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Evakuierung und Verkehschaos - das Protokoll
Bombe in Duisburg erfolgreich gesprengt
Bombensprengung in Duisburg: Verkehrschaos 2012
Bombensprengung in Duisburg: Verkehrschaos 2012 FOTO: Christoffer Kleindienst
Duisburg. In Duisburg-Kaßlerfeld ist um 22.20 Uhr eine gefährliche Weltkriegsbombe nahe der A40 gesprengt werden worden. Teil der Innenstadt mussten evakuiert werden. Zuvor hatte es noch einen Großbrand in Hochfeld gegeben. Das Protokoll der Ereignisse. Von C. Kleindienst, C. Schwerdtfeger, C. Siedentop und R. Moya

Die Bombe wurde am Dienstagnachmittag in Duisburg gefunden. Der 500-Kilo-Blindgänger hatte einen gefährlichen Säurezünder und konnte deshalb nicht entschärft werden. Er war in unmittelbarer Nähe der vielbefahrenen Autobahn 40 gefunden worden. Sie  wurde während der Sprengung zwischen den Kreuzen Moers und Duisburg komplett gesperrt. Aber auch die Duisburger Innenstadt war betroffen. In Viersen war im September ein Blindgänger mit einem Säurezünder gefunden worden, bei der kontrollierten Sprengung hatte es enorme Schäden an Gebäuden gegeben. Auch in München war eine solche Bombe mit 250 Kilo gefunden worden: Bei der Detonation wurden 17 Häuser beschädigt. Säurezünder gelten als besonders heimtückisch.

+++22.49 Uhr: Die Evakuierungen hatten länger gedauert als zunächst angenommen. "Wir haben hier einen extrem großen logistischen Aufwand", hieß es bei der Einsatzleitung. Mehr als 300 Krankentransporte seien nötig gewesen, so Einsatzleiter Bergmann.

+++22.48 Uhr: Gegen 22.30 Uhr durften Anwohner in ihre Wohnungen zurück - fast sieben Stunden nachdem die Evakuierung begonnen hatte.

+++22.33 Uhr: Die Straßen in der Duisburger Innenstadt sind alle freigegeben, teilte Stadtsprecher Koatschek mit. Um genau 22.20 Uhr war die Bombe gesprengt worden, teilte er mit.

+++22.32 Uhr: Nach ersten Erkenntnissen habe es keine größere Schäden gegeben. Die Umgebung um den Fundort müsse aber noch genauer inspiziert werden, bevor die Anwohner zurück könnten.  Das teilte Einsatzleiter Johannes Bergmann mit.

+++22.31 Uhr: Ob es Schäden gab und ob die Autobahn wieder freigegeben werden kann, ist noch unklar.

+++22.25 Uhr: Die Bombe in Duisburg ist gesprengt worden.

+++22.23 Uhr: Die Sperrung am Weihnachtsmarkt ist bereits aufgehoben.

+++ 22.17 Uhr: Die Leitstelle hat Grünes Licht gegeben. Gleich wird die Bombe gesprengt, teilt die Stadt Duisburg auf ihrer Internetseite mit.

+++22.12 Uhr: Die Sprengung verzögert sich, da die Evakuierung noch an dauert. Es gibt immer wieder Einzelfälle von Menschen, die noch in ihren Wohnungen sind und dort herausgeholt werden. Verwandte rufen häufig in  solchen Fällen an und weisen darauf hin, erklärt Frank Kopatschek, Sprecher der Stadt.

+++22.11 Uhr: In der Innenstadt ändert sich nichts am Verkehrschaos - ganz im Gegenteil. Viele Lastwagen von der Autobahn versuchen es nun über die Bundesstraßen. Mit überschaubarem Erfolg.

+++22.04 Uhr: Es gibt weiter keine offiziellen Statements des Krisenstabes, wann die Sprengung erfolgen soll. Nur die Experten können grünes Licht geben, wenn alle Vorbereitungen planmäßig gelaufen sind und die Evakuierung abgeschlossen ist.

+++21.49 Uhr. In der Innenstadt mutet das Bild derweil skurril an: Während ein Teil des Weihnachtsmarktes gesperrt wurde und die Straßen menschenleer sind, geht gleich daneben der Betrieb weiter.

+++21.25 Uhr: Bislang hat die Stadt noch keine Nachricht gegeben, dass die Bombe gesprengt wurde. Offenbar gibt es erneut Verzögerungen.

