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Duisburg
Der katholische Glaube ist auch eine Heimat

Duisburg: Der katholische Glaube ist auch eine Heimat
"Wir sind dabei, alte Zöpfe abzuschneiden und uns offener und moderner zu präsentieren, ohne allerdings die Traditionen zu verleugnen", sagt Peter Keime (vorne re.). Hier mit dem Kaiser Peter Okon aus Serm. FOTO: Andreas Probst
Duisburg. Die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft sieht sich als ein Teil der Kirche, will aber Tradition und Moderne verbinden. Von Volker Poley

Die Amtsbezeichnung des obersten Schützenbruders der Region passt auf kein Klingelschild: Peter Keime ist seit 2014 Diözesanbundesmeister des Diözesanverbandes Essen des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Seine brauchtumsmäßige Heimat hat der Großenbaumer seit mehr als 35 Jahren in der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft. Der CDU-Ratsherr ist beim Schützenwesen ausgewiesener Experte. Er ist Präsidiumsmitglied bei den Schützen auf Bundesebene und stand lange Zeit als Duisburg-Mülheimer Bezirksbundesmeister in der Verantwortung.

Die Schützen im Bezirksverband Süd sind aus seiner Sicht gut aufgestellt. "In sieben Bruderschaften pflegen rund 1800 Mitglieder Brauchtum und Tradition", erläutert Keime, der 1987 selbst König bei den Großenbaumer St.-Hubertus-Schützen war. "Die Nachwuchsarbeit hat in den Bruderschaften einen hohen Stellenwert. Wir bieten den jungen Leuten mehr als nur eine intakte Gemeinschaft", so der 66-Jährige. "Wir sind dabei, alte Zöpfe abzuschneiden und uns offener und moderner zu präsentieren, ohne allerdings unsere Traditionen zu verleugnen."

Dabei bleibe man natürlich "auf christlichem Boden", erläutert Keime und ergänzt, dass man "ganz klar" ein Teil der katholischen Kirche sei.

Die Zeiten, in denen strenge Regeln verhinderten, dass geschiedene Schützenbrüder auf den Vogel schießen durften, sollten endgültig der Vergangenheit angehören, meint Peter Keime: "Das passt nicht mehr in die heutige Zeit, wir haben kein Recht, über persönliche Lebenswege zu urteilen."

Der MSV-Fan weiß allerdings auch, dass es schwer ist, mit Klischees aufzuräumen: "Die Bruderschaften sind karitativ sehr engagiert und tun eine Menge, um die Lebenssituation vor Ort zu verbessern." Damit zeigten die Schützen Verantwortung für ihre Heimat. Wichtig sei, Beziehungen "nachhaltig und verbindlich zu gestalten und den Menschen so ein Heimatgefühl zu vermitteln".

Deutlich wird der Diözesanbundesmeister bei der Bewertung der aktuellen Flüchtlings-Situation: "Wir tragen auch Verantwortung für die, die ihre Heimat verloren haben. Ausgrenzung widerspricht unseren christlichen Grundsätzen." Der in Hochfeld geborene Keime bekennt sich klar zu seiner Heimatstadt Duisburg. Heimat bietet ihm aber auch der Glaube. Die katholische Kirche gibt mir immer wieder Kraft, ein Gottesdienst mit einer guten Predigt wirkt dabei wie reinstes Lebenselixier."

Quelle: RP
 
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