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Innenansichten Die Universität Duisburg-Essen
Brücke zwischen Theorie und Praxis

Innenansichten Die Universität Duisburg-Essen: Brücke zwischen Theorie und Praxis
Dr. Stefan Haep ist Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des IUTA. FOTO: reichwein
Duisburg. Das Institut für Energie- und Umwelttechnik an der Universität Duisburg-Essen, kurz IUTA, ist eine Stätte für Grundlagenforschung und Anwendung zugleich. Hier soll der Technologietransfer in die Region beschleunigt werden. Von Amela Radetinac

Vor mehr als 25 Jahren wurde das Forschungsinstitut IUTA - damals noch Institut für Umwelttechnologie und Umweltanalytik - nach einer Idee der Universität Duisburg-Essen gegründet. "Um zur Unterstützung des Strukturwandels in NRW technologiebasierte Unternehmen zu unterstützen", erläutert Dr. Stefan Haep, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des Instituts.

Bis heute verfolgt der Verein das Ziel, Wissen und Methoden aus der energie- und umwelttechnischen Forschung in neue Verfahren und Produkte für die mittelständische Industrie zu übersetzen. "Mit der Universität als starken Partner haben wir direkten Zugang zu Grundlagenforschung", so Dr. Haep, "und mit 130 Mitarbeitern aus der Physik, Chemie und den Ingenieurswissenschaften auch das nötige Know-how." Seit seiner Gründung im Jahr 1989 arbeitet die Belegschaft auf inzwischen 2680 Quadratmetern Büro- und Laborflächen und 4900 Quadratmetern Technikumsflächen an vielen verschiedenen Einzelprojekten, die von der Industrie an das IUTA herangetragen werden.

"Wir gehen den Dingen auf den Grund und bieten Lösungen an", sagt Dr. Haep. 2014 erhielt IUTA zusammen mit dem Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West für eine Entwicklung zum Recycling von Industrie-Abwässern den Deutschen Rohstoffeffizienzpreis. Oft arbeiten sie in Forschungsverbünden mit Unternehmen und anderen Instituten.

Am IUTA entwickeln die Forscher beispielsweise Messgeräte und -techniken weiter, um Mikroschadstoffe, herrührend vom Plastikmüll etwa oder der Pharmazie von Mensch und Massentierhaltung, im Wasser nachzuweisen. Außerdem werden Nanomaterialien im Maßstab Kilogramm je Stunde hergestellt sowie die potenziellen Gefahren von verschiedenen Nanomaterialien untersucht. Die Mitarbeiter forschen an funktionalisierten Filtern zur Luftreinigung ebenso wie sie Sicherheitswerkbänke für die Zubereitung von Pharmazeutika und die Fertigung von Halbleitern weiterentwickeln.

"Durch viele dieser Entwicklungen zieht sich in Verbindung mit der Funktionalisierung das Thema Energieeffizienz", ergänzt Dr. Stefan Haep. Ein Beispiel: Um Staubpartikel filtern zu können, müssen die Filter von Luft durchströmt werden. Bislang galt: Je dichter der Filter, desto besser seine Leistung. Aber umso größer auch sein Strömungswiderstand und damit die für den Druck erforderliche Energie, um dieses dichte Material zu durchströmen.

IUTA wirkt dem entgegen, indem es an Materialien und Effekten forscht, die bei geringerem Materialaufwand sogar eine höhere Schadstoffabscheidung ermöglicht. "Dabei versuchen wir von vornherein zu berücksichtigen, dass diese Entwicklungen nachhaltig sind." Also Materialgewinnung, Filterherstellung, -nutzung wie -entsorgung umweltverträglich sind.

Das muss allerdings auch bezahlt werden. Als eingetragener Verein finanziert sich das Institut über mehrere Säulen: Zum einen, indem es öffentliche Mittel von Projektträgern und Stiftungen für einzelne Projekte einwirbt: Um diese Fördergelder von Land, Bund und EU zu erhalten, "müssen wir uns im freien Wettbewerb der Ideen behaupten", so Dr. Haep. Zum anderen indem es Dienstleistungen wie Prüfaufgaben, Gutachten und Analysen erbringt. Darüber hinaus ist IUTA Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft und wird als deren Mitglied institutionell gefördert ebenso wie es seit 2015 auch vom Land gefördert wird.

Die so finanzierte Forschung und Entwicklung kommt insbesondere den mittelständischen Unternehmen zugute. Nicht selten ist dies ihre einzige Möglichkeit, innovative Ideen schnell umsetzen zu können. Im Gegenzug schaffen diese Arbeitsplätze und sorgen dafür, dass NRW im nationalen und internationalen Wettbewerb nicht nur den Anschluss nicht verpasst, sondern auch Vorreiter nachhaltiger, energieeffizienter Technologien wird. "Dazu gehört eine gute Infrastruktur von technologiebasierten Unternehmen, einer Universität, an welcher der Nachwuchs ausgebildet wird und von Forschungsinstituten, die nah dran sind und gut ausgestattet", so der geschäftsführende Vorsitzende. "Wir sind quasi das Sprungbrett auf ein höheres technologisches Niveau."

Quelle: RP
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