+++21.06 Uhr: Laut Polizei wird in fünf Minuten gesprengt.

+++21 Uhr: Das Technische Hilfswerk (THW) versorgt die Menschen in der Sammelsstelle mit Essen, bislang gab es Getränke.

+++20.49 Uhr: Offenbar gibt es Probleme bei der Evakuierung: So ist eine 92-jährige Frau wieder zurück in ihre Wohnung mitten im inneren Kreis der Evakuierungszone gekehrt. Nachdem die alte Dame eine halbe Stunde vor ihrer Haustür gestanden hat, soll ihr von Einsatzkräften gesagt worden sein, dass niemand sie abholen könnte, um sie in die Sammelstelle zu fahren. Sie möge bitte zu Fuß Richtung Innenstadt gehen. Da sie 92-Jährige dazu nicht in der Lage ist, kehrte sie in ihre Wohnung zurück. Verwandte, die sie abholen wollten, kamen nicht mehr durch die Sperrungen.   

+++20.44 Uhr: Schon jetzt weist die Einsatzleitstelle darauf hin, dass nach erfolgter Sprengung, die man bestimmt auch weithin hören kann, nicht automatisch die Sperren aufgehoben werden. Nach der Explosion werden die Experten vor Ort zunächst sichten, welche Schäden entstanden sind. Erst danach wird Freigabe erteilt.

+++20.32: "Zur Stunde sind wir dabei, das Altenheim zu evakuieren, 70 Personen müssen wir noch zur Sammelstelle bringen, das gestaltet sich aufgrund der Verkehslage sehr schwieirg", sagt Jean-Claude Schenk, Einsatzleites des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).  Er rechnet damit, dass alleinder Transport aus dem Altenheim noch rund 45 Minuten dauert.

+++20.29 Uhr: Die Rettungsdienstfahrer sagen, dass die Lage auf den Straßen eine einzige Katastrophe sei - man komme kaum noch durch.

+++ 20.19 Uhr: In der Sammelstelle wird noch auf Hochtouren koordiniert: Aus einem Altenheim an der Klemensstraße sollen noch 90 Bewohner in die Schul-Aula gebracht werden, erst neun sind bereits dort. das kann noch länger dauern.

+++20.09 Uhr: Nach Informationen der Leitstelle sind die Evakuierungsarbeiten so gut wie abgeschlossen. Auch die Vorbereitungen am Fundort der Bombe kommen jetzt gut voran, infomiert die Stadt.

+++20.04 Uhr: Trotz Evakuierungsradius sind immer noch Menschen  am Kuhtor  zu sehen. Davor herrscht Verkehrschaos auf der Steinschen Gasse.

+++ 19:59 Uhr: Die Bombensprengung in Duisburg wird zur Geduldsprobe: Nach Einschätzung des Sammelstellen-Einsatzleiters könnte es noch eine bis eineinhalb Stunden bis zur Sprengung dauern.

+++ 19:56 Uhr: Die Evakuierung dauert immer noch an. Permanent werden noch ältere Menschen mit Rettungswagen zur Sammelstelle an der Falkstraße gebracht. Das Ordnungsamt beschreibt die Lage in der Stadt als unübersichtlich: "Wir können immer noch nich sagen, wann wir sprengen können", sagt Johannes Bergmann, Einsatzleister des Ordnungsamtes Duisburg an der Sammelstelle.

+++19.46 Uhr: Noch muss Sand für den Fundort herangekarrt werden, deshalb verzögert sich die Sprengung.

+++19.44 Uhr: "In keiner anderen Stadt werden so viele Bomben gefunden, wie bei uns, darin sind wir Deutscher Meister", sagt Johannes Bergmann vom Ordnungsamt.

+++19.21 Uhr: "Es wird noch dauern, wir sind immer noch mit der Evakuierung beschäftigt", sagt Johannes Bergmann vom Ordnungsamt unserem Reporter an der Sammelstelle, der Gesamtschule auf der Falkstraße 44. Bislang sind 51 Menschen in der Schule angekommen, eine relativ hohe Zahl.

+++19.17 Uhr:  Die Polizei hat erklärt, dass zwischen 19.35 Uhr und 19.45 gesprengt werden könnte. Frank Kopatschek, der Sprecher der Stadt, konnte diese Zeiten so nicht bestätigen, er sagte, das letzte Wort habe der Krisenstab. Die Stadt werde unmittelbar informieren, wenn die Sprengung ansteht.

