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Duisburg
CDU fordert Erstaufnahmeinrichtung für Asylbewerber

Duisburg. Der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Rainer Enzweiler drängt die Stadtverwaltung auf zügiges Handeln bei der Schaffung von weiteren Plätzen für Asylbewerber. "Ich erwarte, dass sie zur Ratssitzung im September dazu ein Konzept vorlegt." Derzeit werde Vieles geprüft, "und wir wollen wissen, was dabei rausgekommen ist". Zugleich hielte er eine Erstaufnahmeeinrichtung für sinnvoll, "in der 1000 oder 1500 Asylsuchende Platz finden können." Als Standort sei das ehemalige Thyssen-Verwaltungsgebäude am Landschaftspark-Nord geeignet. Es stehe seit Jahren leer, sei groß und geräumig. "Bei der Sturmflut in Hamburg wurde den obdachlos gewordenen Menschen damals innerhalb weniger Tage geholfen. Es kann doch nicht sein, dass wir uns hier damit so viel Zeit lassen."

Enzweiler ist davon überzeugt, "dass die Experten Recht haben, die darauf verweisen, dass der Strom der Flüchtlinge noch lange nicht abreißen wird". Ähnlich wie schon Sozialdezernent Spaniel sieht auch Enzweiler die Notwendigkeit, dass geeignete Wohnungen und Gebäude zur Flüchtlingsunterbringung zügig zur Verfügung gestellt werden. "Ich kann nicht nachvollziehen, dass es immer wieder Probleme mit dem Brandschutz sind, die die Verfahren in die Länge ziehen", so der Christdemokrat. "Meistens geht es dabei doch um fehlende Fluchtwege. Die lassen sich auch mit soliden Metallkonstruktionen zügig an Häusern von Außen anbauen, das geht schnell." Eine Erstaufnahmeeinrichtung in Duisburg mache für die Stadt gleich aus zwei Gründen Sinn. Zum einen werde die Zahl der Aufgenommenen auf die Quote angerechnet, die die Stadt aufnehmen muss. "Und zum anderen würden die Kosten für die Herrichtung des Gebäudes und die Betreuung der Asylsuchenden vom Land finanziert."

Aus seiner Sicht machen Gemeinschaftseinrichtungen auch viel mehr Sinn, als die Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen. "Die Menschen, die hier Asyl beantragen, haben traumatische Erlebnisse hinter sich. Sie müssen betreut werden. Das ist in Gemeinschaftseinrichtungen wesentlich effektiver möglich, zumal die Menschen sich dort auch noch mit anderen austauschen können, die ähnlich Schlimmes erlebt haben", sagt Rainer Enzweiler. Dem gestern angekündigten Bau einer Zeltstadt in Walsum sieht er hingegen sehr kritisch. "Ich persönlich bin dagegen." Denn man könne doch nicht Flüchtlingen in einem solchen Provisorium unterbringen, auch nicht vorübergehend, "das teuer ist und ihnen bei Regen, Eis und Schnee kaum Schutz bietet."

(hch)
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