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Duisburg
Der Bus kommt bald auf Anforderung

Duisburg: Der Bus kommt bald auf Anforderung
Kommt der Bus? Oder muss er angefordert werden? FOTO: christoph Reichwein
Duisburg. Die DVG schlägt ein neues Kapitel im Duisburger Nahverkehr auf. Künftig können die Bürger von individuellen Zielen und zu gewünschten Zeiten in den georderten Bus einsteigen.

Im Gespräch mit der RP hatte Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender des Duisburger Versorgungs- und Verkehrskonzerns es bereits angekündigt. Nun wird es in die Tat umgesetzt. Die DVG wird künftig Kleinbusse dort einsetzen, wo der Bedarf für große Fahrzeuge nicht gegeben ist.

Als eines der ersten deutschen Nahverkehrsunternehmen plant die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) den Einsatz nachfrageorientierter Kleinbusse. Sie sind eine Ergänzung zum Fahrplanangebot und folgen keinem statischen Fahrplan, sondern fahren dynamisch auf Basis der Echtzeit-Nachfrage der Bürger in Duisburg. Dabei teilen sich Fahrgäste gemeinsame Fahrten in den Kleinbussen und werden von ihren individuellen Standorten zum gewünschten Ziel gebracht. Der Testlauf für das datenbasierte Mobilitätskonzept soll noch in diesem Jahr starten. Dazu hat die DVG jetzt einen Antrag bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingereicht, um dieses Konzept als Pilotprojekt umsetzen zu können.

Der sogenannte On-Demand-Bus, also Bus auf Abruf, ist eine innovative Ergänzung der Mobilitätskette. "Mit dem On-Demand-Bus gehen wir neue Wege, um unseren Fahrgästen flexible und individuelle Lösungen zu bieten", erklärt Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender der DVG. "Nachfragebasierte Angebote werden ein zunehmend wichtiger Baustein für die Mobilität der Zukunft sein. Mit Hilfe des Internets, von Smartphones und digitalen Plattformen lassen sich Verkehrsangebote vernetzen, Prozesse verknüpfen und daraus neue Angebote schaffen. Diese Möglichkeiten wollen wir nutzen." In der bis Ende 2019 geplanten Testphase werden sowohl das Bediengebiet als auch die Betriebszeiten begrenzt sein. Die Kleinbusse sollen am Wochenende zu Schwachverkehrszeiten eingesetzt werden. "Unsere Zielsetzung ist die dauerhafte Etablierung des bedarfsgerechten Zusatzangebotes und die Integration in das bestehende ÖPNV-System", sagt Birgit Adler, Bereichsleiterin Betrieb und Markt bei der DVG und Projektleiterin. "Da es sich um ein völlig neues System handelt, werden wir zunächst Erfahrungen sammeln müssen, bevor wir es weiter ausbauen."

In dem definierten Bediengebiet können Fahrgäste ihren Fahrtwunsch flexibel wählen. Die Koordination erfolgt mit Hilfe einer App. Per Smartphone können die Kunden ihre Fahrtwünsche unter Angabe des Abfahrts- und Ankunftspunktes angeben. Die Routen für den On-Demand-Bus werden aktuell entsprechend des jeweiligen Bedarfs berechnet. Sowohl die Anforderung des Busses als auch die Bezahlung des Tickets erfolgt digital. Der Kunde soll auch die Möglichkeit haben, relevante Umsteigepunkte zu Bus oder Bahn auszuwählen. Verschiedene Arten des öffentlichen Personennahverkehrs werden so kombiniert.

Für die Umsetzung intensiviert die DVG ihre Zusammenarbeit mit dem Berliner Unternehmen door2door. Das Startup-Unternehmen unterstützt bei der Einführung des On-Demand-Systems mit technologiebasierten Anwendungen und seinen Erfahrungen aus dem eigenen Shuttlebus-Projekt "allygator shuttle" in Berlin. "Zusammen mit der DVG wollen wir zeigen, welche Potenziale die Zukunft öffentlicher Mobilität in Duisburg bereithält", so Dr. Tom Kirschbaum, Mitgründer und Geschäftsführer von door2door. "Beim On-Demand-Bus wird das Angebot in Echtzeit der Nachfrage angepasst - damit übernimmt die DVG eine echte Pionierrolle innovativer Mobilität."

Gemeinsam wurde bereits die DVG-App entwickelt, die alle vorhandenen Mobilitätsalternativen in der Stadt abbildet, vom Fahrrad, Leihfahrrad über Bus und Bahn bis zum Taxi. Der On-Demand-Bus stellt einen weiteren Baustein der Kooperation auf Basis der door2door-Plattform dar.

Die DVG sieht in dem Pilotprojekt und einer zukünftigen Integration eines On-Demand-Busses in ihre Mobilitätsleistung eine große Chance. Zum einen sollen Kunden für den ÖPNV gewonnen werden, zum anderen könnte die Verkehrsleistung in Randgebieten oder zu Schwachverkehrszeiten flexibler gestaltet und auf die individuellen Nachfragen der Kunden angepasst werden.

Quelle: RP
 
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