+++19.15 Uhr: Nach Informationen unserer Redaktion sind die Vorbereitungen derzeit so weit fortgeschritten, dass zeitnah gesprengt werden kann.

+++18.52 Uhr: Die Feuerwehr Düsseldorf ist von den Duisburgern als Unterstützung für Patiententransporte alarmiert worden. Die Einsatzfahrzeuge durchfahren dabei die nördlichen Bereiche Düsseldorfs auf dem Weg nach Duisburg mit Blaulicht und Sirene, informiert die Düsseldorfer Feuerwehr via Facebook.

+++18.45 Uhr: Die Straßensperren rund um die Evakuierungszone sind aktiviert. An der Bombenfundstelle laufen die Sicherungsarbeiten für die Sprengung auf Hochtouren, informiert die Stadt. Dennoch könne der Kampfmittelbeseitigungsdienst noch nicht sagen, wann die Sprengung erfolgen soll. 

+++18.38 Uhr: Der OB sagt weiter: "Angesichts der heutigen Großlage - also der Bomensprengung und des Großbrandes in Hochfeld - mache ich am Abend, wenn alles vorbei ist, drei Kreuze. So etwas erlebt man nicht alle Tage. Link hat sich anschließend auf den Weg zum Krisenstab der Stadt gemacht. "Auch  anschließend werden wir uns im Krisenstab zusammensetzen und schauen, was wir in Zukunft aus so einer Lage lernen und gegebenenfalls verbessern können", sagte der Oberbürgermeister, wie unser Reporter in Duisburg berichtet.

+++ 18.35 Uhr: Oberbürgermeister Sören Link ist gerade in der Sammelstelle an der Falkstraße. Er spricht mit besorgten Anwohnern. Einige beschweren sich, dass sie zu spät informiert worden seien, andere sagen, alles lief reibungslos. "Für die Bombensprengung nehmen wir uns alle Zeit, die wir brauchen, die Sicherheit der Sprengmeister geht vor", sagt Link.

+++18.19 Uhr:  Die Linie 901 wird zwischen Hauptbahnhof und Scholtenhofstraße getrennt. Die Bahnhöfe Rathaus und Steinsche Gasse werden komplett geschlossen und die Rolltore heruntergelassen. Die U79 und die 903 verkehren fahrplanmäßig, allerdings können Fahrgäste am Bahnhof Steinsche Gasse weiterhin nicht ein- oder aussteigen.  Der Weihnachtsmarkt ist ab Kuhtor in Richtung Schwanentor geschlossen.

+++17.57 Uhr:  Bürger, die im Bereich 750 Meter bis1250 Meter um den Fundort wohnen, sollte sich aus Sicherheitsgründen zivilschutzmäßig verhalten,  schreibt die Stadt Duisburg auf ihrer Homepage. Die Menschen sind aufgefordert, sich in Räumen aufzuhalten, die der Fundstelle abgewandt sind. Die Fenster der Wohnung sollten in jedem Fall geschlossen sein. Ein Aufenthalt im Freien ist nicht gestattet.

+++17.55 Uhr: Verkehrschaos: In Duisburg wird der Nahverkehr teilweise gestoppt. Die Straßenbahnlinie 901 fährt vom Hauptbahnhof nach Obermarxoh nicht mehr. An einigen U-Bahn-Stationen in der Innenstadt sind die Zugänge verschlossen worden. Die Straßenbahnlinien U 79 und 903 fahren zwar, aber am der Steinschen Gasse in der Innenstadt kann keiner ein- oder aussteigen.

+++17.51 Uhr: Das Feuer in der ehemaligen Schule ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Brandstiftung. "Davon gehen wir derzeit aus", sagte Amtsleiter Uwe Zimmermann. Der Hausmeister berichtete, dass das Tor zur Turnhalle aufgebrochen worden sei und so vermutlich das Feuer gelegt wurde. Der Brand ist unter Kontrolle, dennoch berät die Feuerwehr, ob noch weitere Kräfte hinzugezogen werden müssen. Das Dach der Halle ist eingestürzt.

