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Evakuierung in Duisburg
Bombenentschärfung - B288 zwischenzeitlich gesperrt

Evakuierung in Duisburg: Bombenentschärfung - B288 zwischenzeitlich gesperrt
In Mündelheim wurde eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. FOTO: Stadt Duisburg
Duisburg. Eine englische Zehn-Zentner-Bombe ist am Donnerstag in Duisburg-Mündelheim gefunden worden. Am frühen Nachmittag um 14.19 Uhr war der Blindgänger entschärft. Von Carolin Skiba

Nach 19 Minuten war schon wieder alles vorbei. Um 14. 19 Uhr teilte die Stadt mit, dass die Bombe, die am Morgen entdeckt wurde, erfolgreich entschärft werden konnte. Bereits seit Wochen wunderte sich der ein oder andere Mündelheimer über den Kampfmittelräumdienst, der regelmäßig am Rheindeich zu sehen war. "Das ist üblich, wenn eine Fläche bebaut werden soll, dass dort dann nach alten Bomben geschaut wird", teilte Silke Kersken von den Wirtschaftsbetrieben auf Anfrage mit.

Donnerstag wurde etwas gefunden: "Eine amerikanische Zehn-Zentner-Fliegerbombe mit einem Aufschlagzünder", wie Ingo Wobker vom Ordnungsamt erklärte. "Die Bombe lag ein bisschen blöd, deshalb brauchten wir ein größeres Loch", äußerte er sich zu dem großen Erdhügel rings um die Fundstelle.

Zwar ist eine solche Bombenentschärfung für Experten nichts ungewöhnliches, Sicherheitsvorkehrungen müssen aber trotzdem getroffen werden. So war nicht nur die kurzzeitig die B288 gesperrt und die Rheinschifffahrt betroffen. Auch Insgesamt 2741 Menschen im Umkreis mussten informiert und teilweise evakuiert werden. Das absperren und informieren übernahmen 15 Feuerwehrleute, 20 Polizisten und 60 Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Anwohner, die im Umkreis von 500 Metern der Fundstelle wohnen, wurden aufgefordert, bis 13 Uhr ihre Wohnungen zu verlassen und anderweitig unterzukommen. Die Menschen im Umkreis von 1000 Metern wurden angehalten, sich in Räumen aufzuhalten, die der Fundstelle abgewandt sind. "Bei einer eventuellen Explosion könnten Fensterscheiben zerspringen", erklärte ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes diese Sicherheitsmaßnahme. Außerdem sollten Bürger die Fenster geschlossen halten und sich bis zur Entwarnung nicht mehr im Freien aufhalten.

Wer in der Evakuierungszone wohnt und keine Gelegenheit hatte, bei Bekannten unterzukommen, für den wurde das Gemeindezentrum der Herz-Jesu-Kirche in Serm bereitgestellt. "Wir rechnen bei solchen Einsätzen mit etwa zehn Prozent der zu evakuierenden Personen", sagte Christoph Möllenbeck vom Deutschen Roten Kreuz. Er war mit einigen Kollegen des DRK angerückt, um die Menschen im Gemeindezentrum mit Getränken und belegten Brötchen zu versorgen. "Wie viele genau kommen, kann man schwer abschätzen. Manche sind arbeiten, manche verreist", sagte der DRKler. Um kurz nach 13 Uhr waren es dann tatsächlich genau zwei Seniorinnen, die im Aufenthaltsraum Platz genommen hatten. "Wir sind Nachbarinnen. Hätte Frau Stahl mich nicht informiert, dann hätte ich das gar nicht bemerkt", sagte Angelika Klaas und fügte hinzu: "Es ist immer gut, wenn man eine gute Nachbarschaft hat."

Die gute Nachbarin, Theodora Stahl, habe sie dann im Auto zur Kirche mitgenommen. "Wir sind vorsichtshalber weg. Ich hätte am liebsten meine ganzen Videokassetten mitgenommen, die kann mir ja keiner ersetzen, wenn etwas passiert", sagte Stahl. Zuversichtlich sei die 78-Jährige, das schon, aber Angst habe sie trotzdem: "Ich bin vor dem Krieg geboren, ich weiß, was Bomben sind."

Dennoch glaubte Stahl, dass alles gut ausgeht. "Der Mensch, der die Bombe entschärft, der hat ja sicher auch Familie und möchte am Leben bleiben", sagte Stahl und wird sich um 14.19 Uhr wohl gefreut haben, dass sie recht behalten hatte.

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