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Duisburg
Chor steuert den richtigen Hafen an

Duisburg: Chor steuert den richtigen Hafen an
Der Shanty-Chor Duisburg startete schon traditionell mit dem Duisburger Hafenlied. FOTO: Volker Poley
Duisburg. Da hatte der Kapitän offensichtlich den richtigen Hafen angesteuert. Nach wechselnden Gastspielorten in den letzten Jahren ging der Shanty-Chor Duisburg mit seinem diesjährigen Herbstkonzert im Steinhof vor Anker. Von Volker Poley

Eine Entscheidung, die Wolfgang Neuwald, der Vorsitzende des maritimen Chors, nicht bereut: "Wir haben 470 Karten verkauft, mussten sogar noch Stühle zusätzlich aufstellen, eine tolle Resonanz". Froh gestimmt nahm man so die ebenfalls gut gelaunten Gäste mit auf eine über dreistündige musikalische Reise über die sieben Weltmeere. Mit der Aussage "Musik ist die Weltsprache, für die man kein Wörterbuch braucht" stimmte Neuwald die Besucher zu Beginn auf ein stimmungsvolles maritimes Potpourri ein, das durch das Mitwirken der fast zum Inventar gehörenden und befreundeten "Friends Of Dixieland" mit ihrem fröhlichen Sound noch zusätzlich aufgewertet wurde. Traditionell starteten die Shanty-Jungs ihr Konzert mit dem Duisburger Hafenlied. Danach hieß es aber "Leinen los" und die Besucher ließen sich vom Chor bereitwillig mit "auf große Fahrt" nehmen. Viel wurde von Seefahrerromantik gesungen, von Liebe und Treue (die je nach Bedarf dem weiten Meer oder dem zurückgebliebenen Mädel im heimatlichen Hafen geschworen wurde) und dem Fernweh. Mit ihrer Titelauswahl hatten die Veranstalter offensichtlich genau den Nerv des Publikums getroffen, Freddy Quinn-Fans fühlten sich mit Titeln wie "Unter fremden Sternen", "Sie hieß Mary Ann" und "Einmal noch nach Bombay" bestens bedient. Klassiker wie "Nimm mich mit Kapitän, auf die Reise" und der absolute Mega-Welthit "La Paloma" durften natürlich auch nicht fehlen und animierten zum Rudel-Mitsingen. Die Besucher ließen sich von dem 24 Mann starken Chor, der von sieben Musikern unterstützt wurde, nicht nur mit auf die Weltmeere nehmen, sondern fanden sich auch musikalisch "In der alten Hafenkneipe" wieder, wo "Ein Korn und ein Bier und ein Schifferklavier" auf trinkfeste Seeleute warteten. Klasse war auch die Shanty-Version des alten britischen Seefahrer-Songs "Leaving Of Liverpool", das auch bei den "Dubliners" viele Jahre zum Standard-Repertoire gehörte. Zum Abschluss gab's mit dem absoluten Ohrwurm "Rolling Home" noch mal Gänsehaut pur und ein absolutes musikalisches Highlight. Dass man nach dem tollen Konzert den Shanty-Chor nicht ohne Zugaben von Bord ließ, war nur logisch. Shanty-Man Karl-Heinz zeigte zum Finale noch einmal mit seiner Interpretation des Erfolgshits von Freddy Quinn "Irgendwann gibt's ein Wiedersehen", dass er stimmlich dem Original erstaunlich nahe kommt. Dass das Wiedersehen nicht in allzu weiter Ferne sein wird, hoffen auch Besucherin Roswitha Hausmann und ihre Freundin: "Das war ein wunderschönes Konzert, beim nächsten Mal sind wir auf jeden Fall wieder dabei."

Quelle: RP
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