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Duisburg
Das Ruhrgebiet als Reallabor

Duisburg: Das Ruhrgebiet als Reallabor
Von links: Prof. Dr. Jens Gurr, Prof. Dr. Uta Hohn, Dr. Uli Paetzel von der Emschergenossenschaft und Lippeverband sowie Prof. Dr. Thorsten Wiechmann bei der Memorandums-Unterzeichnung. FOTO: UA Ruhr
Duisburg. Seit 2010 wurden mehr 50 Millionen Euro für Projekte der Metropolenforschung eingeworben.

In einem gemeinsamen Kompetenzfeld "Metropolenforschung" bündelt die Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) künftig ihre Forschung auf diesem Gebiet. Die Stärken des Verbundes liegen in der großen disziplinären Forschungsbandbreite, um sich den Herausforderungen metropolitaner Transformation mit integrierten Ansätzen stellen zu können.

Außerdem punktet die Universitätsallianz mit ihrem Standort in einer der größten europäischen Metropolregionen, die sich als Reallabor für die Forschung anbietet. "Unser Ziel ist es, zu einem international sichtbaren Zentrum für inter- und transdisziplinäre Metropolenforschung zu werden", sagt Prof. Dr. Jens Gurr, Sprecher des Kompetenzfelds von der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Energieeffizienz, Wasserkreisläufe, Diversität, Logistik, demografischer Wandel, Steuerung und Teilhabe: Die Themen der Metropolenforschung sind vielfältig. An den drei UA-Ruhr-Universitäten, der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Technischen Universität (TU) Dortmund, befassen sich mehr als 100 Professuren damit. Vielfach bestehen schon enge Kooperationen. Seit 2010 wurden über 50 Millionen Euro für Projekte der Metropolenforschung eingeworben. Besondere Stärken liegen an der RUB in der Sozialwissenschaft und der Geografie, die sich mit Fragen des Strukturwandels im Ruhrgebiet und Transformationsprozessen in Ostasien befassen. Die TU Dortmund verfügt über die leistungsstärkste Forschungs- und Ausbildungsstätte für Raumplanerinnen und -planer in Europa. An der UDE sind Forscherinnen und Forscher aus fast allen Fakultäten am Profilschwerpunkt "Urbane Systeme" mit Fokus auf Logistik- und Umweltforschung, aber auch mit breiter geisteswissenschaftlicher Forschung, beteiligt.

Das Kompetenzfeld soll nun die zentrale Plattform für Forschung, Lehre und Transfer zu allen Aspekten der Metropolenforschung bilden. Die Metropolenforschung der UA Ruhr versteht sich als transformative Wissenschaft: "Dabei geht es nicht nur darum, Veränderungsprozesse und ihre Folgen besser zu verstehen", erklärt Prof. Dr. Thorsten Wiechmann, Kompetenzfeldsprecher von der TU Dortmund. "Vielmehr wollen die beteiligten Forscher gemeinsam mit verschiedenen Akteuren der Gesellschaft neuartige Lösungswege für die Herausforderungen entwickeln, denen sich Metropolen weltweit gegenüber sehen." Dazu gehören zum Beispiel Globalisierung, Digitalisierung, soziale Polarisierung, Migration und Integration, Klimawandel, Energiewende, Sicherheit.

Das Ruhrgebiet mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung mit Veränderungsprozessen eignet sich besonders gut als Reallabor einer solchen transformativen Wissenschaft. "Es verfügt über großes Potenzial für einen Wissenstransfer in Metropolräume weltweit mit dem Ziel, Transformationsprozesse sozialverträglich, umweltgerecht, wettbewerbsorientiert und unter Wertschätzung des kulturellen Erbes zu gestalten", so Prof. Dr. Uta Hohn, Sprecherin des Kompetenzfelds von der RUB.

Der Auf- und Ausbau des Kompetenzfeldes Metropolenforschung wird durch das Mercator Research Center Ruhr (Mercur) unterstützt. Ein Memorandum of Understanding wurde bereits mit der Emschergenossenschaft unterzeichnet. Das Kompetenzfeld wird in den nächsten fünf Jahren die Endphase des Emscherumbaus wissenschaftlich begleiten.

Quelle: RP
 
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