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Duisburg
Das Leben ist eine Frage der Perspektive

Duisburg: Das Leben ist eine Frage der Perspektive
Der Fotograf Giovanni Pinna mit der Kuratorin der Ausstellung, Stacey Blatt, vor der ausgestellten Fotoserie über eine Tanzperformance des "Kaiser Antonino Dance Ensembles" auf der zweiten Etage des Ludwigsturms. FOTO: Heike Kaminski
Duisburg. "Israelische Künstler im Deutschen Raum" heißt eine kleine aber feine Kunstausstellung im Rahmen der von der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen erstmals auf kommunaler Ebene ausgerichteten Kulturtage, die am Sonntag im Duisburger Innenhafen eröffnet wird. Von Olaf Reifegerste

Zeit und Ort der Vernissage, die im Anschluss an die offizielle Eröffnung der Jüdischen Kulturtage um 15 Uhr im Gemeindezentrum stattfindet, ist der angrenzende Ludwigsturm um 15.30 Uhr im Garten der Erinnerung. Den Einführungsvortrag zur Ausstellung übernimmt Andreas Benedict vom Lehmbruck Museum.

Kuratorin der Ausstellung ist die bekannte Duisburger Künstlerin Stacey Blatt. Sie hat drei bildende Künstler, die an unterschiedlichen Orten geboren sind, jetzt aber hier in der Region leben und arbeiten für das ehrgeizige Projekt gewinnen können. Deren in der Ausstellung gezeigte Arbeiten haben alle mit dem sich verändernden Leben in einer sich rasant wandelnden Zeit zu tun: Manchmal ist der abgebildete Veränderungsprozess real ("Hanging Heads"), manchmal strukturell ("About Sky(s)"), manchmal perspektivisch ("Bad Eye, Good Eye"). "Das Leben ist zuweilen doch nur eine Frage der Perspektive", will Blatt den Ausstellungsbesucher damit zum Nachdenken animierend auf den Weg geben.

Auf die erste Etage des Ludwigsturms hat sie die 1978 in Tadschikistan geborene, in Usbekistan aufgewachsene und seit einigen Jahren in Düsseldorf lebende Installationskünstlerin Rimma Arslanov mit ihrer knapp fünf minütigen Video-Animation "Bad Eye, Good Eye" platziert. Diese Arbeit, 2015 entstanden, bildet dunkelgraue und rote Architektur-Fragmente ab, die zu einem völlig neuen Ort, einem geschlossenen Raum mit eigenem Mechanismus verschmelzen.

Eine Etage höher hängt eine Fotoserie des 1957 in Duisburg geborenen und seitdem hier lebenden Fotografen Giovanni Pinna, bestehend aus sechs Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Tanzperformance "About Sky(s)". Diese Tanzproduktion wurde vom "Kaiser Antonino Dance Ensemble" zum Auftakt ihrer mittlerweile vier Teile umfassenden "Duistanz"-Tanzreihe 2013 im Garten der Erinnerung, der einst Werkbereich mit SPAR-Zentrale und Speditionsgelände des Hafens war, aufgeführt.

Auf der obersten, sprich dritten Etage, präsentiert der renommierte Maler und Bildhauer Gil Shachar eine formell zwar unbetitelte Skulptur, die der Künstler aber umgangssprachlich mit "Hanging Heads" bezeichnet. Shachar ist 1965 in Tel Aviv geboren, lebt aber seit 1996 in Duisburg. Die Arbeit, 2015 entstanden, zeigt Köpfe eines jungen und eines alten Mannes, die in einem Netz mit geschlossenen Augen sich gegenüberliegend "ansehen". Als Arbeitsmaterial hat der Künstler Epoxidharz und Farbe verwendet.

Geöffnet am 11. September (15.30 bis 19 Uhr), 18. September (11 bis 18 Uhr) und 25. September (11 bis 18 Uhr).

Quelle: RP
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