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Duisburg
Das Mieten in Duisburg wird teurer

Duisburg. Der neue Mietspiegel für die Stadt Duisburg sieht moderate Mietpreiserhöhungen von 5,4 bis 7 Prozent vor. Grund dafür ist neben einem überalterten Wohnbestand die hohe Wohnungsfluktuation durch Todesfälle. Von Tim Harpers

Wer in Duisburg in Zukunft eine Wohnung neu anmieten möchte, muss unter Umständen deutlich tiefer in die Tasche greifen als bisher. Grund dafür sind die moderaten Mietpreiserhöhungen von 5,4 bis sieben Prozent, die die Mietspiegelkommission in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen hat.

"Der Mietspiegel ist ein wichtiges Instrument für die Mietparteien", erklärte Andrea Bestgen-Schneebeck, Leiterin des Amtes für Soziales und Wohnen am Rande der gestrigen Sitzung der Mietspiegelkommission, die sich aus verschiedenen Parteien der Mieter- und Vermietervertretungen in der Stadt zusammensetzt. "Er hilft den Mietparteien dabei, Streitigkeiten zu schlichten und gerichtliche Auseinandersetzungen zu verhindern."

Für die Erstellung des Duisburger Mietspiegels wurde ein Datensatz von rund 30.000 Mietverhältnissen in der Stadt ausgewertet. Die in dem neuen Papier beschriebenen Preisempfehlungen setzen sich aus den Faktoren Alter, Wohnlage, Unterhaltungszustand, Grundrissgestaltung und Ausstattungsmerkmale zusammen. "Die Durchschnittsmiete in der Stadt liegt nach aktuellsten Zahlen bei 5,37 Euro pro Quadratmeter", erläuterte Bestgen-Schneebeck. "Duisburg bewegt sich damit verglichen mit anderen Großstädten im unteren Drittel des Tableaus. Auch im NRW-Vergleich steht die Stadt sehr günstig da. Die NRW-Durchschnittsmiete lag zuletzt bei 6,4 Euro pro Quadratmeter."

Die Mietpreiserhöhungen rechtfertigt die Kommission vor allem mit der hohen Fluktuation im Wohnungsaltbestand. "In den unteren Baualtersgruppen (Wohnungen, die bis 1974 bezugsfertig waren, Anm. d. Red.) finden die meisten Umzüge statt", sagte Thomas Schürkes vom Amt für Soziales und Wohnen. "Das ist ein Hinweis darauf, dass Duisburg einen überalterten Wohnungsbestand hat." Finde ein Mieterwechsel statt, nutzten viele Eigentümer den Zeitpunkt für Modernisierungen, die Preisanpassungen nach oben möglich machten. "Außerdem spielen demografische Faktoren eine Rolle", ergänzte Dietmar Vornweg, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Duisburger Wohnungsunternehmen. "Die hohe Fluktuation ist auch durch die Altersstruktur bedingt. Es werden derzeit viele Wohnungen frei, weil Mieter sterben. Auch das veranlasst viele Vermieter zu Modernisierungen." Der neue Mietspiegel sieht im Bereich des Altbestandes deshalb Preiserhöhungen von bis zu 63 Cent pro Quadratmeter vor.

Die Mietspiegelkommission hat außerdem festgestellt, dass in der Stadt die Nachfrage nach größeren Wohneinheiten gestiegen ist. Das sei eine vergleichsweise neue Entwicklung, erklärt die Sozialamtsleiterin. "Früher war es so, dass die Preise in Duisburg vor allem für kleinere Wohnungen hoch waren." Eine mögliche Erklärung dafür lieferte Peter Heß, der für den Duisburger Mieterschutzbund in die Kommission berufen worden war: "Die Abwanderung aus Düsseldorf erhöhe den Druck auf den Duisburger Wohnungsmarkt, sagte er.

Eines der wichtigsten Kriterien für die Preisempfehlungen der Kommission - und traditionell einer der häufigsten Streitpunkte zwischen den Mietparteien - ist die Wohnlage. Im neuen Mietspiegel werden deshalb drei Qualitätsstufen definiert. Von einer einfachen Wohnlage ist die Rede, wenn das Wohnen durch starke Geräusch, Geruchs-, oder Staubbelästigung beeinträchtig wird und diese Mängel nicht durch besondere Vorteile (z.B. Frei- und Grünflächen) ausgeglichen werden. In dieses Kategorie fällt allerdings nur ein geringer Teil der Duisburger Wohnungen.

Die meisten Wohneinheiten der Stadt fallen in die Kategorie normale Wohnlage. Hierbei handelt es sich um Mietobjekte in dicht bebauten Stadtgebieten, die nicht von den beschriebenen Beeinträchtigungen betroffen sind.

Von einer guten Wohnlage spricht die Kommission bei einer "aufgelockerten Bebauung in ein- oder zweigeschossiger Bauweise in ruhiger, verkehrsgünstiger Grünlage ohne Durchgangsverkehr."

Quelle: RP
 
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