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Duisburg
Der Hirsch ist zurück in Duisburg

Duisburg. Das fünfte Platzhirschfestival rund um den Dellplatz, vom 1. bis 3. September, verlässt sich auf altbewährte Rezepte. Große Namen stehen nicht im Line-Up, dafür viele Highlights. Von Jonas Schlömer

Normalerweise röhrt der Hirsch in den Wohnzimmern dieser Republik, umgeben von hochglanzpolierten Eichenschrankwänden, gehäkelten Tischdecken und Fliesentischen. Doch für das kommende Wochenende hat der Gelsenkirchener Barock sein Wappentier freigegeben, drei Tage lang, vom 1. bis zum 3. September, steht der "Platzhirsch" auf dem Dellplatz und präsentiert sein Geweih - zusammen mit einer Menge außergewöhnlicher Musik und anderen Kulturprojekten.

Mehr als 20 Veranstaltungslocations beherbergen die verschiedenen Veranstaltung des "Platzhirsch"-Festivals in diesem Jahr, los geht es am Freitag, 1. September, um 18 Uhr auf dem Dellplatz mit der Band "Darjeeling". Die drei Musiker eröffnen den musikalischen Teil des Festivals mit solidem Pop-Rock und bereiten das Publikum sanft auf die abenteuerlichen Acts des Wochenendes vor, zum Beispiel auf das grandiose "Zodiak Trio".

Die Combo um den Moerser "Improviser in Residence", John-Dennis Renken bringt am Samstagabend, gegen 19 Uhr, nicht nur moderne Jazzmusik mit auf den Dellplatz, auch die Weltklasseposaunistin Shannon Barnett aus der WDR Big Band ist dabei und dürfte dem Konzert eine eigene, lyrische Note verleihen. Wer schon am Festivalsonntag den Montagsblues in den Knochen hat, kann sich um 15.45 Uhr auf dem Dellplatz ordentlich durchschütteln, denn die Perfomance "Waves of Hope" baut nicht nur auf eine 50 Mann starke Band, sondern auch auf die Teilnahme des Publikums.

Die Choreographie bezieht, nach kurzer Vorstellung, nämlich auch das Publikum mit ein. Der Titel "Waves of Hope" ist dabei natürlich nicht zufällig gewählt, mit Blick auf die vielen Krisenherde dieser Welt soll die Performance ein "Fanal für Offenheit, Mitmenschlichkeit in Zeiten der Ausgrenzung und des Misstrauens" sein. Natürlich gibt es an den drei Festivaltagen rund um den Dellplatz noch eine ganze Menge mehr zu entdecken, von Musik über Vierundzwanzigstunden-Lesungen bis zu bildenden Kunst. Wer einen genauen Überblick will, informiert sich am besten im Festivalprogramm oder unter platzhirsch-duisburg.org, die jüngeren Gäste sollten dabei vor allem auf den bunten "Hirschbär" achten. Das Phantasiegeschöpf weißt im Programm auf die Kinderveranstaltungen hin, zum Beispiel auf das Konzert "Musik und Huhn" am Samstag um 16:30 Uhr. Dann erklingt nicht nur Musik für die menschlichen Gäste, sondern auch für eine Handvoll Hühner, die sich am Dellplatz tummeln.

Die Veranstalter sind guter Dinge, nicht zuletzt wegen der erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne. "Das gibt uns eine ganze Menge Planungssicherheit", freuen sich die Verantwortlichen.

Ein bisschen mehr Rücksicht würden sie sich aber schon wünschen, im vergangenen Jahr seien eine Menge Beschwerden über Flaschen und anderen Müll in den Gebüschen und Hauseingängen rund um den Dellplatz eingegangen. Trotzdem überwiegt die Vorfreude auf die diesjährige Ausgabe.

Quelle: RP
 
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