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Duisburg
Das Interesse für Swing und Funk früh entdeckt

Duisburg: Das Interesse für Swing und Funk früh entdeckt
FOTO: Pressefoto Andreas Probst
Duisburg. Beim Jahreskonzert der Big Band der Musik- und Kunstschule am morgigen Samstag im Grammatikoff wird das Jazz-Orchester mit jeder Menge Swing und Funk aufwarten. Von Alfons Winterseel

Max Greger und Paul Kuhn — Namen, die vor allem der älteren Generation etwas sagen. Beide leiteten ihre Big Bands, waren dem Jazz tief verbunden, ihre Konzerte legendär. Vor 20 Jahren hat Rüdiger Testrut von der Musik- und Kunstschule (MKS) die Big Band der MKS ins Leben gerufen und damit das Interesse der nächsten Musiker-Generationen für Swing und Funk im Jazz-Orchester geweckt. Am Samstag kann man sich beim Jahreskonzert im Grammatikoff davon überzeugen.

1995 begann Rüdiger Testrut als Lehrer für Trompete an der Musik- und Kunstschule. "Es gab damals viele verschiedene Ensembles, aber noch keine Big Band", erinnert er sich. "Ich habe in dieser Zeit viel mit dem Unterhaltungsorchester gearbeitet und einige Musiker angesprochen, ob sie nicht auch Lust hätten, bei einer Big Band mitzumachen."

20 Jahre später sind immer noch einige Gründungsmitglieder dabei, der jüngste Musiker ist um die 20, der älteste 70. "Das ist mein Vater, der extra noch Posaune lernte, weil wir keinen Posaunisten hatten." Bis dahin hatte Rüdiger Testrut noch die Stücke für das Waldhorn umgeschrieben. "Die meisten Musiker hatten schon damals Orchestererfahrung. Neu war aber für sie die Art zu spielen und zu phrasieren."

Der Big-Band-Leiter führte die Musiker langsam an das Material für Jazz Orchester heran: "Wir spielten damals natürlich noch nicht so ausgefuchste Arrangements wie heute." Mittlerweile umfasst das Repertoire der "MKS Big Band" rund 150 Stücke. "Es gibt unfassbar viel Material für Big Bands." Alle 14 Tage treffen sich die Musiker am Wochenende zu den Proben. "Vor Auftritten natürlich häufiger." Der Erfolg der jahrelangen konstanten Arbeit: Beim Landeslaienorchester-Wettbewerb landete die MKS Big Band letztes Jahr auf dem ersten Platz. Die "große" Big Band hat seit drei Jahren einen Ableger: Markus Krieger, ebenfalls Dozent an der Musik- und Kunstschule und wie Rüdiger Testrut kein unbeschriebenes Blatt in der örtlichen Musiker-Szene, leitet die Junior Big Band "Muskito Bee Bee".

"Die Idee zur Gründung resultierte unter anderem aus dem Gedanken, dass wir ja auch Nachwuchs für die MKS Big Band benötigen." Außerdem, so seine Erfahrung, motiviert es erheblich mehr, wenn schon junge Musiker in einem Ensemble mitspielen können, statt allein zu Hause zu üben. "Leider sind ab einem bestimmten Alter Blasinstrumente bei den Jugendlichen nicht mehr so gefragt." Dabei gebe es heute einfaches, aber tolles Material für Big Bands, "die so gar nicht nach Kinderliedern klingen".

Beide Bandleader können sich noch gut an den Beginn ihrer eigenen musikalischen Karriere erinnern. Bei Rüdiger Testrut war es eine Trompete, die zu Hause herumstand, weil Musiker-Kollegen seines Vaters oft zu Gast waren. "Ich konnte sofort ein paar Töne spielen, da war es um mich geschehen", sagt er schmunzelnd. Und bei Markus Krieger weckte die Kollegin seiner Mutter, eine Pianistin, früh das Interesse an der Musik.

Quelle: RP
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