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Duisburg
Bombenfunde klären Schicksale

Duisburg im Bombenkrieg: Deswegen liegen so viele Bomben in Neudorf
Duisburg im Bombenkrieg: Deswegen liegen so viele Bomben in Neudorf FOTO: Zeitzeugenboerse Duisburg
Die Zeitzeugenbörse half einer Familie aus Plymouth bei der Spurensuche nach einem vermissten Angehörigen. Sie hatte von den Bombenfunden an der Pappenstraße in Neudorf gelesen.

 "Das Internet macht es nun möglich, unter anderem auch die Geschichte des 2. Weltkrieges wieder in gegenseitige und schmerzliche Erinnerungen zurück zu rufen," so bringt es Hans Willi Buetefuer vom Neudorfer Bürgerverein auf den Punkt. Denn nach den Bombenfunden an der Pappenstraße in Neudorf hat sich Clive Armstrong aus Plymouth in Devon an den Neudorfer Bürgerverein mit einer Frage zum Schicksal seines Onkels, Sergeant Eric Styles, gewandt. Er war 1942 Funker im Whitley Mark V Bomber Z 9512 des RAF Bomber Command.

900 Tonnen Bomben abgeworfen

Dieser Bomber war am 31. Juli um 23.20 Uhr vom Flugplatz Honeybourne in Worcestershire zu einem Großangriff von 630 Bombern gegen die Nachbarstadt Düsseldorf in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August 1942 gestartet. Hierbei wurden über 900 Tonnen Bomben abgeworfen und insgesamt gingen bei diesem Angriff 29 Flugzeuge verloren, darunter der Whitley von Eric Styles. Die Familie, insbesondere die noch lebende Tochter Mary, eine Cousine von Clive Armstrong, wusste nie, was in dieser Nacht passiert ist.

Willi Buetefuer leitete die Anfrage postwendend an Luftkriegshistoriker Harald Molder von der Zeitzeugenbörse Duisburg weiter, der nicht nur den Lagebericht des Polizeipräsidenten nach Plymouth senden konnte, sondern auch zwei Aufnahmen aus dem Duisburger Stadtarchiv von der Absturzstelle am Sternbuschweg, nahe der Kreuzung zur Koloniestraße. Pilot Officer A.W.Thompson, wurde bei diesem Angriff schwer verletzt und in das im Mai 1942 in einem Wald in der Nähe der Stadt Sagan etwa 160 km südöstlich von Berlin gegründete STALAG Luft 111 gebracht. Der Rest der Besatzung: P/O C.L.Szumlinski RCAF, Sgt W.V.Donahue RCAF, Sgt E.J.Jones RCAF und eben F/S E.L.Styles RAF wurden im Einsatz getötet und sind auf dem Alliierten Friedhof im Reichswald beigesetzt.

Verurteilt und nach Dresden gekommen

Interessant in diesem Zusammenhang war für Harald Molder auch das Schicksal des Piloten A.W. Thompson, der nach Beleidigungen gegen das Deutsche Reich und einen Angriff gegen einen Unteroffizier vom STALAG Luft III nach Dresden gebracht wurde. Er wurde noch einmal verurteilt, da er einen Befehl des Militär Gefängnis in Graudenz missachtet hatte. Er brach Anfang Juli 1944 aus dem Gefängnis aus, wurde wieder festgenommen und durch ein Exekutionskommando wegen Gehorsamsverweigerung am 5. Juli 1944 im Alter von 31 Jahren erschossen. Er wurde mit vollen militärischen Ehren am 8. Juli 1944 beigesetzt. Er wurde später umgebettet auf den Militärfriedhof in Malbork in Polen.

Berühmtheit erlangte das STALAG Luft III durch einen Massenausbruch in der Nacht vom 24. / 25. März 1944, der in dem Film "Gesprengte Ketten" mehrfach verfilmt wurde.

 
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