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Duisburg
Das Internet lockt immer noch in viele Fallen

Duisburg: Das Internet lockt immer noch in viele Fallen
Die Verbraucherzentrale in Duisburg hat im vergangenen Jahr 11.200 Bürger beraten. FOTO: Verbraucherzentrale
Duisburg. Im vergangenen Jahr half die Duisburger Verbraucherberatung immer wieder Bürgern, die ungewollt Geschäfte abgeschlossen hatten.

Kostenfallen bei Freemail-Diensten und Abzocke mit mobilen Zahlungsmitteln, Fallstricke beim Onlineshopping und dubiose Mahnbriefe von Inkassobüros - für fast 11.200 Ratsuchende war die Verbraucherzentrale in Duisburg im vergangenen Jahr Wegweiser zu Rat und Recht. Insbesondere Klickfallen beim Onlineshopping hat sie ein dickes "Dislike" erteilt.

Ab in den Warenkorb, Adressdaten eingeben, Zahlungsart auswählen und Bestellung aufgeben - die Beratungsstellenleiterin Marina Steiner berichtet, dass immer mehr Konsumenten die Vorteile des Onlineshoppings zu schätzen wissen: "Doch bereits beim Bestellvorgang können kostenträchtige Gefahren lauern. Dass wesentliche Produktmerkmale oder Endpreise nicht angegeben werden, Kunden bei unbemerkten Extras oder wegen kostenpflichtiger Zahlungsarten draufzahlen, hat im vergangenen Jahr für viele Nachfragen gesorgt", so Steiner. Verbraucherprobleme in der digitalen Welt bestimmen zunehmend den Beratungsalltag.

Ob Wettervorhersagen, Rezepte oder Spiele - tausendfach wurden Nutzer bei diesen Anwendungen nicht nur mit Infos oder Unterhaltung versorgt, sondern durch argloses Tippen auf mitgelieferte Werbebanner unbeabsichtigt in ein kostenpflichtiges Abo gelotst: "Von dem angeblichen Vertragsabschluss haben die Betroffenen jedoch erst erfahren, als das Abo-Entgelt einfach über die monatliche Mobilfunkrechnung abgebucht worden war. Die Rufnummer des Nutzers war automatisch übermittelt worden, was den Abzockern den Weg zum Mobilfunkanbieter weist und die Zahlung ausgelöst hatte", sagt Marina Steiner und zeigt damit die Fallstricke beim sogenannten WAP-Billing auf, dem unkomplizierten Bezahlen per Smartphone. In der Beratungsstelle gab es nicht nur Hinweise zum Sperren solcher Abofallen, sondern auch rechtliche Hilfestellungen, um unrechtmäßig einbehaltene Beträge zurückzuholen.

Unter dem Deckmantel von Deutscher Rentenversicherung, Verbraucherzentrale oder Microsoft hatten Gauner per Telefon versucht, Kontodaten oder Passwörter auszuhorchen oder Geldzahlungen einzutreiben. "Was sich zunächst abenteuerlich anhört, ist in Zeiten der IP-Telefonie mit einem einfachen Trick zu bewerkstelligen. Der Telefonanschluss wird so manipuliert, dass beim Angerufenen auf dem Display eine andere Telefonnummer als die tatsächliche angezeigt wird", berichtet Steiner. Immer wieder finden Internetbetrüger dreiste Methoden, um Nutzer über den Tisch zu ziehen: Über eine gefälschte Webseite versuchten Betrüger zum Beispiel, zur Eingabe von Kreditkarten- oder Log-in-Daten zu verleiten, um später Bank-Konten leerzuräumen. In den Spamordner gehörten Mails, die millionenschwere Erbschaften oder lukrative Arbeitsangebote versprechen und zugleich Vorschuss in beachtlicher Höhe für Transfer- und Anwaltskosten oder als Beitrag zur Aufnahme in eine Datenbank verlangen. Bei vielen außergerichtlichen Rechtsberatungen und -vertretungen standen einmal mehr Probleme mit Telekommunikationsanbietern im Mittelpunkt: Zumeist ging es um nicht nachvollziehbare Posten in der Rechnung oder um Schwierigkeiten bei der Kündigung von Verträgen. Oftmals gab es mit den Unternehmen gleich mehrere Probleme. Eine bleibende Belästigung seit Jahren: Ungebetene Werbeanrufer, die zur Teilnahme an Gewinnspielen drängen oder Energielieferverträge oder Dienstleistungen rund um Telefonie und Internet unterjubeln wollten.

"Vorsicht: Das ist ein Kredit!" - mit dieser Warnung hat die Verbraucherzentrale die Stolperfallen kreditfinanzierter Käufe in den Blick genommen. Steiner: "Die Werbung für Fernseher, Smartphone oder Sofa trommelt für die unkomplizierte Wunscherfüllung durch Null-Prozent-Finanzierung, Sofortkredit oder verlockend klingende Ratenzahlungen. Doch häufig werden diese Konsumfinanzierungen durch zusätzliche Verträge, Versicherungsprämien oder Kreditkartenentgelte zum finanziellen Bumerang." Die Beratungsstelle gab zum einen Hilfestellungen, um gängigen Verkäuferargumenten zu widerstehen und die finanzielle Belastungsgrenze realistisch auszuloten. Zum anderen gab es praktische Hinweise, um das Kleingedruckte auf Fallstricke zu prüfen und gegen überflüssige und teure Zusatzverträge gewappnet zu sein.

Die Verbraucherberatung Duisburg hat ihre Geschäftsräume an der Friedrich-Wihelm-Straße gegenüber von Galeria Kaufhof. Die Öffnungszeiten: Montags von 9 bis 15 Uhr, dienstags und donnerstags von 9.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, freitags von 9 bis 15 Uhr.

Quelle: RP
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