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Duisburg
Brückenzug wohl erst 2024 fertig

Duisburg: Brückenzug wohl erst 2024 fertig
Bis zu 27.000 Fahrzeuge passieren täglich den Ruhrorter Brückenzug. Die Bahnen der Linie 901 fahren zusätzlich im Viertelstundentakt. Mit der Sanierung soll der Verkehr flüssiger fließen. FOTO: Probst
Duisburg. Der erste Bauabschnitt an der Oberbürgermeister-Lehr-Brücke ist jetzt beendet. Doch die weiteren Bauarbeiten verzögern sich. Ausschreibungen sind erst für 2017 geplant, der Baubeginn für 2018. Von Franziska Hein

Einen Etappensieg konnte die Stadt Duisburg gestern im Beisein von Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) vermelden: Der erste Bauabschnitt des Ruhrorter Brückenzugs über den Vinckekanal und Vinckeweg ist fertig. Schon seit dem Sommer rollt der Schienen- und Straßenverkehr wieder über die OB-Lehr-Brücke, aber bis jetzt dauerten die letzten Arbeiten - etwa der Rückbau der Behelfsbrücke.

Mehrere Bombenfunde, hohe Rheinpegel und harte Winter hatten den Bau verzögert - und verteuert. 27 Millionen Euro hat der erste Bauabschnitt gekostet statt 21 Millionen. Der ursprüngliche Plan, den Brückenzug bis 2019 komplett zu sanieren, wird nicht einzuhalten sein. Im kommenden Jahr wird die Stadt Duisburg mit dem Land und den Verkehrsverbünden den zweiten Bauabschnitt abstimmen. Ausgeschrieben werden die Aufträge für die Bauarbeiten erst 2017.

Ulrich Grupe, Abteilungsleiter beim Amt für Stadtentwicklung, rechnet nicht mit einem Baubeginn vor 2018. Drei bis vier Jahre sind für den zweiten Bauabschnitt geplant, so dass mit einem Ende vermutlich erst 2024 zu rechnen ist. "Im nächsten Bauabschnitt erfolgen der Bau von zwei neuen Brücken sowie der Ersatz der Kaiserhafenbrücke durch ein Dammbauwerk über den Hafenkanal und die Ruhr", erläuterte gestern Planungsdezernent Carsten Tum. Sperrungen für den Verkehr soll es aber nicht geben.

Verkehrsminister Michael Groschek (v.l.), OB Sören Link und Planungsdezernent Carsten Tum verkündeten das Ende des ersten Bauabschnitts. FOTO: Reichwein

Oberbürgermeister Sören Link (SPD) war trotz der Verzögerungen zufrieden. "Für den Logistik-Standort Duisburg ist das ein wichtiges Projekt. Die Verkehrsverbindung zum Hafen ist für den Warentransport sehr wichtig", sagte er. Täglich passieren bis zu 27.000 Fahrzeuge, davon 3700 Lkw, den Brückenzug. Damit gehört der Ruhrorter Brückenzug zu den am stärksten befahrenen innerstädtischen Straßen. Noch wird die Ruhr mit einer 100 Jahre alten Brücke überquert, die der damalige Oberbürgermeister Duisburgs, Karl Lehr, nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Stadt Köln gegen Kohle eintauschte. Sie war Bestandteil der Hohenzollernbrücke.

"Die Sanierung der Brücke ist die vom Volumen her größte Einzelmaßnahme in NRW", sagte Link. Auch Verkehrsminister Groschek hob das hervor. Ein großer Teil der Investitionen trägt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Das sei weder selbstverständlich noch wiederholbar, sagte der Minister. Die Straßenbahnen der Linie 901 fahren im 15-Minuten-Takt über die Rheinquerung. Das soll durch die Sanierung reibungsloser funktionieren.

Insgesamt 100 Millionen Euro soll die Sanierung des Brückenzuges kosten. 55 Prozent der Kosten entfallen auf den Individualverkehr, 45 Prozent auf den öffentlichen Nahverkehr. Die Stadt muss zehn Prozent der Kosten des Anteils des öffentlichen Nahverkehrs tragen, 30 Prozent beträgt der Eigenanteil beim Individualverkehr. Finanziert wird das unter anderem mit den Fördergeldern des Bundes, mit denen die Stadt ihre Investitionsoffensive starten will (RP berichtete). Auch die Mittel des Landes und die des VRR sollen bereits zugesagt sein, hieß es gestern. "Wir brauchen einen Infrastrukturvorsprung", sagte Groschek. "Diese Brücke wird uns alle im Amt überleben."

Quelle: RP
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