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Duisburg
Commerzbank-Kunden äußern sich optimistisch

Duisburg. Rund jeder vierte Duisburger Bankkunde, der als Geschäftsmann bis zu 2,5 Millionen Euro pro Jahr umsetzt, arbeitet hier mit der Commerzbank zusammen. Wenn die Stimmungslage dieses Viertels ausschlaggebend für die übrigen ist, dann wird sich Duisburgs Wirtschaftsmarkt durchaus positiv entwickeln. Denn die von einem unabhängigen Institut im Sommer Befragten sind optimistisch. Dreiviertel antworten auf die Frage, wie sie die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Branche in 2015 beurteilen, mit sehr gut oder stabil. Verschlechterungen hat nur jeder Vierte ausgemacht. "Auch der Ausblick für das kommende Jahr ist positiv; Duisburgs Geschäftskunden sind deutlich optimistischer als im Vorjahr - mit 33 Prozent hat sich die Zahl der Optimisten gegenüber 2014 sogar verdreifacht", sagt Verena Severin, Niederlassungsleiterin der Commerzbank in Duisburg. Von Hildegard Chudobba

Doch manche Sorgen treiben die Freiberufler unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung nach wie vor um: 25 Prozent der Duisburger Geschäftsleute befürchtet, dass Kunden ihre Rechnungen nicht bezahlen. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr und sieben Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Daneben treibt sie die Angst, keine Fachkräfte zu finden. Fast jeder Vierte gab das an. Auffällig ist für Sven Janssen, Geschäftskundenleiter der Commerzbank Duisburg, "dass die Geschäftskunden eher in ihre Betriebe investieren als in die Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter." Nur knapp jeder Zweite biete eine betriebliche Altersvorsorge an und damit deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt (37 Prozent). So groß die Sorge der Geschäftskunden ist, keine geeigneten Arbeitskräfte zu finden. So gering mit nur 20 Prozent die Bereitschaft ist, ins Personal zu investieren, wenn Geld ausgegeben wird, dann eher für die Modernisierung des Unternehmens im Bereich IT (43 Prozent) und für Marketing (33 Prozent). Zwischen Investitionsplanung und tatsächlich erfolgten Investitionen klafft allerdings eine Lücke. Danach gefragt, zu welchem Teil die für erste Halbjahr 2015 geplanten Investitionen auch umgesetzt wurden, gaben 65 Prozent zu, das nur teilweise getan zu haben. Die Geschäftsleute gaben zu 62 Prozent an, dass sie Investitionen in EDV, Internet und mobile Kommunikation für sehr wichtig halten. Doch beim Einsatz von Internet scheint Nachbesserungsbedarf zu bestehen. Nur 22 Prozent waren im vorigen Jahr auch im Internet beruflich aktiv, immerhin zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.

Beim Einsatz von mobilen Angeboten scheinen Duisburgs Geschäftsleute eher konservativ zu sein. Zumindest gaben rund 60 Prozent an, keine mobilen Angebote zu machen. Und sich in sozialen Netzwerken zu präsentieren, kommt für sie zu 73 Prozent gar nicht infrage. Geht es darum, sich beim Kunden das zustehende Geld zu holen, so ist das Vertrauen in elektronische Zahlungswege eher gering. Fast 70 Prozent der Befragten bauen darauf, dass der Kunde die erhaltene Rechnung z.Bsp. per Überweisung bezahlt. Die Duisburger Commerzbank will nun verstärkt für ihr online-Zahlverfahren werben. Und sie arbeitet daran, den Kundenanteil zu vergrößern, der sich Investitionen finanzieren lässt. Denn mehr als drei von vier Geschäftskunden gaben an, dass sie das benötigte Kapital aus dem Betrieb oder aus Rücklagen nehmen. "Das wird dann gefährlich, wenn ihre Kunden größere Rechnungsbeträge nicht begleichen", sagt Janssen. "Dabei wäre es gerade jetzt intelligent, die niedrigen Zinsen zu nutzen."

Quelle: RP
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