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Duisburg
Dankbar für jede Spende

Duisburg: Dankbar für jede Spende
Durch Mini-Schafherden können sich Kleinbauern in Bosnien finanzieren - das Geld für die Tiere stammt aus Spenden. Die etwa Heribert Hölz (re.) zusammenträgt. FOTO: bosnienhilfe
Duisburg. Heribert Hölz sammelt unermüdlich für die Bosnien-Hilfe der Caritas. Im vergangenen Jahr kamen so 185.000 Euro zusammen. Von dem Geld werden unter anderem Schafherden für bosnische Kleinbauern finanziert. Von Volker Poley

Mit der Spendensumme von 185.000 Euro hat Heribert Hölz im vorigen Jahr noch mehr Geld zusammengetragen als in 2014. Die Verwendung der Spendengelder lässt Hölz, der - auch wenn längst pensioniert - immer noch für die Caritas aktiv ist, jedes Jahr von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer kontrollieren. "Das ist mir selbst sehr wichtig." Aber auch seine zahlreichen Spender möchte er darüber informieren, was mit dem Geld geschieht.

Neben vielen Einzelspenden tragen auch etliche Aktionen wie Benefiz-Konzerte, privat organisierte Kuchen- und Imbiss-Stände und weitere Aktivitäten zu dem Gesamtergebnis bei. Als wahrer Renner erweist sich dabei die "Schafpaten-Aktion", bei der Schulklassen und Kindergärten Geld sammeln, mit denen Mini-Schafherden für bosnische Kleinbauern finanziert werden.

Alleine im vergangenen Jahr konnten auf diese Weise Schafe für 10.000 Euro gekauft werden. Mit deren Hilfe können sich Kleinbauern vor Ort - jede der ausgewählten Kleinbauern-Familien erhält fünf Schafe und einen Schafbock - eine neue Existenz aufbauen. Mit diesem und anderen Projekten leistet Heribert Hölz "Hilfe zur Selbsthilfe".

Als Beispiel führt der 73-Jährige, der sich immer wieder selbst vor Ort über den Stand der Projekte und die Verwendung der Gelder ein Bild macht, eine bosnische Familie an, die im "immer noch bitterarmen Land" keine Perspektive mehr sah und nach Deutschland wollte. Mit der neuen noch kleinen Herde - der Schafbock ist nun stark gefordert - konnte der Familie neue Hoffnung gegeben werden.

Und als bei der Übergabe der Mini-Herde ("Das ganze Dorf war auf den Beinen") der örtliche Züchter auch noch fünf kleine Lämmer - für jedes Kind eines - spendierte, war nicht nur die betroffene Familie zu Tränen gerührt.

Heribert Hölz, der bei seiner jüngsten Tour von Ehefrau Ursula und dem Theologen-Ehepaar Irmgard und Rudolf Weth begleitet wurde, beschreibt die hoffnungslose Lage viele Menschen in Bosnien auch 20 Jahre nach dem Ende der Jugoslawien-Kriege als dramatisch: "Der Staat ist durch und durch korrupt, es gibt kaum Arbeit, die Leute leben dort von 50 Euro im Monat." Dass unter diesen Umständen Menschen woanders ein besseres Leben für sich und ihre Kinder suchen, ist für den Caritas-Mitarbeiter nachvollziehbar. Die aktuellen Diskussionen betrachtet er dabei skeptisch: "Mit dem Begriff 'Wirtschaftsflüchtlinge' wird bei uns schon sehr locker umgegangen."

Um sicher zu gehen, dass die Spenden zielgerichtet verwendet werden, arbeitet Hölz mit den bosnischen Caritas-Verbänden und den Pfarrern vor Ort eng zusammen. Mit insgesamt 25.000 Euro wurde im vergangenen Jahr die ambulante Kranken- und Altenhilfe in zwei bosnischen Kleinstädten unterstützt, mit 20.000 Euro die Suppenküche in Zenica ("70 Prozent Arbeitslosigkeit"), die täglich rund 120 Mahlzeiten für die "Ärmsten der Armen" bereitstellt. 76 Familien wird derzeit monatlich mit je 25 Euro im Rahmen der Familienpatenschaften geholfen.

Stolz ist der Buchholzer Caritas-Mitarbeiter auf zwei Projekte, die sich mittlerweile selbst tragen. Dazu gehören die Obstplantage einer bäuerlichen Genossenschaft, die die Früchte an eine Konservenfabrik liefert und die Förderung von kleinbäuerlichen Betrieben, die maschinell modernisiert wurden und sich dank geschaffener Vermarktungsstrukturen selbst behaupten können.

Wer die Bosnienhilfe unterstützen will, kann Spenden auf folgendes Konto überweisen: Caritas Duisburg IBAN: DE 14 3505 0000 0200 1403 05 Stadtsparkasse Duisburg Stichwort "Bosnienhilfe"

Quelle: RP
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