaltend mit Informationen. Nach der am Donnerstag stattgefundenen Obduktion bestätigten sie allerdings zumindest, dass es sich bei der Getöteten um die Geschäftsführerin des Cafés handelt. Die 46-jährige Birgül D. ist erschossen worden.

Wie erst Donenrstag bekannt wurde, könnte der tödliche Überfall auf die Café-Betreiberin im Zusammenhang mit einem Vorfall stehen, der sich am Abend des 1. Mai auf der gegenüberliegenden Seite ereignet hatte. Dort war der Geschäftsführer des "Diebels" von Unbekannten überfallen und gezwungen worden, die Einnahmen des langen Wochenendes herauszugeben. Die Täter waren bewaffnet.

Frau tot in Café in Duisburg gefunden FOTO: Christoph Reichwein

Wann Birgül D. zu Tode kam, wurde bisher nicht bekannt gegeben. Es deutet aber einiges darauf hin, dass die und der tödliche Schuss auf sie erst am Mittwochmorgen abgegeben worden ist. Angeblich gibt es Anlieger, die am Morgen Schüsse gehört haben wollen.

Mord in Duisburg: Frauenleiche in Café gefunden

Wie die oder der Täter in das Lokal kamen, wird ebenfalls seitens der Behörden geheim gehalten. Das Café war zumindest abgeschlossen, als die Rettungskräfte am Mittwoch gegen 10 Uhr dort eintrafen. Sie hätten zunächst versucht, eine Scheibe des Lokals einzuschlagen, um zügig hineinzukommen, hieß es Donnerstag dazu in der gemeinsamen Erklärung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Die Ermittlungen der 15-köpfigen Mordkommission dauern an. Erneut wurden Passanten und Anlieger (vor allem Mitarbeiter der benachbarten Unternehmen) befragt, ob ihnen irgendetwas Verdächtiges oder Ungewöhnliches aufgefallen ist. Mit Hilfe der Aussagen erhoffen sich die Beamten zum Beispiel Hinweise auf Personen, mit denen sie noch keinen Kontakt hatten und die zum Beispiel regelmäßig am frühen Morgen am Innenhafen joggen oder ihren Hund Gassi führen. Die Ermittler sind ebenfalls noch dabei, die sichergestellten Videoaufzeichnungen zu sichten. In dem Gebiet gibt es etliche Firmen, die Kameras an ihren Gebäuden haben.

Die Spurensicherung zog sich am Mittwoch bis in die Nacht hin. Erst spät am Abend wurde die Leiche der Frau abtransportiert. Die Ermittler hinterließen einen blitzsauberen Tatort, nachdem sie zuvor dort alle denkbaren Spuren sichergestellt hatten. Das Landeskriminalamt unterstützte die Duisburger Kollegen mit technischen Geräten zur Anfertigung von maßstabgetreuen Aufnahmen des Tatortes. Die spezielle Lasermesstechnik macht es den Ermittlern möglich, sich am Computer jedes Detail in dem Lokal anzuschauen und dessen Position innerhalb des Raumes zu bestimmen. Mit der konventionellen Fotografie ist dieser 3D-Effekt nicht zu erzielen.

Die erschossene Café-Betreiberin war bekanntlich am Mittwochmorgen kurz vor zehn Uhr von einer Angestellten entdeckt worden, die zum Dienst kam. Die 54-Jährige hatte im Lokale eine bewegungslose Person auf dem Boden liegen sehen und sofort die Polizei und den Rettungsdienst alarmiert. Die Notärztin hatte aber nur noch den Tod der 46-jährigen Birgül D. feststellen können.