+++17.48 Uhr: Der genaue Zeitpunkt für die Bombenentschärfung noch nicht bekannt. Die Evakuierung läuft auf Hochtouren. Die Bombenfundstelle wird gerade mit Stroh und Sand abgedeckt. Erst wenn das erleidgt ist, kann der Sprengungstermin bekannt gegeben werden. Das Verkehrschaos in der Stadt und rundum ist groß.

+++17.41 Uhr: Der Bahnverkehr ist bislang nicht betroffen.

+++17.32 Uhr: Die Sirenen der Rettungswagen heulen durch die Stadt, sie haben Probleme, durch das Verkehrschaos zum Einsatzort des Brandes zu kommen. Es gibt großräumige Straßensperrungen. Es gibt auch auf den Autobahnen Staus.

+++17.27 Uhr: Die A 40 ist gesperrt. Wegen der zusätzlichen Sperrung in Hochfeld nahe der Schule kommt es in der Innenstadt zu einem Verkehrschaos. Auch der Weihnachtsmarkt wird gerade geräumt. Unser Reporter vor Ort hat die Räumung in Bildern dokumentiert.

+++17.20 Uhr:  Während der Sprengung werden die U-Bahnlinien 903 und U 79 wie gewohnt fahren, aber nicht an den Haltestellen Steinsche Gasse und Rathaus anhalten. Die Bombe wurde durch Luftbildaufnahmen identifiziert, so die Stadt.

+++17.19 Uhr: Von der Evakuierung sind in beiden Zonen sind rund 7000 Menschen betroffen. Als Aufenthaltsraum während der Evakuierung steht die Aula der Gesamtschule Mitte auf der Falkstraße 44 zur Verfügung. Wann die Entschärfung der Bombe stattfindet, ist noch nicht bekannt, teilt die Stadt mit.

+++17.16 Uhr: Das Ordnungsamt versucht, verwirrte Menschen vor Ort zu beruhigen. Viele haben Angst, da sie nicht weit genug weg kommen, da jetzt Staus entstehen.

+++17.12 Uhr: Polizeiautos warnen rund um das Gebiet mit dem Großbrand per Warnblicht vor der Explosionsgefahr. "Wir machen hier jetzt alles dicht", sagt ein Polizist. In Hochfeld herrscht Verkehrschaos.

+++17.11 Uhr: 200 Meter um die Brandstelle wird nun auch evakuiert, in der Ungebung befinden sich Benzintanks, die unmittelbar vor der Explosion stehen.

+++17.08 Uhr: Eine Rauchwolke zieht über Hochfeld Richtung Innenstadt.

+++17.07: Währenddessen läuft die Evakuierung wegen der Bombenentschärfung auf Hochtouren: Die Polizei ist dabei, die Anwohner  im Evakuierungsgebiet in den Griff zu bekommen. Noch laufen viele Menschen durch die Straßen.

+++17.05 Uhr: Der Polizeisprecher sagt, der Grund für den Brand sei noch völlig unklar, es sei möglich dass die Flammen auf weitere Gebäude übergreifen.

+++17.02 Uhr: Noch fahren durch das Gewerbegebiet nahe der ehemaligen Schule in Hochfeld Autos.

+++16.59 Uhr: In Flammen steht die Turnhalle der ehemaligen Grundschule in Hochfeld, der ehemaligen Schule an der Brückenstraße.

+++ 16.57 Uhr: Wegen der Bombenentschärfung wird die A40 um 17 Uhr zwischen Kreuz Duisburg und Kreuz Moers in beiden Richtungen gesperrt. Der Verkehr soll über die A42 umgeleitet werden.

+++16.51 Uhr:  Ein Großbrand in der Nähe des Fundortes sorgt für weitere Aufregung. In Hochfeld ist das Feuer ausgebrochen.

+++16.48 Uhr: Die Vorbereitung zur Sprengung am Fundort laufen schon. Sich derzeit dort aufzuhalten, "ist lebensgfeährlich", so die zuständigen Mitarbeiter der Behörden.

+++16.25 Uhr:  In Duisburg werden wegen der Bombenentschärfung derzeit im Umkreis von 750 Metern Gebäude evakuiert, die Sicherheitszone beträgt 1250 Meter. Als Aufenthaltsraum während der Evakuierung steht die Aula der Gesamtschule Mitte auf der Falkstraße 44 zur Verfügung, teilt die Stadt mit.

Quelle: top/sap/top/rm/csi/csr
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