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Duisburg
Bundestagsabgeordneter oder Ratsherr?

Duisburg. Volker Mosblech (CDU) will die Partei entscheiden lassen, wo er mehr gebraucht wird.

Die Formalitäten sind erledigt, Volker Mosblech ist nach Bärbel Bas, Mahmut Özdemir (beide SPD) und Thomas Mahlberg (CDU) der vierte Duisburger Bundestagsabgeordnete. Doch ob er das auch bleibt? Denn im Gegensatz zu vielen anderen Ortsverbänden gibt es in der Duisburger CDU einen Doppelmandatsbeschluss. Das heißt: Abgeordneter in Berlin oder Düsseldorf und gleichzeitig Ratsmitglied in Duisburg - das funktioniert nicht. Die Christdemokraten wollten mit dieser Entscheidung seinerzeit eine Ämterhäufung verhindern. Die Folgen dieses Beschlusses hat unter anderem die einstige Duisburger Ratsfraktionsvorsitzende der Christdemokraten, Petra Vogt, akzeptieren müssen, als sie in den Düsseldorfer Landtag einzog und sich aus dem Stadtrat zurückziehen musste.

Volker Mosblech ist noch nicht sicher, ob Berlin tatsächlich für ihn die richtige Adresse ist. Wenn es hart auf hart kommt, sagte er gegenüber der RP, dann sei ihm die Arbeit in Duisburg wichtiger. Und damit meint er nicht nur die im Stadtrat, sondern auch die als Bürgermeister der Stadt Duisburg. Die Partei müsse entscheiden, wo er für die CDU die beste Arbeit leisten könne, sagt er. In der Vergangenheit hatte er stets betont, dass er ein Parteisoldat sei und es daher für ihn selbstverständlich gewesen sei, im Duisburger Norden für den Bundestag zu kandidieren, auch wenn die Erfolgsaussichten von vornherein gleich Null waren.

Dass er nun für zwei Jahre noch in Berlin mitarbeiten kann, ist auf den Tod von Philipp Mißfelder zurückzuführen. Der außenpolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion war vor zwei Wochen im Alter von 35 Jahren gestorben. Auf der NRW- Liste der Partei war Mosblech der erste Nachrücker für den Bundestag. Mosblech hatte sich schon ein paar Wochen vorher mit einem Umzug in die Bundeshauptstadt befassen müssen. Denn der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kampeter wird 2016 wegen eines Wechsels in die private Wirtschaft sein Mandat abgeben. Mosblech wäre spätestens dann, und dann auch nur noch für ein Jahr MdB geworden, weil 2017 neu gewählt wird. Diese Vorstellung hatte bei ihm eher Zweifel als Freude hervorgerufen.

Nach den Sommerferien wird sich der Duisburger CDU-Parteivorstand mit dem Thema befassen müssen und möglicherweise über den Sinn des Doppelmandatsbeschlusses diskutieren. Bleibt es dabei und bleibt Volker Mosblech in Berlin, dann wird für ihn Thomas Kempken in den Rat nachrücken.

(hch)
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