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Duisburg
Das größte Problem: Einbrüche

Duisburg: Das größte Problem: Einbrüche
FOTO: NW008101
Duisburg. Die Polizei veröffentlichte gestern ihre Kriminalitätsstatistik für 2015. Rund 300 gestohlene Autos weisen die Zahlen aus, die Beute bei Einbrüchen in Duisburg lag bei über fünf Millionen Euro. Von Hildegard Chudobba

Die Gefahr, Opfer eines Einbrechers zu werden, ist in Duisburg groß. Wie im gesamten Land, so ist im vergangenen Jahr die Zahl der Einbrüche auch hier deutlich gestiegen. Zu den insgesamt 55.604 Straftaten (bei einer Aufklärungsquote von 55,2 Prozent, zehn Prozent mehr als im Vorjahr) gehörten allein 37.499 Eigentumsdelikte, davon 2220 Wohnungseinbrüche (Aufklärungsquote 15 Prozent, im Vorjahr 1556 Einbrüche). Das geht aus der gestern veröffentlichten Kriminalitätsstatistik für 2015 hervor.

Wegen dieser Entwicklung bei den Einbrüchen setzt die Polizei hier - möglicherweise schon ab Mitte April - auf das "Einbruchsradar". Auf Internetseiten können die Bürger dann nachlesen, wo sich Einbrüche mehren und sind dann (hoffentlich) besonders aufmerksam (wir berichteten gestern).

Die Polizei - hier Polizeisprecher Ramon van der Maat (links) - informiert regelmäßig im Rahmen ihrer Kampagne "Riegel vor", wie man sich gegen Einbrüche besser schützen kann. FOTO: Andreas Probst

Deutlich macht die Statistik, dass die Angst der Bürger, Opfer eines Überfalls auf offener Straße zu werden, nicht unbedingt zur Faktenlage passt. Denn die Gewaltkriminalität ist im vergangenen Jahr mit 1700 Taten um 6,5 Prozent gesunken - bei einer Aufklärungsquote von 72 Prozent. In zwei von drei Fällen hatten es die Räuber dabei auf teure Smartphones oder Bargeld abgesehen. Beste Ermittlungserfolge gab es erneut bei so genannten Straftaten gegen das Leben. Wie in den Vorjahren haben hier die Beamten im vergangenen Jahr jede der acht Taten aufgeklärt. Besonders (zeit-)aufwendig waren dabei die Ermittlung im Mordfall Dagmar Eich aus Dinslaken, die von ihrem Sohn und von drei seiner Freunde getötet und dann verscharrt worden war. Auffällig war für die Polizei im vergangenen Jahr die Steigerung bei der Zahl der gestohlenen Kraftfahrzeuge. In 2015 meldeten 300 Besitzer ihre Wagen als gestohlen, mehr als doppelte so viele wie im Jahr 2014 (194 Fälle). Dabei hatten es die Täter in den Monaten August, September und Oktober erstaunlich oft auf VW Mittelklassewagen (Golf, Caddy) mit einem Zeitwert von um die 10.000 Euro abgesehen, so die Polizei.

Auf unverändert hohem Niveau blieb im vorigen Jahr mit 222 (219) registrierten Taten die Zahl der Widerstände gegen Polizeibeamte. Sie sei fassungslos, dass ihre Mitarbeiter "beinahe täglich bei ihrer Arbeit angegriffen und sogar verletzt werden", so Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels, "aber wir werden die Täter in jedem Fall nicht nur strafrechtlich, sondern auch haftungsrechtlich zur Verantwortung ziehen."

So hebeln Einbrecher ein Fenster in 30 Sekunden auf

Doch zurück zu den Einbrüchen: Die Beute, die den Tätern dabei in die Hände fiel, hatte im vorigen Jahr einen Gesamtwert von schätzungsweise 5,3 Millionen Euro, hat die Polizei errechnet. Bargeld und Schmuck waren als Beute besonders begehrt. Und in den meisten Fällen gelangten die Einbrecher durchs Aufhebeln von schlecht gesicherten Fenstern und Türen ins Innere. Ein Blick auf die Ortsteile, in denen die Täter bevorzugt zuschlugen, zeigt, dass die Altstadt und das Dellviertel sowie Bergheim offenbar von ihnen besonders bevorzugt werden. Am Ende der Reihe finden sich Ungelsheim, Alt-Walsum, und Bissingheim.

Und noch eines wird aus der Statistik deutlich: Der Anteil der jungen Straftäter (unter 21 Jahren) wächst und ebenso der Anteil der ermittelten Tatverdächtigen, die keinen deutschen Pass haben. Besonders untersucht hat die Duisburger Polizei die Zahlen in Bezug auf den Anteil rumänischer und bulgarischer Tatverdächtiger.

So schrecken Sie Urlaubs-Einbrecher ab FOTO: gms

Von den 7734 Nicht-Deutschen kamen im vorigen Jahr 1777 aus Rumänien und 420 aus Bulgarien. Unter diesen Rumänen waren 822, gegen die wegen Diebstahl ermittelt wurde, in 641 Fällen wegen Ladendiebstahls. Auffällig ist nach Auswertung der Polizei auch der steigende Anteil der Tatverdächtigen aus Algerien (plus 155) sowie aus Albanien (plus 115) und Syrien (plus 117).

Quelle: RP
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